„Große Männer, kleine Städte, festes Herz und trauter Herd; heil’ge Heimat, vielgeschmähte, bis mir über alles wert!“ (Hermann Plötz)
Sowie Schlesien, das Sudetenland, West- und Ostpreußen, so blickt auch Pommern (deutsche Provinz seit 1181) auf eine bewegende Geschichte zurück.

In Mecklenburg, Pommern, Nordschlesien und im Posener und Gnesener Land haben ab ca. 200 v. u. Z. bis 500 n. u. Z. Burgunder, ein Stamm der Ostgoten gelebt. Sie rodeten den Wald, schufen kleine Ansiedlungen, betrieben Ackerbau-Viehwirtschaft und Jagd und befassten sich mit dem Handwerk und der Schmuckherstellung. Nach 700 Jahren verließen sie das Land und nach dem Süden. Zurückgelassen wurden die Hütten, Küchengeräte, Waffen, Kämme, Gürtel, Knöpfe, handwerkliche Gegenstände, oft auch Schmuck und Schriften auf Buchenrinden. Heute belegen diese Funde die sieben Jahrhunderte Anwesenheit der Burgunder in den genannten Ländern.
Die im 12. Jahrhundert von Heinrich dem Löwen eingeleitete Nord- und Nordostsiedlung setzte sich im nächsten Jahrhundert fort. Immer mehr Menschen aus Niedersachsen, Westfalen, Flandern und aus den anderen alten Reichsländern kamen nach Mecklenburg und in die nordöstlichen Gebiete des Reiches. So entstanden bis zum Ende des 14. Jahrhunderts durch den Fleiß der deutschen Siedler viele Orte.
So entstanden bis zum Ende des 14. Jahrhunderts durch den Fleiß der deutschen Siedler viele Orte.











Die Landwirtschaft, der Handel und das Handwerk blühten auf. Oder wie man heute sagen würde, alles brachte Gewinn.
Die wohlhabenden Städte schufen die Voraussetzung für die Hansestädte. Die slawische Sprache war um 1400 ausgestorben und die pommerschen Herzöge begaben sich unter die Lehnshoheit des Reiches, zum Schutz gegen die Polen. Aber damit war Pommern noch lange nicht zur Ruhe gekommen.
Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 erduldete es schreckliche Leiden. Mir der Oder als Sprachgrenze wurde es zwischen Bandenburg und Schweden geteilt.
In den deutschen Befreiungskriegen war es mit seiner Festung Kolberg erneut Kriegsschauplatz gegen die Franzosen. Im Jahre 1815 trat der Schwedenkönig den bis dahin schwedischen Rest Pommerns an das inzwischen erstarkte Preußen ab. Große Güter entwickelten sich mit der Zeit zu Zentren einer landwirtschaftlichen Erzeugung, deren Überschüsse in die dichter besiedelten Landstriche Weste- und Süddeutschlands rollten.
Das blieb so bis zum Januar 1945. Bis dahin blieb Pommern von den alliierten Luftangriffen weitgehend verschont. Seine Städte und Dörfer waren Zufluchtsorte für viele Evakuierte aus dem Ruhrgebiet geworden. Nun aber brach über das friedliche ein Inferno herein. Von Süden her strömten russische Panzerdivisionen nach Pommern ein. Auf ihrem Vormarsch überrollten sie alles, was sich ihnen in den Weg stellte oder in panischer Flucht versuchte zu entkommen. Am 18. März 1945 war das Land völlig von der Roten Armee besetzt. 50 Prozent der deutschen Bevölkerung, deren Zahl im Juni noch eine runde Million betrug, fielen in die Hände eines erbarmungslosen Siegers. Bei der Flucht und der ihr nachfolgenden Vertreibung, die in mehreren Wellen bis 1950 andauerte, mussten mehr als 340 000 Pommern ihr Leben lassen.
Im Juni 1947 lebten noch 116 000 Deutsche unter primitivsten Verhältnissen in Pommern. Heute schätzt man die Zahl auf noch etwa 30 000.
Polnische Ansiedler aus Lodz und aus der Ukraine, wo sie eine den Russen unerwünschte Minderheit gebildet hatten, wanderten ein. Der Großgrundbesitz wurde zerschlagen und weitgehend kollektiviert. Polnische „Freudenfeuer“ vernichteten einen Großteil dessen, was bei Durchzug der russischen „Eroberer“ noch übrig geblieben war. Ein neues System hielt seinen Einzug. Und „Pommerland war abgebrannt“, wie es in einem alten Lied heißt.
Das alte Pommern bliebt nur ein Stück Erinnerung.
Wer dort daheim war, denkt voller Sehnsucht zurück – in wehmütiger Vertrautheit, aber auch wie an ein sehr fernes, fremd gewordenes Land, obwohl es nur ein paar hundert Kilometer weit entfernt liegt.
Die kunsthistorischen, kulturellen und menschlichen Dimensionen dieses Verlustes habe viele Deutsche immer noch nicht voll erkannt. Wie auch? Zunächst wurden Überlebende dieses Infernos zum Schweigen verurteilt. Später, als man sie reden ließ, verdrehte man ihre Worte im Munde und propagierte medial eine völlig andere Geschichte. Und die daraus resultierende Geschichtskittung füllt heute die Lehrbücher sämtlicher (Ver)Bildungsanstalten.
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Mine Heimat (Maria Müller-Grählert)
Wo de Ostseewellen
Trecken an den Strand,
Wo de gele Ginster
Bleuht in’n Dünensand,
Wo de Möven schriegen
Grell in’t Stormgebrus,
Da is mine Heimat,
Da bün ick tau Hus.
Well un Wogenrunschen
Wir min Weigenlied,
Un de hogen Dünen
Seg’n min Kinnertied,
Seg’n uck all mine Sehnsucht
Un min heit Begehr,
In de Welt tau fleigen
Öwer Land un Meer.
Woll het mi dat Leben
Dit Verlangen stillt,
Het mi allens geben,
Wat min Herz erfüllt;
Allens is verswunden,
Wat mi quält un drew,
Hew nu Freden funnen –
Doch de Sehnsucht blew.
Sehnsucht na dat lütte,
Stille Inselland,
Wo de Wellen trecken
an den witten Strand,
Wo de Möven schriegen
Grell int Stormgebrus, –
Denn da is min Heimat,
Da bün ick tau Hus!
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Heimat im Wort
Von Rudolf Naujok
Nicht alles ist verloren,
Was wir verließen dort,
Es wird oft neugeboren
In einem einzigen Wort.
Die Worte Brot und Erde,
Die Bilder Haff und Meer
Und Knecht und Magd und Pferde,
Sie sind von Heimat schwer.
Wie unsre Ströme flossen
Und wie der Ostwind sang,
Das liegt im Wort beschlossen
Voll Wärme, Duft und Klang.
Die Wälder und die Seen,
Haus, Brunnen, Hof und Stall
Wollen im Wort erstehen
Und das gestirnte All.
Es steigt aus großen Tiefen
Und war von Anbeginn,
Es warf uns aus der Heimat
Und führt uns wieder hin
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Und dann kam mir noch das folgende Zitat in den Sinn:
„Sie sind mehr Ungeheuer, die nach Blut dürsten und es trinken, als Menschen“ (Heinrich II. (der Fromme), dem die unangenehme Aufgabe zufiel, sich dem Heer der Mongolen entgegenzustellen).
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