Unser Ausflug nach Peenemünde

Wir kamen vom Strand, es goss wie aus Kübeln, das Grollen des Donners war kaum zu überhören. Wir nutzten die Zeit für das Abendbrot, irgendwo im Nirgendwo.

Eigentlich wollten wir in Peenemünde die Heeresversuchsanstalt der Wehrmacht besuchen. Also das eigens dafür geschaffene Museum dazu. Als wir ankamen, hatte das Museum bereits geschlossen. Aber wir denken, dass es ohnehin dem Wissen und der Wahrheit zuträglicher ist, dieses nicht zu besuchen. Lediglich die Aufnahmen der verbliebenen Gebäude und „Ruinen“ könnten von Wert sein. Ich werde zu gegebener Zeit ausführlich dazu berichten. Ein paar Bilder konnten wir von Außen noch mitnehmen.

Nur so viel:

Peenemünde war der Standort des größten militärischen Forschungszentrums Europas von 1936 bis 1945. Die Heeresversuchsanstalt und die Erprobungsstelle der Luftwaffe dienten der Wehrmacht primär zur Entwicklung, Erprobung und Produktion von Waffen wie der ersten funktionsfähigen Großrakete (Aggregat 4 / V2) und dem ersten Marschflugkörper.

Das Fernheizungssystem der Heeresversuchsanstalt Peenemünde wurde ab 1942 durch das riesige Kohlekraftwerk betrieben. Es versorgte die weitläufigen Werkhallen, das Sauerstoffwerk und das Barackenlager Karlshagen über ein unter- und oberirdisches Netz mit bis zu 132 Grad heißem Dampf.

Die strategische Bedeutung der Anlage war den Alliierten bekannt. In der Nacht vom 17. zum 18. August 1943 bombardierten britische Bomber das Areal massiv, wobei auch viele ausländische Arbeiter im Lager Trassenheide starben.

Nach der Räumung durch die Wehrmacht wurde das Gelände am 4. Mai 1945 von sowjetischen Truppen besetzt. Die meisten Anlagen wurden demontiert und als Reparationsleistungen in die UdSSR abtransportiert oder gesprengt.

Das Heizungssystem war ein technisches Meisterwerk seiner Zeit, um die gigantischen Energiemengen für die Raketenentwicklung (Aggregat 4 / V2) und die Produktion von flüssigem Sauerstoff bereitzustellen. Die Fernwärmeleitungen verliefen vom Kraftwerk unter anderem parallel zur Werkbahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kraftwerk im Gegensatz zu anderen Anlagen nicht gesprengt, sondern diente der DDR noch bis 1990 zur Stromerzeugung und versorgte den Marinestützpunkt bis 1991 mit Wärme.

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Noch kurz etwas zum U-Boot:

Zu DDR-Zeiten war Peenemünde kein Erholungsort, sondern eine streng bewachte militärische Hochburg. Der gesamte Norden der Insel Usedom war Sperrgebiet und beherbergte eine der größten Marinebasen der DDR sowie einen strategischen Militärflugplatz.

Das Unterseeboot U-461 gehört zum sowjetischen Projekt 651. Es ist das letzte noch existierende Boot dieser Klasse der größten jemals gebauten konventionellen Unterwasser-Raketenkreuzer. Das Boot dient als Museum in der Museumslandschaft Peenemünde auf Usedom und kann dort kostenpflichtig besichtigt werden.

Als Waffe gegen US-Flugzeugträger-Kampfgruppen entwickelt, wurde das Boot Anfang der 1960er-Jahre gebaut und 1965 unter der Bezeichnung K-24 in Dienst gestellt, später in B-124 umbenannt. Das diesel-elektrisch angetriebene U-Boot war auf seinen Übungs- und Patrouillenfahrten im Nordatlantik mit vier Marschflugkörpern und Torpedos unterwegs. Zum Abfeuern der Marschflugkörper musste das U-Boot auftauchen.


Weitere Infos:

Vor dem Bau der Heeresversuchsanstalt bestand der Peenemünder Hafen größtenteils aus sumpfigen Gelände und nassen Wiesen. Um die gewaltigen technischen Anlagen, darunter Prüfstände, Werkhallen und Bahntrassen errichten zu können, war eine großflächige Entwässerung notwendig. Bereits ab 1936 begannen Arbeitsdiensteinheiten mit ersten Trockenlegungsmaßnahmen. Ab Anfang der 1940er Jahre wurde das Projekt durch den Reichsarbeitsdienst und spezialisierte Firmen intensiviert, wobei vor allem ausländische Arbeitskräfte zum Einsatz kamen.

Das Schöpfwerk Piese wurde an einem künstlich angelegten Entwässerungskanal errichtet. Dieser leitete das überschüssige Wasser aus den Peenewiesen in den Peenestrom. Es bestand aus einem Pumpenhaus mit Dieselmotoren, einem Rückhaltebecken udn einem Schöpfgraben, der das Wasser sammelte. Die Pumpen konnten große Wassermengen fördern und hielten so den Grundwasserspiegel dauerhaft niedrig – eine Voraussetzung für den Bau unterkellerten Fertigungshallen und Prüfstände.

Eure Kommentare

Da fällt mir gerade ein,das die Wehrmacht auch schon soweit war,um Raketen von U-Booten abzuschießen,es waren nur Tests,zum Einsatz kam es nicht mehr.Sehr Interessant,es ist doch erstaunlich wie weit das Reich war.

Ich war da drin und hab mir alles angeschaut..Wirklich “ verpasst “ habt Ihr da nichts..

Falls es Euch mal Richtung Berlin verschlägt: Schaut Euch mal die Bunkerstadt Wünsdorf an und dann unbedingt eine Führung mit machen…das ist einfach nur Hammer was man dort sieht & erfährt.

Ich war letztes Jahr dort, is schon monumental die ganzen Gebäude.Das CCCP U Boot hab ich auch gesehen..kommt aber glaub weg.

Das mit dem Diesel-Elektrischen Antrieb hatten die Deutschen auch schon. Ich sag nur U XXI

Nur die Optik haben sie noch nicht verändert – der „Rest“ wurde in den letzten Jahren – wie bei vielen Museen und Mahnmahlen – politisch „angepasst“.


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