Ein Klara Fall-Ausflugstipp – Streifzüge um den Berg der Hexen und „gruselige“ Momente zwischen Teufelsmauer und Himmelreich

Für die nächste Woche habe ich mir fest vorgenommen, die schönsten Plätze unseres Bergwaldes (Harz), ein geologisches Kleinod unter den Gebirgen, zu erobern. Ich „drohe“ schon jetzt einen Schwung von Bildern und Geschichten an, die jedoch nur einen Teil dieser wundervollen Region darzustellen vermögen. Unser Bergwald ist so reich an natürlichen Schätzen, dass es nahezu unmöglich ist, alles aufzuspüren und zu vermitteln.

Unsere Urahnen gruselte es vor den dunklen Harzwäldern; nur die Bergleute fürchteten sich nicht vor Teufelsspuk und Hexensabbat und gründeten die ersten Siedlungen. Dagegen war das weite Vorland ein geradezu himmlisches Gefilde, und so entstanden am Harzrand schon früh wohlhabende Städte. Doch der Harz ist so viel mehr!

Lange Rede, kurzer Sinn! Auf einer (möglichen) ersten Station macht sich ein Gefühl breit: Vom Kyffhäusergebirge aus, gewinnt ihr einen fabelhaften Eindruck zum mächtigen Nachbarn Harz bis hin zum Thüringer Wald.

Vom „Haus auf der Kuppe“ über Kultstätten der Germanen, hinein in ein urwüchsiges Stück Natur.

Je nachdem, was euer Zeitfenster hergibt, empfehle ich euch einen Ausflug:

  • Zur Reichsburg Kyffhausen und zum Kyffhäuserdenkmal- Denn von dort bietet sich nicht nur ein beeindruckender Blick über die Landschaft vom Harz bis zum Thüringer Wald, hier steht auch eines der bedeutendsten Denkmäler Deutschlands. Das Denkmal wurde zu Ehren Kaiser Wilhelms I. und zur Reichseinigung im Jahre 1871 gebaut.

In alten Urkunden wird die höchste Erhebung des Gebirges Wotansberg genannt, weil es hier anscheinend Kultstätten gab, die dem germanischen Gott Wotan geweiht waren.

  • In eine völlig andere, geheimnisvolle Welt taucht ihr ein, wenn ihr in der Barbarossahöhle ein kleines Stück in das Innere der Erde vordringt. Ungefähr 40 Höhlen sind im Kyffhäuser bekannt. Die größte und schönste ist ohne Zweifel die Barbarossahöhle.

Weiter geht’s – dorthin, wo die Hexen tanzten, sangen und zauberten

  • Wenn nicht gerade dichte Wolken die Naturschönheiten des Hochharzes verhüllen, genießt ihr einen atemberaubenden Blick vom Brocken, der einst schon Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine begeisterte. Doch Obacht! Eine Brockenwanderung ist kein einfacher Spaziergang. Der kahle Gipfel hat das Klima eines Zweitausenders und die Höhenunterschiede sind beträchtlich. Die Hexen, die sich hier alljährlich in der Walpurgisnacht zu ihren „Gipfeltänzen“ treffen sollen, reiten auf Besen und Mistgabeln hinauf zum sagenumwobenen „Blocksberg“, wie der Brocken volkstümlich als Hexenberg genannt wird.
  • Aktuell steckt das Harzer Bergtheater am Hexentanzplatz im Umbau.

Inmitten tiefer Wälder, entlang rauschender Wildbäche hin zum letzten noch lebenden Gipfelmoor Mitteleuropas und zur Wolfswarte

Ausflug zum Bruchberg: Das letzte noch lebende Gipfelmoor Mitteleuropas bedeckt den zweithöchsten Gipfel (927) Meter Niedersachsens. Auf dem Plateau des breiten Quarzrückens ist die seit dem Ende der jüngsten Eiszeit gewachsene Torfdecke 2-3 Meter dick. In den Hangmulden schwillt das pechschwarze, wie ein Schwamm mit Wasser getränkte Moor stellenweise auf 4 Meter Mächtigkeit an. Dort, wo die Torfschicht aufreißt, tritt die Wolfswarte zutage. Heute tummeln sich hier weniger die Wölfe, dafür aber einige Wildkatzen. Im Harz finden sie ideale Lebensbedingungen. So können die Großkatzen ihren Nachwuchs in den dichten Wäldern verstecken und auf den Wiesen auf Mäusejagd gehen.

  • Zur Wolfswarte führt ein Wanderweg ab Parkplatz „Steile Wand“an der Straße Torfhaus.
  • Und schließlich ist da noch die Teufelsmauer, die sich wie eine Befestigungsmauer mit Zinnen und Türmen am Rand des Harzes hinzieht. Der imposanteste Teil liegt zwischen Thale und Neinstedt.

Zu den wohl bekanntesten Orten im Harz gehören Blankenburg, Halberstadt, Thale, Goslar, Bad Harzburg, Quedlinburg und das zauberhafte Wernigerode.

Der Harz beherbergt die außergewöhnlichsten Naturschauplätze und führt uns auf sagenhafte Weise durch eine wundersame und geschichtsträchtige Welt. Es wird kaum gelingen, alle Orte zu bestimmen. Denn letztendlich ist es ein mächtiges Stück Natur, und diese lässt sich nicht bestimmen. Man muss dort gewesen sein!


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