
Lange habe ich gezögert, und ich zögere immer noch.
Mir liegen unzählige Berichte, Dokumente und Aufzeichnungen vor. Manche nehme ich zur Hand, und dann lege ich sie wieder weg. Dann schaue ich mit verstohlenem Blick auf das Geschriebene, auf die Erlebnisberichte. Es fällt schwer, zu glauben, dass es sich so zugetragen haben soll. Und doch ist es die Wahrheit, und nichts als die Wahrheit.
Ich möchte an dieser Stelle nicht explizit das Leiden der Menschen aufgreifen, vielmehr möchte ich den Ursachen forschen.
Unabhängig davon, müssen wir uns auch zu gegebener Zeit den Tatschen und den niederschmetternden Berichten widmen, um das Ausmaß einer menschlichen Tragödie greifbar zu machen.
Man muss es in dieser Deutlichkeit sagen: Das Schicksal der Ostdeutschen, die damals in die Hände von Russen und Polen fielen, gehört in der Regel mit zum Erschütterndsten, was uns deutsche Geschichte über deutsche Menschen erzählt.
Pommern, Ost- und Westpreußen, Schlesien: Was in den letzten Tagen und Wochen des Zweiten Weltkrieges und in den darauffolgenden Monaten unter russischer und polnischer Herrschaft geschah, übertraf an Grausamkeit alles bis dahin erfahrene Leid, das Menschen anderen Menschen antun können. Die Sieger übten Rache und Vergeltung.
Doch während die Untaten der Deutschen in der Öffentlichkeit und in der Geschichtsschreibung einen breiten Raum einnehmen, werden die der Siegermächte zumeist verschwiegen und sogar geleugnet.
Ja, sie schauen nicht in Bücher, sie widersprechen den Personen, die in dieser Zeit gelebt und davon wahrheitsgemäß berichten, lesen nicht die tausenden Dokumente, die von den Vertriebenen niedergeschrieben wurden. Gierig nehmen sie das auf, was die heutigen Medien (falsch) darüber berichten und erwarten, dass alle genau so denken wie sie! Mit ihrem Unwissen fordern sie sogar die Wissenden auf, nicht über die wahren Geschehnisse weiter zu sprechen, wagen sich sogar ihnen den Mund zu verbieten.

Noch heute wird den Deutschen von den Siegern vorgeschrieben, wonach sie in Deutschland forschen dürfen und wonach nicht. Und Deutschland zahlt seit 1990 wieder Schulden (Reparationsleistungen) aus dem Ersten Weltkrieg an ihre „Freunde“ (Frankreich und England).
Was Hass, Hetze und Propaganda anrichten – wer war Ilja Ehrenburg?
Die Opfer waren nicht die Schuldigen von gestern, sondern wehrlose Frauen, Kinder und Greise. Jeder Deutsche war in den Augen der Sieger schuldig, ja sogar Widerstandskämpfer mit eindeutiger Haltung gegen den Nationalsozialismus wurden beim Einmarsch der Roten Armee von sowjetischen Soldaten erschossen.
Stalins Mordhetzer Ilja Ehrenburg, Schriftsteller und Journalist, zählte zu den populärsten Figuren der sowjetischen Kriegspresse. Der von fanatischem Hass auf alles Deutsche geprägte Bolschewist stammte aus jüdischem Hause. Er wurde als Sohn einer vermögenden jüdischen Familie in Kiew geboren. 1909 floh er nach Paris, kehrte 1918 ins bolschewistische Russland zurück.
Das Schicksal eines Menschen gleicht für Ehrenburg einem Lottospiel. Er erlebte den physischen und geistigen Tod seiner Freunde in den Säuberungswellen von 1938. Ihm aber gestattete Stalin, wieder nach Paris zu gehen.

Spieler Ehrenburg durchstand das russische Roulette als Rubelmillionär und dreifacher Stalinpreisträger.
Bei Spiegel & Co findet Ilja Ehrenburg als „außergewöhnlicher Schriftsteller und „Großer“ der Sowjetliteratur Erwähnung. Und weiter: nur „Neonazis“ rücken ihn in das falsche Licht. An dieser Stelle lässt sich ein Würgereiz wohl kaum noch unterbinden.
Sein bekanntestes und folgenschwerstes Werk war der millionenfach verbreitete Aufruf: Töte“!
Und in der sowjetischen Soldatenzeitung „Krasnaj Swesdna“ vom 22. Oktober 1944 notierte der Stalin –Propagandist: „Es genügt nicht, die Deutschen nach Westen zu treiben. Die Deutschen müssen ins Grab gejagt werden. Gewiss ist ein geschlagener Fritz besser als ein unverschämter. Von allen Fritzen aber sind die toten am besten.“

Nun sind wir angekommen, im 21. Jahrhundert. Doch spüren nur die Wenigsten, was eine solche Propaganda, ausgelöst von einer Person, für Auswirkungen mit sich bringen kann.
Mit allen verfügbaren Mitteln, wird man auch in Zukunft, genau solchen Personen den Rücken stärken, um ein Ziel zu erreichen. Und daran hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert.