Ein weiterer geschichtlicher Rückblick: Das Ende der alten Ordnung

Kaum eine Zeit in der Weltgeschichte entwickelte eine ähnliche Dynamik wie die folgenden Jahrhunderte. Es entstand das große Germanenreich. Unter Karl dem Großen (748-814) erstreckte es sich vom Ebro bis östlich der Elbe, von der Nordsee bis Süditalien. Es war die Keimzelle des heutigen Europa.

Nach der Teilung des Riesenreiches für seine drei Enkelkinder entstand das
Römische Reich Deutscher Nation, das fast 1000 Jahre bestand und erst von
Napoleon in kleine Gebiete zerstückelt wurde.

1806 löste Frankreich das Römische Reich Deutscher Nation auf. Napoleons Truppen brachten über Deutschland Not und
Elend, zerstörten die Städte, verwüsteten Dörfer und Felder, stahlen den Bauern
das Vieh. Die eroberten Gebiete formt Napoleon zu kleinen Staatsgebilden und
zersplitterte das Land.

Napoleons Größenwahn brachte die vollkommene
Zersplitterung des Deutschen Reiches

Deutschland musste die Hälfte seiner Staatsgebiete unter französische Herrschaft stellen, alles Land westlich der Elbe abtreten. Große Unterstützung bekamen die
Franzosen von Polen.

Von den Eroberungen und den verheerenden Zerstörungen,
die Frankreich unter Napoleon über Deutschland brachte, den grausamen Vorgehen
der französischen Truppen in den Städten und Dörfern berichten die niedergeschriebenen
Berichte in den Stadt-Archiven und Geschichtsbüchern. Napoleons Größenwahn
brachte die vollkommene Zersplitterung des Deutschen Reiches.

Was zuvor geschah:

1792 – nachdem die Revolution in ihrer
Heimat die alte Ordnung mit Mord hinweggefegt hatte, fielen die Franzosen plündernd und mordend ins Deutsche Reich ein, besetzten die Gebiete um Mainz, Köln und
Aachen. So wurden die Deutschen wie schon Jahrzehnte vorher von den Franzosen
überfallen. Goethe nahm in der Gefolgschaft des Herzogs von Weimar an dem
Verteidigungsfeldzug teil, die Verbündeten wurden von Frankreich geschlagen. Die
Franzosen drangen danach über den Rhein in Deutschland ein, verwüsteten die Städte
(allein Köln war von 1794-1813 von den Franzosen besetzt und musste an die
Okkupanten Kriegssteuer zahlen). Franzosen vertrieben die Deutschen aus ihren
Heimatorten. Viele von ihnen kamen ohne Hab und Gut auch nach Weimar.

Goethe beschreibt in seinem Werk „Herman und
Dorothea“ die Not der Vertriebenen und im besonderen das Schicksal eines jungen
Mädchens.

Die Französische Revolution fand anfangs in Europa
begeisterten Widerhall, auch bei Goethe. Später verurteilte er sie hart,
Schiller schrieb: „Mich ekelt vor diesen elenden Henkersknechten“.

Wie sich die Bilder gleichen!

Die Franzosen führten zwar die schönen Worte „Freiheit,
Gleichheit, Brüderlichkeit“ im Munde, aber dies galt nur für die Gesinnungsgenossen,
für die anderen das Gefängnis oder der Tod da. (Wie später bei der
Oktoberrevolution und beim Einmarsch der Bolschewisten in Deutschland 1945 und der
kommunistischen Regierung in Mitteldeutschland von 1945-1989). Wie sich die
Bilder gleichen!

Erst die Befreiungskriege 1813-1815 beendeten Napoleons
Schreckensherrschaft in Deutschland. Deutsche und britische Armeen schlugen
1815 die französischen Truppen bei Waterloo und bereiteten Napoleon die endgültige Niederlage. Zurück blieb ein in kleine Staaten aufgeteiltes und vollkommen
verwüstetes deutsches Land.

 

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