
Wie versprochen, setzen wir nun unsere Zeitreise fort, und blicken auf das Jahr 1765 zurück, als in Polen Bürgerkrieg ähnliche Zustände ausbrachen. Zu diesem Zeitpunkt baten die polnischen Herzöge Friedrich den Großen, dass er ihnen seinen Bruder -Prinz Heinrich- zum König gebe. (König August III. war im Oktober 1763, sein Sohn zwei Monate später gestorben). Aber Friedrich wusste, dass dieser Schritt schwere Folgen haben könne, denn in Russland regierte nicht mehr Peter III., sondern seine Frau Katharina, die bereits über Polen Macht ausübte. Und sie hatte einen polnischen Grafen für die Krone Polens ausersehen.
Aber unter seiner Herrschaft hielten die Aufstände im Land an, da rückten russische Truppen in Polen ein.
- Im Herbst 1772 holten sich die Österreicher das von den Polen angeeignete Land zurück und drangen darüber hinaus weit ins Land hinein.
- Friedrich bekommt, dass von dem Deutschen Orden und deutschen Siedlern urbar gemachte und mit Städten und Dörfern bebaute und 1466 von den Polen vereinnahmte Land zurück.
- Galizien geht an Österreich, Weißrussland an Russland – Stand nach der Ersten Teilung Polens.
- Es kam noch zu einer zweiten und dritten Teilung Polens 1795 – die zuständigen polnischen Adligen unterschreiben den Teilungsvertrag und am 1.1.1795 verschwand Polen von der Landkarte.
- Von dem Territorium übernahmen Russland 80 Prozent, Österreich 12 Prozent und Deutschland (Preußen) 8 Prozent.
Nach der Rückkehr der deutschen Gebiete zu Preußen bildeten die Provinzen Ostpreußen, Westpreußen und Brandenburg das Königreich Preußen, dazu gehörte auch die Provinz Posen, wo im 13. Jahrhundert deutsche Siedler Dörfer und Städte anlegten. Schon bei der Übernahme 1773 wurden von Friedrich dem Großen Sofortmaßnahmen eingeleitet, um die vollkommen verwüsteten Städte und Dörfer wiederaufzubauen.
- Zugleich wurden neue Städte und Dörfer gegründet.
- Die Schulpflicht wurde eingeführt.
- Der Bromberger Kanal, der die Oder mit der Weichsel verbindet, war ein Wunderwerk der damaligen Zeit.
- Die Leibeigenschaft bei den Kaschuben wurde aufgehoben. Bei den Deutschen gab es sie nicht mehr. (Kaschuben waren eine kleine slawische Minderheit, die, wie Sorben in der Lausitz, innerhalb deutscher Gebiete lebten. (Der Schriftsteller Günter Grass kommt aus dieser Minderheit).
Als aus Fischerdörfern Seebäder wurden, große Bauwerke entstanden und überall der Fortschritt einzog…
Nach dem Tod Friedrich führte König Wilhelm II. den Ausbau des Landes fort und erreichte im 19. Jahrhundert einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Bauwerke und Kunststätten, Kirchen, Schlösser, Theater, Wohn-und Geschäftshäuser erinnern heute noch an dem deutschen Erbauer.

(Foto von einer Ansichtskarte Bromberg)
Aus Fischerdörfern entstanden Seebäder, die bekannte Schichau Werft, Druckereien, Speichergebäude, Industriebetriebe, Bahnanlagen, die Thorner Eisenbahnbrücke und die Stadtbrücke. Auch die anderen Brücken in Fordon, Graudenz und Danzig stellen großartige technische Leistungen dar – alles von Deutschen geschaffen. Auch in der Landwirtschaft wurde Großartiges erreicht, Güter und Höfe angelegt. Agrarprodukte, vor allen Dingen Getreide, ausgeführt.
Das Land stand wirtschaftlich in höchster Blüte – 1919 bekamen es die Polen.
Im nächsten Beitrag blicken wir zurück auf Schlesien, eine rein deutsche Provinz, und Hauptteil der Germanen, die Silinger (von ihnen stammt der Name Schlesien).