
Ich war 14 Jahre alt, als meine Eltern mit mir 1979 die Reise nach Ostpreußen antraten.
Ja, auf dem Foto, dass ihr seht, das bin ich – am Tannenbergdenkmal in der Nähe von Stebark Möglicherweise mag es dem einen oder anderen merkwürdig vorkommen: Aber meine Mutter reiste mit uns Kindern vor allem aus einem bestimmten Grund: um der deutschen Vergangenheit und ihrer Geschichte immer ganz nah zu sein. Und auch wenn ihr es nicht glaubt: Neben unserem regelmäßigen Ostseeurlaub – ihr wisst schon: am Strand liegen und sich in der Sonne aalen, bleiben diese „Zeitreisen“ unvergesslich.
Alles nur ein Hindenburg-Kult? Ein Mythos? Wer weiß das schon? Denn schließlich wird doch gelehrt, dass etwas, das für den deutschen Nationalstolz steht, nicht unbedingt ins Licht getragen werden sollte. Um die tatsächliche Geschichte dieses Denkmals, dass bis zu seiner Sprengung im Jahr 1945 in Grunwald stand, weiß kaum jemand etwas. Außer eben das, was in den Schulbüchern steht: Darin wird die Geschichte des Denkmals primär auf die Propaganda der Nationalsozialisten reduziert. So unter anderem die Erhebung des Tannenberg-Denkmals zum Reichsehrenmal.
Heute gibt es das Denkmal nicht mehr. Nach dem II. Weltkrieg wurde es vollständig geschleift. Tannenberg, ein Ort deutscher Geschichte, liegt in Polen und heißt Stebark. Hier gibt es eine Gedenkstätte, welche an die Schlacht von Grunwald im Jahre 1410 erinnert und an die, im Jahre 1914.
„Mit dunklem Rot in den blauen Sternenhimmel Ostpreußens hinein geschnitten, im Frühjahr und im Herbst von den Winden gepeitscht, die über die Flache Kuppe von Sauden dahinjagen, im Winter vom Frost benagt und in die weißes Hülle des Schnees getaucht, ragt das Reichsehrenmal Tannenberg westlich von Hohenstein, an der Straße, die von hier nach Osterode führt, mit mächtigen Mauern und Türmen empor. Die Hunderte russischen Krieger, die in den Massengräbern nahe der Straße und dem Denkmal den ewigen Schlaf schlafen, sind stumme Zeugen des erbitterten Kampfes, der hier am 28. August 1914 entbrannt war.“
Dr. Erich Maschke
Universitätsprofessor (Jena)
Veröffentliche im Buch:
Tannenberg Deutsches Schicksal – Deutsche Aufgabe, 1939
Reden junge Menschen über Ostpreußen, machen sie sich verdächtig. „Warum kümmern sie sich nicht um die wirklich wichtigen Sachen im Leben?“
Aber was ist mit unserer Geschichte? Was ist mit der Kultur der Deutschen jenseits von Oder-Neiße? Wer sich mit der deutschen Geschichte beschäftigt, oder nur aufmerksam durch das Leben geht, wird an diesem Thema nicht vorbeikommen.
- Die erste Schlacht bei Tannenberg fand am 15. Juli 1410 statt. Dort kämpfte der Deutsche Orden gegen das Königreich Polen-Litauen. Der Deutsche Ritterorden wurde von den Polen überfallen und bei der Schlacht nahe Tannenberg von den Polen geschlagen.
- Vom 27. August bis 31. August 1914 kämpft das Deutsche Kaiserreich gegen das Kaiserreich Russland.
18. September 1927; Das Tannenbergdenkmal wird eingeweiht. Der Höhepunkt der Feier ist die Rede vom Reichspräsidenten, in welcher er die Kriegsschuld Deutschlands zurückweist. Die Inschrift der Rede Paul von Hindenburg wird auf einer Metalltafel am Tannbergdenkmal festgehalten.
Die da lautet:
„Die Anklage, dass Deutschland schuld sei an diesem Kriege, weisen wir, weist das deutsche Volk in allen seinen Schichten einmütig zurück! Nicht Neid, Haß oder Eroberungslust gaben uns die Waffen in die Hand. Der Krieg war uns vielmehr das äußerste, mit dem schwersten Opfer verbundene Mittel der Selbstbehauptung einer Welt von Feinden gegenüber. Reinen Herzens sind wir zur Verteidigung des Vaterlandes ausgezogen und mit reinen Händen hat das deutsche Heer das Schwert geführt. Deutschland ist jederzeit bereit, dies vor unparteilichen Richtern nachzuweisen. In den zahllosen Gräbern, welche Zeichen deutschen Heldentums sind, ruhen ohne Unterschied Männer aller Parteifärbungen. Sie waren damals einig in der Liebe und in der Treue zum gemeinsamen Vaterlande. Darum möge an diesem Erinnerungsmale stets innerer Hader zerschellen; es sei eine Stätte, an der sich alle die Hand reichen, welche die Liebe zum Vaterlande beseelt und denen die deutsche Ehre über alles geht!“

1.März 1933 Der Tag von Potsdam; in der Garnisonskirche besuchen Hindenburg und Adolf Hitler gemeinsam einen Gottesdienst. Den schleichende Aufbau der nationalsozialistischen Diktatur konnte Hindenburg wohl nicht mehr erkennen und auch nicht verhindern
27. August 1933; im Tannenbergdenkmal findet eine Feier anlässlich des 19-jährigen Jubiläums der Schlacht von Tannenberg statt. Diese Feier wird zur Huldigungsfeier für Hindenburg.
Wir sollten uns wieder mehr und mehr darüber bewusstwerden:
Es gab auch eine Zeit vor 1933. Das Deutsche Reich bestand nicht 12 Jahre, sondern 1200 Jahre. Doch dazu in einem anderen Beitrag mehr.
Dann gehen wir zurück in die Zeit, als 1870/71 die Franzosen in Deutschland einfielen und noch weiter, bis zu dem Zeitpunkt, als der französische König Ludwig XIV (1638-1715) sich drei Raubkriege gegen Spanien, die Niederlande und auch gegen Deutschland gestattete. Über viele Jahrhunderte hinweg wurde deutsche Geschichte geschrieben. Doch die wenigsten kennen sie.