Wer hat es gewusst? Seit 1282 gab es schon einen Vertreter der Bürger für die Stadt. Die wirtschaftliche und politische Macht wurde nun von den Patriziern ausgeübt. Das Amt des Stadtvogts verlor an Bedeutung.

Naturgemäß ist die mittelalterliche Stadthistoriographie mit den vielleicht wichtigsten Stadtbeamten verbunden, den Stadtschreibern. Diese gelehrten Männer besaßen üblicherweise die genauesten Informationen über die Stadt, ihre Innen- und Außenpolitik und kannten diverse Neuigkeiten. Und so lesen wir
… von Görlitzer Ratsherren und politischen Aufträgen
Bereits 1298 lenkten ein Bürgermeister und 12 Ratsherren die Geschicke der Stadt. Das älteste Rathaus stand auf dem Untermarkt, im 15. Jahrhunderte musste es der Waage weichen. Unter König Johann dem Blinden (siehe auch Teil II der Görlitz-Reihe) und Kaiser Karl IV. bekam Görlitz das Münzrecht. Die Münze befand sich im ältesten Rathaus von Görlitz, an der Stelle der später erbauten Waage. Das Stapelrecht für Waid (Waid, ein Färbemittel für Tuche und andere Stoffe, kam aus Thüringen), und das Salz, das Braurecht und der Freihandel mit Böhmen.
Görlitz gewann über Jahrhunderte hinweg, fast die Selbstständigkeit einer Freien Reichsstadt. Die Gründung des Sechsstädtebundes 1346, zu dem sich die Städte Görlitz, Zittau, Löbau, Bautzen, Kamenz und Lauban zusammenfinden, wurde von Kaiser Karl IV. unterstützt, indem er den Bund richterlicher Gewalt über Adel, Bürger und Bauern übertrug. Dass tat er für den Fall, dass sie den Landfrieden brechen sollten, Darüber hinaus erkannte er dem Bund das Recht der Urteilsvollstreckung zu.
Kaiser Karl IV. besuchte Görlitz und wohnte im Schönhof – damals noch Gasthof, denn erst 1526 wurde das heute älteste Renaissancebürgerhaus Deutschlands erbaut.
Durch Sohn Johann, für den der Kaiser das selbstständige Herzogtum Görlitz gründete, bekam die Stadt weitere Privilegien. Dazu gehörte das Aufstellen einer Stadtwaage. Die daraus einkommenden Gelder konnten zum Nutzen der Stadt verwendet werden – der Rat bekam die Gerichtsbarkeit fürs Land (50 Dörfer gehörten zu Görlitz) und Stadt, was die Macht des Rates stärkte.
1440 erwarb die Stadt die Landeskrone und die dazugehörigen Dörfer Kunnerwitz, Klein Biesnitz und Klein Neundorf von den Herzögen Sagan.

Soweit, so gut. Doch was wäre Geschichte ohne eine entsprechende Novelle oder Erzählungen aus dem Sagenschatz? Dank mittelalterlicher Stadtschreiber, bin ich auch da fündig geworden.
Bleibt neugierig und lest bald mehr in unserer Görlitz Reihe.
Aus der Görlitz Reihe bisher veröffentlicht:
- Teil I Görlitz, meine wunderschöne Heimat https://undinepeter.wordpress.com/2023/02/20/gorlitz-meine-wunderschone-heimat/
- Teil II Görlitz, meine wunderschöne Heimat: Wer waren die Böhmen und Mähren? https://undinepeter.wordpress.com/2023/02/23/gorlitz-meine-wunderschone-heimat-teil-ii-wer-waren-die-bohmen-und-mahren/
- Teil III Görlitz, meine wunderschöne Heimat – ein mittelalterlicher Streifzug
Eine Antwort zu “Görlitz, meine wunderschöne Heimat (Teil III) – ein mittelalterlicher Streifzug”
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