Aus dem Reich der Sagen und Legenden – eine Geschichte zum Sonntag

Einer der eifrigsten und gebildetsten Männer an dem Hofe Karls des Großen war Alcuin. Als Karl einmal bekümmert ausrief: „Hätte ich doch nur 12 so gelehrte Männer, wie Hieronymus und Augustin es gewesen sind!“ sagte Alcuin: „Großer König, das dünkt mir nicht bescheiden zu sein. Bisher hat der Schöpfer des Himmels und der Erden nur zwei solcher Männer hervorgebracht, und du willst gleich zwölf davon haben!“

Nach der Sage ist Alcuin auf folgende Weisen an den Hof von Karls des Großen gekommen:

Einst landete an der fränkischen Küste ein Schiff mit vier Männern, die das Aussehen von Kaufleuten hatten, und zu denen deshalb die Einwohner kamen und fragten, was für Waren sie hätten. Die Fremden waren Angelsachsen und antworteten: „Wir bieten Weisheit feil!“ Das schien den Leuten lächerlich, sie gingen enttäuscht fort und machten sich über die vermeintlichen Händler lustig. Endlich langte das Gerücht von merkwürdigen Kaufleuten, die die Weisheit feilboten, bis zu Karl dem Großen. Er ließ die Angelsachsen sofort holen und fasste eine besondere Zuneigung zu Alcuin, den er fortan an seinem Hofe hielt.

Alcuin war Gelehrter und wichtigster Berater Karls des Großen in den 780er und 790er Jahren.

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