
Drei Jahre ist es schon wieder her, als ich mit meiner Familie diesen magischen Ort besuchte.
Ein Ort, der uns kurzerhand in seinem Bann zog, und ein unbeschreibliches Gefühl, tief verankert, bewahrt die Erinnerung. Noch gestern äußerte ich den Wunsch, „wir müssen unbedingt, noch in diesem Jahr, zurück an diesen faszinierenden Ort.
Fest steht: Haithabu ist viel mehr als der Ort, an dem mit einer „Zeitmaschine“ ein Harald Blauzahn von Anno Tobak in ein modernes Museum bei Schleswig katapultiert wurde.
Für mich ist Haithabu eine faszinierende Präsentation der Vergangenheit, in der jede Menge gegenwärtiges Denken steckt.
Als wir am „Kai“ stehen, an dem ein Boot ruht, fühlen wir uns stückweit in eine andere Zeit versetzt. Von hier aus also, starteten die Nordmänner einst ihre Handelsreisen. Unser Blick schweift in die Ferne, über die Schlei, dem Ostseefjord, der einst die Wikinger in ihren Booten ins offene Meer trieb.
So muss es sich wohl zugetragen haben:
Dort, wo die See durch eine Halbinsel am Nordufer eingeschnürt, um gleich dahinter noch einen See zu bilden, liegt das Haithabuer Noor. Hier setzten einst Stan und Wilfrith ihren Anker – hier trafen sich Händler aus allen Himmelsrichtungen. Eine derartig große Stadt hatte Wilfrith noch nie gesehen. Die Berichte, die sie gehört hatten waren nicht übertrieben. Haithabu wurde von einer halbkreisförmigen Mauer eingeschlossen, die etwa so hoch war wie die in Starigrad. Allerdings lag Haithabu nicht auf einem Hügel.
Haithabu, der Ort an der Heide, und das bedeutendste Handelszentrum zwischen dem 8.und 11. Jahrhundert
Die, um 800 von germanischen Wikingern gegründete Siedlung, entwickelte sich zum bedeutendsten Handelszentrum Nordeuropas. Die Wikinger waren ausgezeichnete Handelsleute und zwischen Nord, Süd, Ost und West unterwegs. Hier wurden Waren aus aller Herren Länder umgeschlagen: Tuche, Schmuck und andere wertvolle Fertigprodukte gegen Bernstein, Wachs und Pelze aus den nordischen Ländern.
Die Fracht wurde über Land über 10 Kilometer zum Hafen an der Treene, einem Nebenfluss der Eider, geschleppt. Die Eider mündet in die Nordsee – der Weg zum Atlantik war frei. Rund 1000 Einwohner zählte Haithabu seinerzeit, eine für damalige Verhältnisse beachtliche Zahl.
Neben dem Handel blühten Kunst, Handwerk und Gewerbe.
1066 überfielen herumziehende Wenden (Slawen) den Ort, zerstörten die Anlagen und brannten alles nieder. Haithabu musste vollständig aufgegeben werden. Eine andere Siedlung, nur drei Kilometer entfernt, übernahm Haithabus Erbe: Schleswig.
Und während ich diese Zeilen schreibe, wächst meine Sehnsucht mehr und mehr, an diesen geschichtsträchtigen Ort zurückzukehren.
