Wismar! Hier endet (vorerst) unsere Reise nach Mecklenburg.

Wismar wurde 1200 von deutschen Kaufleuten und Handwerken gegründet und von 1226-1229 planmäßig angelegt. Dank ihrer Lage an der alten Handelsstraße Lübeck – Wismar – Rostock bis ins Baltikum hinein, entwickelte sich die Stadt bald zu einem wichtigen Umschlagplatz und Hafen aus.

Der Wasserverlauf „Grube“ heute ein Stadtgraben, war damals schiffbar. Erinnern möchte ich an dieser Stelle an Heinrich den Löwen. Er war es, der den Weg für eine intensive deutsche Besiedlung möglich machte und damit die Voraussetzung für die Entwicklung der deutschen Hansestädte schuf.

Seit 1359 gehörte Wismar dem Deutschen-Hanse-Bund an. 200 denkmalgeschützte Gebäude erinnern an den Reichtum der Wismarer Kaufleute, die einst bis nach Russland und Portugal segelten.

  • Der Niedergang der Hanse und der 30-jährige Krieg setzten der Blütezeit ein Ende.
  • 1648 kam Wismar zu Schweden.
  • 1803 kaufte Deutschland die Stadt für 1 250 000 Taler. So kehrte Wismar zu Deutschland zurück.
  • Erst Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich wieder Handel und Handwerk.

Einst waren es Handelsleute, die nach Wismar kamen, heute sind es Touristen, welche die Stadt besichtigen. Da ist im Zentrum der große Marktplatz mit schönen Bürgerhäusern aus dem Mittelalter und dem Barock.

Entdeckungen auf einem Rundgang:

Das älteste Gebäude ist der „alte Schwede“, ein Bau der Backsteingotik aus dem 14. Jahrhundert. Den Namen bekam das Haus erst im 19. Jahrhundert als eine Gaststätte einzog. Vom alten Rathaus, aus dem 14. Jahrhundert, ist nur die Gerichtslaube erhalten geblieben – der Neubau stammt aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Ein Bau aus dem 15. Jahrhundert ist die Rathausapotheke.

Die Nikolaikirche ist die einzige erhaltene Stadtkirche und beherbergt heute die Kunstschätze der anderen 1945 zerstörten Kirchen. Auch die Georgenkirche befand sich im Wiederaufbau.

Die Ruine der Marienkirche wurde trotz großen Widerstands der Bevölkerung 1960 gesprengt.

Einen weiteren Blick sollten wir auf alle Fälle auf den Fürstenhof aus dem 16. Jahrhundert werfen (dahinter die Georgenkriche). Er ist die frühere Stadtresidenz der mecklenburgischen Herzöge, heute Amtsgericht.

Die Straßenfront ziert ein Kalksteinfries mit Szenen aus dem Trojanischen Krieg und dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. Der obere Terrakottafries zeigt Porträtmedaillons mit Persönlichkeiten aus der Antike.

Ein sehenswerter Bau ist das Archidiakonat (kirchliches Verwaltungs- und Wohnhaus) aus dem 15. Jahrhundert in Backsteingotik, heute Pfarramt.

Im Nordwesten der Altstadt befindet sich der Alte Hafen. Er dient heute nur noch als Fischereihafen und ist gleichzeitig Abfahrtsstelle zur Insel Poel. Am Hafen erinnert ein alte Kogge an die Schwedenzeit, daneben der Nachbau der Kieler Kogge von 1380.

In der Gaststätte „Zum Weinberg“, ein Haus aus dem 16. Jahrhundert (Lübsche Str. 31) soll Störtebecker in eine Schlägerei verwickelt gewesen sein und musste die Stadt verlassen.

Zu Mecklenburg-Vorpommern und den Inseln Rügen und Usedom eröffne ich in den nächsten Monaten eine weitere „Reihe“ unter der Rubrik Geschichte & Reisen. (gerne schaut auch dazu auf meine Website).


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