Berichte und Dokumente – eine kritische Studie zur deutschen Geschichte

Wunderschöne und ereignisreiche Tage liegen hinter uns. Das ist nicht selbstverständlich. Doch sind diese „Auszeiten“ wichtig, besonders in Zeiten, in denen alles auseinander zu brechen droht.

Gestern schrieb eine liebe Freundin, „die Menschen sind leise geworden, dafür schreien andere („Fachkräfte“) um so lauter.

Ich antwortete darauf:

Es ist still, weil sie mehr und mehr die Tatsachen „fressen“ müssen, die sie immer noch leugnen, es wird still, weil viele schwer erkrankt sind oder plötzlich und unerwartet versterben, weil es auf dem Bankkonto mäßig bis düster ausschaut, weil die Schauspielerei zur heilen Welt nach außen keinen Bestand mehr hat, weil die Menschen nach und nach erfassen, dass sich das Rad weiterdreht, doch nicht mehr nur zu ihren Gunsten – weil sie (um)“denken“ müssen. Darum wird es still um das Volk, dass vor einer weiteren „Liquidation“ in seiner Geschichte steht.

Doch erinnern wir uns. Unsere Vorfahren haben viel Leid ertragen müssen. Man denke nur an die vielen Kriege und Intrigen, die über Jahrhunderte gegen unser Volk geführt wurden. Manipulation und Propaganda waren dabei stets wirksame Mittel, um den Menschen die Seele und ihre Wurzeln zu rauben.

Hanna Arendt schrieb einst: »Sofern es überhaupt ein ›Bewältigen‹ der Vergangenheit gibt, besteht es in dem Nacherzählen dessen, was sich ereignet hat; aber auch dies Nacherzählen, das Geschichte formt, löst keine Probleme und beschwichtigt kein Leiden, es bewältigt nichts endgültig, es hilft aber, ›die innere Wahrheit des Geschehens so transparent in die Erscheinung‹ zu bringen, daß man sagen kann: Ja, so ist es gewesen.«

Ja, sie schauen nicht in Bücher, sie widersprechen den Personen, die in dieser Zeit gelebt und davon wahrheitsgemäß berichten, lesen nicht die tausenden Dokumente, die von den Vertriebenen niedergeschrieben wurden. Gierige nehmen sie das auf, was die Medien (falsch) darüber berichten und erwarten, dass alle genauso denken wie sie! Mit ihrem Unwissen fordern sie sogar die Wissenden auf, nicht über die wahren Geschehnisse zu sprechen, wagen es sogar ihnen den Mund zu verbieten

Die Leidensgeschichte ist nicht nur ein Stück deutscher Geschichte, es ist ein Stück Menschheitsgeschichte – eine der wohl tragischsten überhaupt.

Auch wenn es mir nicht leichtfällt, dieses Thema zu behandeln, weiß ich, dass es falsch ist, die Augen darüber zu verschließen und das Schicksal und unseres deutschen Volkes ad acta zu legen. Unzählige Schriftstücke, Erlebnisberichte und Hilfeschreie bleiben bis heute einfach ungesehen, ungehört, verschlossen. Nur ein geringer Teil der Bevölkerung, meist sind es Betroffene und die Kinder und Enkelkinder dieser, ist es, welcher nach Aufklärung dürstet, um Gehör bittet und Gerechtigkeit einfordert. Manche haben bereits aufgegeben.

Zur Erinnerung:

  • Aufgrund der Potsdamer Beschlüsse begann ab 1946 eine systematische Vertreibung der verbliebenen deutschen Bevölkerung, die bis 1947/48 andauerte. Das Eigentum der geflüchteten und vertriebenen Deutschen wurde im Jahre 1946 durch zwei polnische Dekrete als „verlassenes bzw. herrenloses Gut“ entschädigungslos konfisziert.
  • Ab dem 1. Mai 2004 sind zehn mittel- und osteuropäische Staaten Neumitglieder der EU. Darunter befinden sich auch Länder, die sich in den Jahren 1945-1949 geschichtlich einzigartiger Vertreibungsverbrechen an Deutschen schuldig gemacht haben und den Opfern bis heute eine umfassende Wiedergutmachung verweigern.
  • Lastenausgleichgesetz (1952):
  • Ausdrücklich hielt das Gesetz aber fest, dass die Berechtigten mit der Annahme dieser Leistungen nicht ihre Ansprüche auf Rückgabe des zumeist im späteren Polen und Tschechien zurückgelassene Vermögen aufgeben.
  • Ostdeutsche Vertriebene erhielten statt einer individuellen Entschädigung eine einmalige Zuwendung nach dem Vertriebenenzuwendungsgesetz in Höhe von 4 000 DM. Das Vertriebenenzuwendungsgesetz wurde im September 1994 durch den Bundesgesetzgeber verabschiedet und trat rückwirkend zum 1. Januar 1994 in Kraft.

Verbunden mit diesem Gesetz wurde ein Stück des Heimatrechts aufgegeben, wobei die Gelder aus dem Lastenausgleich nur wenig zählen – es handelt sich lediglich um eine geringe Staatshilfe zur Eingliederung, um ein Entgelt für die entgangene Nutzung.

Das Ergebnis aus einer solchen Regelung: Zahlreiche Immobilien blieben in Polen bis heute ungenutzt, liegen brach, oder sind bereits vollständig zerfallen.

Text-Quelle: Zeitungsausschnitte

  • Bildzeitung
  • Sächsische Zeitung
  • Niederschriften und Erlebnisberichte Betroffener, die mir im Original vorliegen.

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