
Unsere Geschichte ist ein mächtiges Konstrukt, verflochten mit vielen Gegebenheiten. Auch mit diesem Teil der Geschichte, sind wir eng verbunden. Es ist Europas östlichstes Erbe.
Byzanz (565- 1453) – der Staat zwischen zwei Welten
Die Geschichte des Reiches ist mit so hartnäckiger Ungerechtigkeit behandelt worden, als die des fortgesetzten Imperiums. Man hat sich vielfach gewöhnt, den byzantinischen Staat, als absterbenden, halb abgestorbenen oder verwesenden Körper zu behandeln. Und doch dachte man durch Jahrhunderte anders. Byzanz war und blieb der Kaiserstaat unter Königreichen. Rings lauerten Feinde an seinen Grenzen: Germanen, Bulgaren, Awaren, Slawen und Türken. Erst die persische, dann die die muslimische Großmacht. Und in einer solch furchtbaren Völkerbrandung behauptete sich Byzanz ein Jahrtausend lang voller Leistungs- und Lebenskraft.
Das Merkmal des Kaiserstaates bildete die Macht der Kultur unter minder entwickelten Völkern.
Wie das Reich zu seinem Namen kam
Den Namen erhielt das Reich von der Stadt Byzantion. Das war die Bezeichnung von Konstantinopel, vor der Neugründung durch Kaiser Konstantin. Der Name sollte deutlich machen, dass nach der Teilung des Römischen Reiches die Entwicklung in beiden Teilen unterschiedlich verlief. Es entwickelten sich die Lebensformen der Reiche deutlich auseinander.
Als die griechische Sprache Grundlage des Gemeindelebens wurde
In der Zivilverwaltung und im Militär wurde das ohnehin vielen unverständliche Latein abgeschafft. Und in der Kirche wurde die Griechische Sprache Grundlage des Gemeindelebens.
1054 trennte sich die griechisch-orthodoxe Kirche endgültige von der römisch-katholischen.
- Das oströmische Kaiserreich bestand bis 1453. Die Eroberung Konstantinopels durch die Türken bedeutete das Ende des byzantinischen Reiches. Fortan hieß die Stadt Istanbul.
- Als das byzantinische Konstantinopel unter dem Ansturm der Truppen Sultan Mehmet Fathis (des Eroberers) in Trümmern fiel, fand Konstantin XI. Drageses, der letzte Kaiser, den Tod.
- Das byzantinische Reich hinterließ ein reiches Erbe, prachtvolle Bauwerke, leuchtende Mosaiken, schöne Fresken. Allein die Überreste des Kaiserpalastes, darunter byzantinische Fußbodenmosaike, Festungswälle und unterirdische Zisternen, vermitteln heute noch einen vorzüglichen Eindruck von der einstigen Bedeutung der Anlage.
- Die Ausstrahlungskraft einer großen Kultur ist bis heute nicht verloren gegangen, obwohl von den Eroberern vieles vernichtet wurde.
- 475 ließ Kaiser Justinian und seine Frau Theodora die „Hagia Sophia“ (Kirche der Heiligen Weisheit) erbauen. 1453 wurde sie Moschee, seit 1934 Museum.
Kaiserin Theodora und ihr Gefolge, Mosaik in der Kirche San Vitale zu Ravenna ,Photographische Aufnahme von Ulinari, Florenz
