Funkelnde Geschichten von Göttern und Helden, von Schöpfung und Zerstörung, von Tod und Wiedergeburt

Die Geschichte der Götter- und Heldensagen – so muss es sich wohl zugetragen haben

Vorweg: Die Sagaliteratur ist die am besten bekannte Gattung altnordischer Literatur: Die Geschichten über Könige und Heilige, über Wikinger, Skalden, Totschläger und Geächtete gehören zweifellos zu den großen Werken der Weltliteratur.

Und noch etwas: Besonders wichtig war in den heidnischen Glaubensvorstellungen der Wikingerzeit ebenso wie nach Auskunft der erhaltenen Mythengeschichten die sogenannte niedere Mythologie, die Welt der Riesen, Trolle, Zwerge und Alben. Kaum eine andere europäische Mythologie hat eine so große Auswahl bei Wesen der jenseitigen Welt wie die nordische.

Doch nun zurück, zu dem Vorhaben, mehr über die Geschichte zur Geschichte der Götter- und Heldensagen zu erfahren.

„In Deutschland lebten/leben die alten Heldenlieder weiter. Auch wenn der 572 verstorbene Langobardenkönig Alboin als letzter Held der Heldendichtung gilt.

Sagen, die auf den alten Heldenliedern beruhen, hatten uns ja Widukind von Corven und Aimoin im 10. Jahrhundert aufgezeichnet. Dort wird deutlich, dass besonders das Volk sich von ihnen unterhielt. Das Volk war es auch, welches das Wirksame und Abenteuerliche und Übertriebene der alten Mär betont und wohl auch vergröbert hat.

 Die misslungenen Versuche der Geistlichen, der alten Mär abzuschwören  

In der Literatur herrschten vor allem Geistliche, mit der Absicht, die Bildung, den Geschmack und die Dichtung des Volkes mit christlichem Geist zu erfüllen und zu durchdringen.

So mühten sie sich in immer neuen Versuchen, eine geistliche, gelehrte und vor allem unterhaltende Dichtung zu pflegen.

Dabei blieb es allerdings auch. Denn keiner dieser Versuche war von Erfolg gekrönt oder hatte Bestand – beginnend vom 9. Jahrhundert bis tief in das 11. Jahrhundert hinein. Weder eine Literatur, noch eine Überlieferung brachten sie auf den Weg. Lediglich eine Fülle der verschiedensten und isoliert bleibenden literarischen Bemühungen ging daraus hervor.

Der zweifelhafte Auftritt der Spielleute

Doch ließ man nichts unversucht. Schon bald erschienen neben den Geistlichen als Pfleger der Literatur die Spielleute. Sie waren nicht etwa die Nachfahren der germanischen Sänger, sondern die Erben der römischen Mime und Gaukler, eine Hinterlassenschaft der Alten Welt an das Mittelalter von zweifelhaftem Wert.

Es war eine bunt und üppig durcheinander gewürfelte Gesellschaft, die gerne in Massen auftraten und wohl auch einen Tross von Frauen mit sich führten.

Schauspieler, Seiltänzer, Akrobaten und Musiker, Kundschafter und wandernde Zeitungen, Sänger und Erzähler – allen wurden eine Aufgabe zuteil: Das Volk auf den Gassen zu unterhalten und es zum Jubel hinzureißen. Doch vor allem erfahren sie den Ruhm dessen, der ihnen Brot, Geld und Geschenke gab. Nicht zuletzt machten sie sich durch ihre Verwegenheit unentbehrlich. Dabei blieben sie selbst auf die Gunst der Mächtigen und Reichen angewiesen. Um den hohen geistlichen Herren und ihren Mönchen zu gefallen, trugen sie gefügig und gewandt lateinische Schwänke und Lieder in den Formen der geistlichen Dichtung vor. Zugleich suchten sie durch derbe Späße und unterhaltsame Geschichten, die einstigen Poeten aus der Gunst des Volkes zu verdrängen.

Unter dem groben Tun der Spielleute und mit dem Geld der Mächtigen veränderte sich die Darstellung der deutschen Heldengedichte.

So ist es kein Zufall, das zwei der Heldengedichte  (aus dem 10. und aus dem Anfang des 12. Jahrhunderts) unterschiedlich daherkommen. So enthält Walharius manu fortis (Walter Starkhund) einen Geistlichen, während das andere, der König Rother einen Spielmann zum Dichter hat.

Bewahren wir uns den Nachklang der ursprünglichen Heldendichtung. Die klassische Zeit des germanischen Heldenliedes, ist die Zeit der Völkerwanderung.

Eine geheimnisvolle Ehrfurcht durchschauert unsere Seelen

Wenn wir heute durch alte Eichenhaine wandeln, und aufmerksam hineinlauschen, dann hören wir immer noch den Nachhall tiefsinniger Zaubersprüche und die Stimmen der Vorzeit. Hier liegen unsere Wegweiser.

Infotafel:

„Widukind von Corven, geb. 925 oder 933/35;  gest. 3. Februar nach 973 in Corvey, war ein bedeutender sächsischer Geschichtsschreiber. Er ist der Verfasser der „Res gestae Saxonicae“, einer „Sachsengeschichte“, die eine der wichtigsten und meistdiskutierten Quellen zur Ottonenzeit ist.“

Quellen:

Heldensage und Heldendichtung im Germanischen Heinrich Beck (2012)

Heldensagen aus Götter- und Heldensagen des Lechner Publishing Ltd. Limassol 1998


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