Schwerin war Residenzstadt der mecklenburgischen Fürsten und ist heute Hauptstadt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin wird zu Recht als Stadt der Seen und Wälder bezeichnet. Gleich zehn Seen breiten sich direkt vor den Toren der Stadt aus.

Der Schweriner See ist mit 21 Kilometer Länge an manchen Stellen mit fünf Kilometer Breite und bis zu 52 Meter Tiefe der größte See.
Ein Schloss wie aus einem Märchen
Die mecklenburgischen Landesfürsten versahen ihre Residenz mit eindrucksvollen Bauten. Von denen das Schloss weit über die Grenzen hinaus bekannt ist. Die einstige Grenzburg Heinrich des Löwen auf einer Insel im Schweriner See wurde Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Schloss umgebaut. Erst im 19. Jahrhundert erhielt es sein heutiges Aussehen. Wegen der vielen Türme und Türmchen nennt man es auch Märchenschloss. Die Schlosskapelle stammt noch aus dem 16. Jahrhundert. Am alten Garten stehen das Staatstheater und das staatliche Museum mit einer breiten Freitreppe und nicht weit entfernt der Marstall, ein fast schlossartiges Gebäude. Umgeben wird das Schloss vom Burggarten, einem Englischen Gartenbau mit einigen seltenen Baumarten, zum Beispiel einem Ginkgobaum mit kirschähnlichen Früchten. Seine Heimat ist China. In Mitteleuropa ist er nur ein Parkbaum.
Vom Burggarten führt eine Brücke hinüber zum barocken Schlossgarten mit Kreuzkanal und Arkaden. Er wurde Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt. Auf der Schlossterrasse steht eine Büste Heinrich Schliemanns. Er wurde 1822 in Neubuckow geboren und erfüllte sich den Traum von Troja. Der Schatz von Troja war im Berliner Museum. Heute liegt er im Moskauer Puschkin Museum. Die Rote Armee hat ihn 1945 mitgenommen.
Kein Schloss ohne Geist – eine alte Schranktür, ein kleines Männchen und allerlei Spukgeschichten
In alten Schlössern spuken die Geister am liebsten. Auch im Schweriner Schloss gibt es eine Spukgestalt. Das Museum im Schloss bewahrt eine alte Schranktür auf, die ein kleines Männchen zeigt. Der Gnom trägt die Kleidung des 17. Jahrhunderts, einen hohen Hut mit Federbusch, eine weitausladende Halskrause, ein strammes Wams, Pluderhosen und große Schaftstiefel. Von diesem Schlossgeist erzählen viele Geschichten mal; mal springt er als Narr durch das Gemäuer, mal warnt er Menschen vor Katastrophen, mal hilft er unschuldig in Not geratenen Schlossbewohnern und Besuchern. Vielleicht begegnet ihr ihm bei einem Besuch?
Mit dem „Petermännchen“ über den Pfaffenteich
Im Zentrum von Schwerin liegt der Pfaffenteich, den die Schweriner Binnenalster nennen. Auf dem Pfaffenteich gibt es seit 1879 Fährverkehr. Heute nutzen die Touristen die kurze Fahrt mit der Fähre „Petermännchen“ die Stadt vom Wasser aus kennenzulernen und die hübschen Motive mit der Kamera festzuhalten.
Einziges Baudenkmal der Stadt aus dem Mittelalter ist der Dom, Den Grundstein hatte Heinrich der Löwe 1167 gelegt, fertiggestellt wurde er 1416. Der 117 Meter hohe neugotische Turm stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts – 220 Stufen führen zu einem Rundgang in 50 Meter Höhe. Von dort habt ihr einen schönen Ausblick auf die Stadt und die Wasserfläche um den Ort.
Das Altstädtische Rathaus wurde bereits im 14. Jahrhundert errichtet. Der heutige Bau stammt aus dem 19. Jahrhundert. Hinter der Fassade verbergen sich jedoch vier Giebelhäuser aus dem 17. Jahrhundert. Auf einer Zinne wurde eine kleine goldene Reiterfigur angebracht, sie stammt aus dem 18. Jahrhundert und erinnert an den Stadtgründer Heinrich den Löwen. Ein weiteres Denkmal für Heinrich den Löwen wurde anlässlich seines 800. Todestages im August 1995 auf dem Markt enthüllt. Dargestellt ist ein Löwe auf einem viereinhalb Meter hohen Sockel, an den Seiten befinden sich Reliefs mit den Aufzeichnungen der Taten Heinrich des Löwen.
Es gibt natürlich in Schwerin noch viel mehr zu sehen. Auch ein Dorf gehört zur Landeshauptstadt, das Museumsdorf Schwerin-Mueß. Elf Objekte veranschaulichen dort das bäuerliche Leben Mecklenburgs.