Teil I
In wenigen Tagen machen wir uns auf, und reisen mal wieder gen Norden (Kurzreise über den Feiertag). Bevor es dann wieder Bilder und Berichte „hagelt“, halte ich es für sinnvoll, ein bisschen mehr über das Land zwischen den Meeren Nord-und Ostsee zu erfahren.
Ich versuche, mich kurzzufassen und nur auf besondere Ereignisse einzugehen.

Bewohnt war Schleswig-Holstein schon zur Bronzezeit, dies beweisen viele Funde in über 4000 Grabanlagen. Man fand u. a. Bronze – und Goldschmuck. Gold und Bronze holte man aus Südeuropa und bezahlte mit dem Golde des Nordens, dem Bernstein.
Schon lange v. u. Z. siedelten im heutigen Schleswig-Holstein Germanen. Es waren unter anderem Kimbern und Teutonen. Ca. 1000 v. u. Z. muss es hier schwere Sturmfluten gegeben haben, und man nimmt an, dass diese germanischen Stämme deshalb das Land in südlicher Richtung verließen.
Die Geschichte der Germanen in Schleswig-Holstein und Europa, stützt sich auf Berichte des römischen Geschichtsschreibers Cornelius Tacitus in seiner „Germania“.
Er bezeichnete die Bewohner Skandinaviens und im heutigen und ehemaligen deutschen Küstenraum als Nordgermanen. Manchmal erwähnter er auch einzelne Stämme.
Anfang des 1. Jahrhunderts v. u. Z. kamen erneut germanische Stämme nach Schleswig-Holstein. Es waren Chauken, Friesen und Chatten. Ihnen folgten Jüten, Angeln, Sachsen und Holsten. Von den Holsten erhielt Holstein seinen Namen. Teile der Jüten, Angeln und Sachsen gingen nach England. Ein anderer Teil der Sachsen und Ditmarsen besiedelten den Westen Holstein, den heutigen Dittmarschen. Die Friesen ließen sich an der Westküste und den vorgelagerten Inseln nieder. Angeln und eine weitere Gruppe der Sachsen wurden in Schleswig ansässig.
Um 500 u. z. kamen Wikinger Dänen ins Land. Ihr Hauptsitz war in Südschweden und dem späteren Dänemark. Sie breiteten sich schnell über Schleswig aus und gründeten das nordische Handelszentrum – Haithabu – aus dem sich später die Stadt Schleswig entwickelte. Heute ist am Stadtrand von Schleswig, wo einst Haithabu war, ein Museum.
Langsam bildete sich bei den Stämmen durch größeren Besitz und höherem Ansehen, ein gehobener Stand heraus. Es gab Herzöge und die Dänen hatten bereits um 800 ihren eigenen König.
Im 7. und 8. Jahrhundert kamen slawische Stämme ins Küstengebiet des Reiches, auch nach Holstein. Es waren Obotriten, Wager-Wenden und Prolaten. In Holstein versuchten sie, die Germanen zu verdrängen. Es kam zu großen Auseinandersetzungen, die erst durch Friedrich I., Kaiser Barbarossa beendet wurden. Barbarossa war zu dieser Zeit Herrscher eines riesigen Reiches, das von Dänemark bis Mittelitalien und von der Rhone bis nach Schlesien reichte.
Barbarossa konnte nicht überall sein, deshalb schickte er seinen Cousin Heinrich den Löwen in den Norden des Reiches und gab ihm – Freie Hand- für alle großen und schwierigen Vorhaben.
- Ein Blick auf das Verwandtschaftsverhältnis: Heinrich der Löwe stammte aus dem Haus dem Haus der Welfen, einem fränkischen Adelsgeschlecht, und Barbarossas Mutter kam auch aus diesem Haus. Dem Welfen Heinrich gelang es, mit seiner und seines Heeres Schlagkraft die Slawen im gesamten Norden zu besiegen. Wahrscheinlich hat sein (x-er) Urenkel Ernst August von Hannover die Schlagkraft geerbt. 😉
Zurück zur Geschichte Schleswig-Holsteins.
1111 wurde Adolf I. von Schauenburg aus der Grafschaft Schaumburg bei Rinteln zum Grafen von Holstein ernannt. 350 Jahre waren die Schauenburger Herrscher in Holstein. Im Gefolge der Schauenburger kamen mehrere Adelsgeschlechter aus Westfalen und Hannover ins Land. Die Ländereien wurden neu verteilt und ihre Bewirtschaftung von Rittern beaufsichtigt, damit war die Basis für die adlige Gutswirtschaft gelegt.
Ihr wollt noch mehr erfahren – wissen, wer die Gottorps sind, und was es mit Anna, der Tochter des russischen Zaren Peter I. d. Großen auf sich hat? Und was die Waränger Wikinger mit den Gottorps gemein haben?
Dann bleibt dran, und freut euch auf Teil II unserer Schleswig-Holstein-Reihe.
@undinepeterblog