
Na? Wer von euch hat die Absicht, diesen Post gleich wieder zu schließen? Und wer bleibt noch dabei?
Ich gebe ja zu: ein hübsch ins Bild gesetzter Post mit kurzem Text hat seine Vorzüge. Nur bleiben gewisse Inhalte auf der Strecke. Und kaum einer weiß wirklich so recht, was da tatsächlich vor einigen Jahrhunderten vor sich gegangen ist. So schieben wir die tollen Bilder hin und her, teilen sie fleißig, freuen uns über den siegreichen Germanen mit seiner Axt, locker über die Schulter geschwungen, und über eine mutige Schildmaid, die sich für ein Leben als Kriegerin entschieden hat.
Mir persönlich sind Zeitreisen außerordentlich wichtig, für ein besseres Verständnis zu unserer Herkunft. Und nicht zuletzt aus dem Grund, um Zusammenhänge besser verstehen zu können.
Ab hier gilt:
Schön, dass du auch dazu gehörst!
Vorweg: Gerne orientiere ich mich in meinen Ausführungen an den fabelhaften Werken wie dem der „Götterwelt der Germanen“ von E. Doepler und Dr. W. Ranisch sowie dem zur „Weltgeschichte“ vom Ullstein & Co Verlag Berlin unter der Feder des Prof. Dr. v. Pflugk-Harttung, einem berühmten Historiker des 19. Jahrhunderts.
„Der geschichtliche Lebenslauf der Germanen beginnt mit Kämpfen gegen das Römerreich.
Die Ursitze werden in Norddeutschland, Dänemark, Süd- und Mittelskandinavien zu suchen sein, also flache Gegenden mit viel Wald und Wasser. Hier, vermutlich an der Westküste Schleswig-Holsteins traten Antheas sowie Uleranders der Große in Erscheinung, als namhafte Vertreter der Goten, oder besser Teutonen.
Dann finden wir um 170 v. u. Z. die deutschen Bastarner in den unteren Donaulanden als Verbündete des Mazedonierkönigs Perseus.
Aber erst 113 v. u. Z. eröffnen die Söhne der Kimbern die eigentliche Geschichte der Söhne des Nordens. Sie kamen aus der Kimbrischen Halbinsel (heute Jütland) und irrten, mannigfache keltische Bestandteile aufnehmend, an Böhmen vorüber, nach den Krainer Alpenpässen, wo sie in den Bereich der Römer gerieten.
Die ungebrochene, zermalmende Wucht eines Naturvolkes
Gründe für die Wanderungen nach Süden werden in Abenteuerlust, in Illusion und geringer Ertragsfähigkeit der heimatlichen Stammsitze bei zunehmender Bevölkerung zu suchen sein.
Durch Wald, Seen und Meer war die Luft dort feucht, durch Nord- und Ostwinde das Klima rau. Die Nässe erzeugte Nebel und starke Niederschläge.
Wich nun der Winter der Sonne des Frühlings, so brach die Eisdecke nicht selten in den südlichen Flussläufen. Das bewirkte gewaltige Überschwemmung der schutzlosen Niederungen. Kein Wunder, dass die heimgesuchten Bewohner ihre Holzhütten und Zelte abbrachen, und, sich tastend nach Westen und Süden vorschoben und in verschiedenen Bestandteilen alten Handelswegen und die natürlichen Pfade längs der Flussufer folgten.
So kamen dann auch die Kimbern nicht als beutegierige Räuber, sondern als landsuchende Volksgenossenschaft. Bei Noreja wurden sie von den Römern in einen Hinterhalt gelockt, warfen sie aber über den Haufen.
Diese Schlacht gewährt ein Abbild Jahrhunderte langer Kämpfe; List und strategische Überlegenheit, die gewaltigen Hilfsmittel eines Kulturstaates auf der einen Seite, auf der anderen die ungebrochene, zermalmende Wucht eines Naturvolkes.„
Mit einem Sieg eröffneten die Germanen ihre Weltbahn.
„Richtig scheinen die Kimbern erkannt zu haben, dass sie in dem menschen-und städtereichen Italien nicht finden würden, was sie brauchten und begehrten. Sie wandten sich deshalb gen Westen, überschritten den Rhein und gelangten nach Gallien, wo der ebenfalls umherirrende Bruder-und Nachbarstamm der Teutonen sich ihnen anschloss.
Kämpfend und wandernd gelangten sie bis Spanien und Belgien, um schließlich nach Italien zurückzufluten.
Wohl in Erwägung der Schwierigkeiten des Alpenüberganges teilten sich die Massen; die Kimbern zogen über die Ostalpen, die Teutonen den Seealpen zu. Der drohenden Gefahr gegenüber hatten die Römer alle Kraft zusammengenommen, und Gaius Marius zum Oberfeldherren ernannt, der erst die Teutonen bei Aqua Sertiae und dann die Kimbern bei Vercellae in furchtbaren Schlachten vernichtete. Die deutsche Gefahr ist beseitigt.
Hiermit war die erste germanische Sturzwelle zerschellt; doch hinter ihr wogte das Meer.
In breiteren und immer breiteren Scharen begannen die Bewohner des Waldes nach Süden und Südwesten zu drängen, um in gewiss schweren Kämpfen die dort noch ansässigen Kelten zu überwinden.“
Germaniens Aufschwung im Zeitraffer
- 12 – 7 v. u. Z Drusus und Tiberius erobern das deutsche Gebiet bis zur Elbe. Es entsteht die Römische Provinz „Germania“.
- 6. u. Z.: Römischer Angriff auf König Marbod, Gründer des deutschen Markomannestaates in Böhmen.
- 9 u. Z.: Der Cheruskerfürst Armin vernichtet den römischen Statthalter Quinctilius Varus. Kaiser Augustus legt die Reichsgrenze an den Rhein zurück.
- 100 u. Z. Römische Grenzwehr der Limes zwischen Mittelrhein und Oberdonau von Kaiser Domitian begonnen, unter Trajan vollendet. Das Dekumatland – Tacitus schreibt die „Germania“.
- 166-180 Die Markomannenkriege
- 200: Übergang der Deutschen zum Ackerbau. Bildung größerer Völkerverbände, Franken, Alemannen, Sachsen, u. a.
- 230: Die Germanen der Ostseegegenden kommen in stärkere Bewegung. Die Goten in Südrussland. Vordringen der Franken und Alemannen am Rhein, der Goten an der Donau.
Die Ursprünge der deutschen Völker knüpfte man an den trojanischen Krieg, an die Züge Uleranders des Großen und an besonders berühmte Taten der Alten Welt.
Der geschichtliche Lebenslauf der Germanen beginnt mit Kämpfen gegen das Römerreich. Auf die Jahrhunderte des Kampfes folgte ein Jahrtausend des willigen Lernens: Der Germanenstamm war der Neuling, das junge Volk, dass von der alten gereiften Kultur des Südens allmählich in sich aufnahm, was zu retten war. Der erste Schritt war überall die Annahme der christlichen Religion. Damit erkauften die blonden Eroberer den Eintritt in die neue Völkerfamilie. Allein aus diesem Grund, ist unser heimischer Götterglaube, ein Stück unserer Jugendgeschichte und sollte in unseren Herzen bewahrt werden.
