Zwischen Lübeck und Schwerin – im Seenland des hohen Nordens: ein Klara Fall Ausflugstipp

Teil I

Ich mag diese Orte, wo urbane Weltoffenheit auf ländliche Abgeschiedenheit trifft. Vielleicht möchtet ihr mich begleiten? Im wald- uns seenreichen alten Herzogtum Lauenburg zwischen Elbe und Ostsee entdecken wir dann malerische Inselstädte und verträumte Waldseen, stolze Backsteinkirchen, reetgedeckte Bauernkaten und Gräber von Märtyrern und Narren.

Paradox: Die innerdeutsche Grenze zerschnitt bis zur Wiedervereinigung nicht nur den großen See dieser Region – den Schaalsee, sondern auch die umgebende Landschaft und verdammte die Einwohner der Dörfer und Städte am östlichen Ufer zu jahrzehntelanger Isolation.

Im Niemandsland zwischen West und Ost konnte sich freilich die Natur ungestört entwickeln.

Ein Refugium für Mensch und Natur

Rechts und links des Elbe-Lübeck-Kanals, einer einstmals wichtigen Schifffahrtsstraße, liegen traditionsreiche Städtchen in wunderschöner Umgebung. Interessante, geschichtsträchtige Plätze warten nur darauf, von euch entdeckt zu werden.

Zu den Städten Mecklenburgs: hätten ihr es gewusst? Eine Ansiedlung gab es in Ratzeburg schon um das Jahr 1000. Um die Mitte des 12. Jahrhunderts hatte Heinrich d. Löwe den Grundstein für die Stadt und den Dom gelegt. Der Bau des Domes wurde bereits 1220 beendet und gehört zu den Hauptwerken der Backsteinromantik.

Doch zunächst besuchen wir Mölln

Die Stadt wurde an einem sehr günstigen Standort an der alten Salzstraße Lüneburg-Lübeck gegründet. Von 1359 – 1683 gehörte Mölln zu Lübeck. Der Wohlstand der damaligen Zeit zeigt sich heute noch an den Gebäuden am Marktplatz; das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert, die Bürgerhäuser aus dem 16. Und 17. Jahrhundert und die Nikolaikirche aus dem 13. Jahrhundert.

Außen an der Kirche steht die Grabplatte des Volksnarren Till Eulenspiegel, der hier 1350 starb. Geboren wurde er in Kneitlingen bei Braunschweig. Eine Bronzefigur des Till Eulenspiegel ist auf dem Marktbrunnen.

Nördlich von Mölln liegt der Elbe-Lübeck Kanal.

Wir ziehen weiter – zum Rastplatz an der alten Handelsstraße Lübeck – Kiew

Etwa 50 Kilometer weiter nördlich, entlang des Ratzeburger Sees liegt Grevesmühlen, eine wunderschöne Kleinstadt mit drei kleinen Seen. Früher war der Ort ein Rastplatz an der alten Handelsstraße Lübeck-Kiew.

Grevesmühlen wurde um 1200 von deutschen Siedlern gegründet. Der Handel und die Handelsstraße brachte der Stadt den Wohlstand, wovon heute noch einige Bauten künden.

Fünf Kilometer östlich von Grevelsmühlen befindet sich das sogenannte Riesengrab aus dem 3. Jahrtausend u. Z. Es ist 50 Meter lang, 10 Meter breit und wird von 50 Riesen – Findlingen begrenzt. Wahrscheinlich hat dieses Gegend kultischen Zwecken gedient: Denn bei Everstdorf befinden sich weitere 10 Hünengräber aus der Jungsteinzeit. Am Parkplatz gibt es einen Übersichtsplan.

Ebenfalls sehenswert: Östlich von Grevesmühlen in Tressow stand das Schloss der Grafen v. Schulenburg – im Everstdorfer Forst.


Hinterlasse einen Kommentar