Seenland im hohen Norden Teil II: Gadebusch, der frühe Tod Theodor Körners und eine Kette reizvoller Naturoasen – ein Klara Fall Ausflugstipp

Wir bleiben auf der Strecke Lübeck – Schwerin und besuchen das Städtchen Gadebusch.

Hier kreuzten sich im Mittelalter die Straßen nach Lübeck, Wismar, Schwerin und Lüneburg.

Im Ort wurde im 16. Jahrhundert anstelle einer Burg ein Schloss errichtet. Das Rathaus aus dem 14. Jahrhundert mit Gerichtslaube aus dem 17. Jahrhundert gehörte einmal der

Kaufmannsgilde, dir durch den Handel und die Handelsstraße zu großem Wohlstand kamen.


Aber Gadebusch war auch zweimal Kriegsschauplatz: 1712 im Nordischen Krieg und 1813 in den Freiheitskriegen gegen Napoleon.

Nur sieben Kilometer von Gadebusch entfernt liegt Lützow. Das Schloss mit Englischem Garten umgeben, gehörte der Familie von Lützow.

Major Lützow hatte im März 1813 in Zobten in Schlesien ein Freikorps aufgestellt. Ihm gehörten bekannte Männer der damaligen Zeit an: Joseph von Eichendorff, Friedrich von Friesen, Friedrich Ludwig Jahn und der Dichter Theodor Körner.

Theodor Körner

Bei den Kämpfen nahe Gadebusch fand im August 1813 Theodor Körner mit nur 22 Jahren den Soldatentod. Im Wald von Rosenow. Bestattet wurde er im Dorf Wöbbelin. Das Grabmal schmücken symbolisch – Leier und Schwert. Mehrere Denkmäler erinnern an die Schlacht und an den Tod Theodor Körner. Am Ortsausgang von Lützow wurde 1850 ein fünf Meter hoher Granit-Obelisk aufgestellt. Weitere Gedenksteine mit dem Porträt und den Todesdaten des Dichters befinden sich am Rosenberg.

Theodor Körners Gedicht: „Lützows wilde, verwegene Jagd“ wurde von Carl Maria von Weber vertont.

In der Region des hohen Nordens lohnt es, zu verweilen. Besuchen wir doch malerische Inselstädte, verträumte Waldseen und streifen durch das Niemandsland.

In unserem ersten Teil zum „Seenland im hohen Norden“ widmen wir uns Mölln, Ratzeburg und Grevesmühlen – allesamt sehenswerte Städtchen.

Heute möchte ich euch zu den bewaldeten Hügeln, umgeben von dem tiefsten See Mecklenburgs, dem durch Inselchen und Buchten gegliederten Schalsee entführen. In der Abgeschiedenheit und Ruhe dieser herrlichen Landschaft konnten zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen überleben.

So absurd es klingt: Die innerdeutsche Grenze mit ihren Sperren, Minengürteln, Schussanlagen und dem unzugänglichen Hinterland bildeten eine Zone, in der sich die Natur besonders gut entfalten konnte. Am Schaalsee verlief die Grenze teils am Ufer entlang, teils in der Seemitte, sodass keinerlei Nutzungsmöglichkeiten bestanden. In dieser nur dünn besiedelten Gegend bewahrte der See eine hervorragende Wasserqualität. In den Mooren findet man nach wie vor Schönheiten wie Sonnentau und Wollgras, in den Feuchtgebieten wachsen ungestört außergewöhnliche Orchideenarten und die seltene Blumenbinse.

Die schönsten Orte der Umgebung seine an dieser Stelle nur kurz erwähnt. In einem weiteren Teil der Erzählungen zum hohen Norden erfahrt ihr mehr über diese Plätze.

  • Utecht beherbergt einen der schönsten Badeplätze.
  • In Schlagdorf thront eine wuchtige Dorfkirche.
  • Techin erinnert wie viele Orte rund um den Schaalsee an slawische Stämme, die sich im frühen Mittelalter hier niederließen.
  • In Einhaus hat das aus gotländischem Korallekalk gemeißelte Radkreuz, hoch über dem Ratzeburger See, sein Geheimnis immer noch nicht preisgegeben.
  • Wohl nirgendwo dichter bewaldet ist es auf einigen Abschnitten der Alten Salzstraße als südwestlich von Mölln.

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