Ein buntes Völkersammelsurium: Römer, Germanen, Angeln, Wikingerfürsten, die russische Geschichte und der Beginn der Ära Romanow

…, und unzählige Fragezeichen: Wie hängt das nur alles zusammen?

Wirft sie nun alle in einen Topf? Nein, selbstverständlich nicht. Und wer die ersten Zeitreisen mit mir unternommen hat, wird schnell erkennen, wie sich der Faden, gesponnen von Stämmen über Völkergruppen hin zu Familiendynastien, durch die Weltgeschichte zieht.

Die ersten kurzen Zeitreisen nach Byzanz, zu den Römern und zu den Alten Germanen, liegen bereits hinter uns. Es werden weitere folgen, zu den Wikingern, den Angelsachsen und auch ins fränkische Reich – wir hangeln uns von Epoche zu Epoche.

In meinem vorangegangenen Post, habe ich euch Haithabu, den mystischen Ort an der Heide Schleswig-Holsteins kurz vorgestellt. Vor drei Jahren besuchte ich ihn mit meiner Familie, und noch heute, spüre ich dieser unbeschreiblichen Atmosphäre an dem Ort nach.

Ich bin sicher, Haithabu ist ein guter Platz, an dem es gelingen kann, den alten Seelen nachzuspüren. Hier weht der Geist der heidnischen Himmelsbewohner und ihr Götterglaube.

Von Angeln, Sachsen, Holsten und Friesen

Die Geschichte der Germanen in Schleswig-Holstein und Europa, stützt sich auf Berichte des römischen Geschichtsschreibers Cornelius Tacitus in seiner „Germania“. Er bezeichnete die Bewohner Skandinaviens und im heutigen und ehemaligen deutschen Küstenraum als Nordgermanen. Manchmal erwähnte er auch einzelne Stämme.

Anfang des 1. Jahrhunderts kamen erneut germanische Stämme nach Schleswig-Holstein. Es waren Chauken, Friesen und Chatten. Ihnen folgten Jüten, Angeln, Sachsen und Holsten.

Von den Holsten erhielt Holstein seinen Namen.

Teile der Jüten, Angeln und Sachsen gingen nach England. Ein anderer Teil der Sachsen und die Ditmarsen besiedelten den Westen Holsteins, dem heutigen Dittmarschen. Die Friesen ließen sich an der Westküste und den vorgelagerten Inseln nieder. Angeln und eine weitere Gruppe wurden in Schleswig ansässig.

Barbarossa und Heinrich der Löwe betreten die historische Bühne

Um 500 u. Z. kamen Wikinger Dänen ins Land. Ihr Hauptsitz war in Südschweden und dem späteren Dänemark. Sie breiteten sich schnell über Schleswig aus, und gründeten das nordische Handelszentrum Haithabu, aus dem sich später die Stadt Schleswig entwickelte.

Langsam bildeten sich bei den Stämmen durch größeren Besitz und höherem Ansehen, ein gehobener Stand heraus. Es gab Herzöge, und die Dänen hatten bereits um 800 ihren eigenen König.

Im 7. und 8. Jahrhundert kamen slawische Stämme ins Küstengebiet des Reiches, auch nach Holstein. Es waren Obotriten, Wager-Wenden und Prolaten. In Holstein versuchten sie, die Germanen zu verdrängen. Es kam zu großen Auseinandersetzungen, die erst durch Friedrich I., Kaiser Barbarossa, beendet wurden. Barbarossa war zu dieser Zeit Herrscher eines riesigen Reiches, dass von Dänemark bis Mittelitalien, und von der Rhone bis nach Schlesien reichte.

Barbarossa konnte nicht überall sein, deshalb schickte er seinen Cousin Heinrich den Löwen in den Norden des Reiches und gab ihm „freie Hand“ für alle großen und schwierigen Aufgaben.

Bevor ich nun hier von Kapitel zu Kapitel eile, noch ein Wort zu Rurik, dem Wikingerfürsten und der damit verbundenen Geschichte Russlands: Vor nur wenigen Tagen habe ich dazu eine Diskussion mit einer lieben Freundin russischer Herkunft geführt: „Du weißt, die russische Geschichte, die du kennst, wurde nicht von Russen geschrieben“, waren ihre mahnenden Worte, die durchaus ihre Berechtigung haben. Vor allem ging es dabei um Rurik, eine umstrittene Figur in der Geschichte, aber eben auch begründet. „Russen hätten sich nie einem Wikingerfürsten unterworfen“, sprach sie weiter. Auch das mag im Ansatz stimmen. Nur musste sich niemand unterwerfen.

Um 800 hatten sich an der Fernstraße nach Byzanz, am Dnjepr, Waräger Wikinger aus Schweden niedergelassen. Ihr Stamm nannte sich auch Rus. Rurik, wird seit dieser Zeit als eine Art Legende geführt. Einer Überlieferung zufolge waren Rurik und seine Brüder, die die Waräger hereinführten, nicht die ersten, sondern eher die letzten auf finnisch-slawischem Boden.

Ebenfalls überliefert: Nicht aus eigener Initiative von Slawen her, sondern durch Fremde, von außen, ist der große slawische Staat begründet und hat seinen unslawischen Namen von seinen Eroberern erhalten.

Die alten Geschichten liefern echten Nervenkitzel

Nichts aus der Vergangenheit ist in Stein gemeißelt. Kein Historiker kann eine hundertprozentige Übereinstimmung liefern. Lediglich Schnipsel hat man uns hinterlassen, die wir über Jahrhunderte hinweg, im Begriff sind, zu einem großen Ganzen zusammenzufügen.

Ich denke, das ist ein Unterfangen, dass nie enden wird. Und das ist auch gut so. Denn darüber, bleiben uns all die wunderbaren Legenden und Geschichten erhalten, in denen dieses Fünkchen Wahrheit glüht.

Beginnend bei der Dynastie der Rurikiden, die um 800 ihre Anfänge nahm und 1593 endete, weiter über die frühen Anfänge der russischen Geschichte bis hin zum Jahr 1613, als aus einer anderen Linie der Rurikiden Fürst Michael Romanow mit 16 Jahren den Zarenthron bestieg, erfahren wir echten Nervenkitzel.

Also bleibt neugierig, und vor allem dabei!

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