Vom Monat Mai, von Blumen und Liebe, vom erhabenen Inbild der Frau und von dunklen Mächten

Der Monat Mai: nordisch „Eggtio“, angelsächsisch „Thrimilchi“ und altfränkisch „Wonnemond“ – was wissen wir über den Mai?

Was den meisten unter uns wohl so bekannt ist: Benannt wurde der Monat nach der römischen Pflanzengöttin Maia und dem Wettergott Maius, den Gebieter über Regen, Blitz und Donner.

Nach dem germanischen Ursprung bedeutet Mai „jung“. In der altdeutschen Sprache wurde zum Mai auch „Winnimonath“ gesagt, was so viel wie Weidemonat heißt: Das Vieh wurde dann auf die Wiesen getrieben. Später entstand daraus der „Wonnemonat“.

Doch ist er noch so viel mehr. Der Mai ist ein Liebes- und Blumenmonat, in dem sich die Frühlingsgefühle der Menschen, Tiere und Pflanzen auf dem Höhepunkt befinden.

Und noch etwas bewahrt dieser Monat: Er versinnbildlicht ein erhabenes Inbild der verehrungswürdigen Frau schlechthin. So bezieht sich auch das Liedgut – der Minnesang des Hochmittelalters – auf die verehrungswürdigen Frauen. Es ist eben der Monat Mai, der den Sänger zu höchster Lust und Liebe beflügelt. Man möchte annehmen, die Minnelieder hätten auch ihren Ursprung in alten Preisliedern auf eine heidnische Göttin, die im Frühling besonders verehrt wurde.

Das war noch zu Zeiten, als die Stellung der Frau eine Bessere war. Die meisten unter uns wissen nur allzu gut, welchen Wert die Frau im Namen Gottes und unter der Allmacht der Kirche erfahren hat. Abgesehen von der schleichenden Entrechtung: Erst durch die Einordnung der Hexe in das von der Kirche gepredigte Muster von schwarzem Zauber und Teufelspakt konnte sich der Hexenglaube im Volk zu einer breitangelegten Hexenverfolgung ausweiten, die über hundert Jahre lang in deutschen Landen umging.

Unter dem „heiligen Kreuz“, verlor die Frau mehr und mehr ihrer Rechte.

Unter Germanen jedoch, ist das Wort der Frau heilig!

Denn die Germanen glauben in den Frauen sei etwas Heiliges und Vorhersehendes. Deshalb verschmähen sie weder Ratschläge noch vernachlässigen sie ihre Antworten (aus Tacitus „Germania“)

Und noch eine kurze Info über die Erwähnung des ersten Maibaums:

Untrennbar mit der Walpurgisnacht verkettet ist der darauffolgende Tag, der erste Mai, der bis heute für Maiwanderungen, Maibäume und Liebesbräuche bekannt ist. Die erste Erwähnung eines Maibaums findet sich für das Jahr 1224 in Beschwerden des Mönches Caesarius von Heisterbach über das heidnische Treiben in Aachen.

(nachzulesen in seinem Dialogus miraculorum)

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Textquelle: Iwobrand, Urquellen germanischen Heidentums.

Fotos: Pixabay


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