Görlitz, meine wunderschöne Heimat – die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften, ein Ort voller Magie

Heute, vor einem Jahr, haben wir diesen stimmungsvollen Ort, dessen Räume mit einer außergewöhnlichen Atmosphäre aufwarten, besucht.

Der Weg führt durch ein prächtiges Portal über zwei Höfe, hin zu den Innenräumen und Eindrücken, die stückweit unsere Sprache verschlagen oder kurz den Atem haben anhalten lassen.

Nur wenige Minuten, und man kann sich dem Bann dieses Ortes nicht mehr entziehen.

Zwischen Dresden und Breslau ist die Bibliothek einzigartig. Das älteste handschriftliche Exemplar stammt aus dem 11. Jahrhundert, die ältesten Drucke gehen auf das Jahr 1475 zurück.

Hier wurden schon Filmszenen zum „Zauberlehrling“ gedreht, und bis 1865 hatte hier die Görlitzer Freimaurerloge „Zur gekrönten Schlange“ einen Sitz.

Im Zauber des Wissens längst vergangener Zeiten

Wen es in das Barockhaus in der Neißestr.30 verschlägt, spürt die Magie längst vergangener Zeiten. Hier offeriert sich eine echte Schatzgrube, ein stimmungsvoller Büchersaal und Triumphbögen des Wissens, die wie Kulissen einen Saal gliedern. Zudem spürt man noch den Hauch einer kaiserlichen Atmosphäre.

Zunächst betreten wir im ersten Obergeschoss die Wohnung der Familie Ameiß und bekommen einen wundervollen Eindruck darüber, wie das Bürgertum Anfang des 18. Jahrhunderts gelebt hat. Die Größe der Räume ist beeindruckend – der Stuck verleiht ihnen einen edlen Charakter.

Es wirkt alles derart authentisch, dass ich mir die Frage stelle, ob denn gleich der Hausherr in die Mitte der Wohnung tritt und uns zur Mahlzeit einlädt. Auch an den wunderschönen Kachelöfen mag man verweilen, um sich sinnbildlich zu wärmen.

Überall lassen sich Gefäße aus Glas und Porzellan, Prunkwaffen, Grafiken, textile Kunstwerke und Kunstschmiedearbeiten bewundern.

Wir gehen eine Etage höher.

„Hier ist es so ein bisschen wie bei Harry Potter“ säuselt ein junger Mann aus dem gegenüberliegenden Raum

Oben angekommen, stelle ich mich in die Mitte, vor den ersten Torbogen. Die Reihen wirken wie Kulissen in einem Theater – der Raum erscheint unendlich tief.

Es ist der wohl berühmteste Blick in die Büchersammlung – auf fünf riesige Regale, die mit mehr als 20.000 Büchern gefüllt sind. Hier lagern echte Perlen, Bücher von unschätzbarem Wert – jahrhundertealtes Wissen.

Zudem beherbergen weitere Räume eine alchemistische und physikalische Werkstatt sowie eine Ausstellung des alten Roms und Ägyptens.

Am Ende schreiten wir durch einen schwarzen Raum, der lange Zeit von der Görlitzer Freimaurerloge „Zur gekrönten Schlange“ genutzt wurde.  

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Den kulturgeschichtlichen Wert dieser Bibliothek kann man nicht in Kürze wiedergeben. Wenn ihr noch mehr zur Geschichte dieser wundervollen Bibliothek erfahren möchtet, dann „beamt“ euch auf die entsprechenden Wissensportale.

 Infotafel

  • Das Haus an der Ecke Weberstraße wurde 1727-1729 für den Leinwand-Damastgroßhändler Christian Ameiß als Wohn- und Handelshaus errichtet. Es ist der bedeutendste Barockbau der Stadt Görlitz.
  • Die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften hatte von 1804 bis 1945 ihren Sitz in dem Gebäude
  • 1726 stiftete der Jurist Milich seine private Büchersammlung der Stadt Görlitz und legte damit den Grundstein für die riesige Sammlung. Später erweiterte man die Sammlung mit Schriften aus alten Klosterbibliotheken und weiteren Stiftungen vermögender Bürger der Stadt.
  • 1951 führte man diese Sammlung mit der Sammlung der 1770 gegründete Oberlausitzischen Gesellschaft zusammen.
  • Zu den wichtigsten Bestandsgruppen der Bibliothek gehören:
    40.000 Medien zur Geschichte und Landeskunde der Oberlausitz, Niederschlesiens und Nordböhmens, Literatur zu Leben und Werk Jacob Böhmes, 33 Inkunabeln, 1.000 Flugschriften der Reformationszeit, 3.000 Karten und Atlanten, 7.000 Leichenpredigten, 3.000 Schulprogramme,
    eine Vielzahl wissenschaftlicher Nachlässe im Archiv sowie 6.000 Mikrofilme und 7.000 Plakate.

Quelle: Görlitzer Sammlungen Förderverein Museum &Bibliothek

Bilder: privat

und hier gibt es noch mehr aus Geschichten zu Görlitz:

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