Auf dem Weg dahin besuchen wir die kleinen Städte und Dörfer, die fast alle Seebäder sind.
Zuerst erreichen wir Niendorf mit dem Brodtner Steilufer 30 Meter hoch und vier Kilometer lang.
Weiter geht’s zum Timmendorfer Strand; im 19. Jahrhundert schon Seebad. Das heutige Ostseeheilbad hat einige Kureinrichtungen, zwei Seebrücken, einen Jachtklub und viele mobile Ferienhäuser. Zudem gibt es einen Vogelpark. Wer es lebendig mag, ist hier richtig.

Seebäder wie Perlen an der Schnur
Da ist Scharbeutz mit seinen zahlreichen Kureinrichtungen, und gen Norden schließen sich die ehemaligen Fischerdörfer Haffkrug und Sierksdorf an.
Schon bald erreichen wir die kleine Hafenstadt Neustadt. Sie wurde bereits im 13. Jahrhundert gegründet. Im Hafen liegen Fischer- und Marine-Boote, auch Segeljachten. Zwischen Hafen- und Binnenwasser steht der sehenswerte 1830 errichtete Pagodenspeicher. Hier schrieb Hermann Loens 1913 die Novelle “Der alte Seehund“. Hier gibt es, wie auf der Insel Hiddensee „Hausmarken“, die man noch an alten Häusern und Gegenständen findet.
Schließlich treffen wir in Oldenburg in Holstein ein. Mit seiner 1000-jährigen Geschichte zählt der Ort zu den ältesten Städten Schleswig-Holsteins, deren Entstehung auf das Jahr 800 zurückgeht. Der Oldenburger Wall ist nach Haithabu bei Schleswig die bedeutendste Burgwallanlage Schleswig-Holsteins. Ursprünglich wurde der Wall von germanischen Siedlern gegen die vordringenden slawischen Wager-Wenden zur Verteidigung erbaut.
In Großenbrode unternehmen wir einen letzten Stopp, bevor es auf die Insel geht. Großenbrode wurde schon 1249 erwähnt. Von Großenbroder-Fähre erreichte man früher mit Schiffen Fehmarnsudn auf der Insel Fehmarn. Ab 1905 gab es auch eine Eisenbahnfähre. Seit 1963 ist das Land mir der Insel durch die Fehmarsundbrücke verbunden. Sie ist eine kombinierte Eisenbahn-und Straßenbrücke, 21 Meter hoch und einen Kilometer lang. Mit dem Bau dieser Brücke entstand die kürzeste Entfernung von Deutschland nach Skandinavien. Der wichtigste Punkt der Insel ist Putgarden, wo große Fährschiffe im Ein-Stunden-Takt nach Dänemark fahren. 19 Kilometer sind es bis zur dänischen Insel Lolland.
Willkommen auf Fehmarn!
Schon um 2000 v. u. Z. war die Insel von germanischen Völkern besiedelt. Hier gab es keine Adelssitze und auch keine Leibeigenschaft. Die Fehmarn-Insulaner hatten im gewissen Sinn ihre eigenen Vorschriften. Fehmarn unterstand lange Zeit der dänischen Krone, später Lübeck, dann zeitweise den Schweden und seit 1867 gehörte die Insel zu Preußen. Der Name Fehmarn hat sich aus „Fimber“ entwickelt. So heiß die Insel bei den Germanen.
Auf der Insel werden Raps, Weizen, Gerste angebaut, früher war sie die Kornkammer Schleswig-Holsteins, heute hat der Tourismus Vorrang.
42 Dörfer beherbergt die Insel und nur eine Stadt. An der 78 Kilometer langen Küste stehen acht Leuchttürme.
Trauriger Verlauf mittels Profitmaximierung der Windparkbetreiber
Über der Insel kreist das Schwert des Damokles oder besser die Flügel dieser unsäglichen Windräder.
Auf der Insel befindet sich der größte Windpark Deutschlands. Seit mehr als zwei Jahren kämpfen, die Insulaner gegen das Vorhaben 200 Meter hohe Windräder zu installieren. Das entspricht der doppelten Höhe der jetzigen Anlagen. 200 Meter wäre mehr als dreimal so hoch wie der Kirchturm in Petersdorf, kritisieren die Bürger. Und das zu Recht. Man hatte die Hoffnung, dass hier die Profitmaximierung der Windparkbetreiber endlich ein Ende findet. Die negativen Folgen für Natur und die Landschaft sind ungeheuer. Folgt man den aktuellen Medienberichten, stimmte die Stadtvertretung dem Vorhaben bereits mit großer Mehrheit bereits zu.
Burg ist der Hauptort und die einzige Stadt der Insel. Am westlichen Ortseingang befindet sich das Meereszentrum „Neptun“, dass in die Jahre gekommen ist und deutlich macht, wie es Tieren besser nicht ergehen sollte. Eklatant das Bild, auch in Bezug auf den Windpark. Natur,-Tier und Umweltschutz scheinen auf der Insel kaum noch Bestand zu haben.
Doch zurück zum Sehenswerten: In Burg ist es die Breite Straße mit ihren Lindenbäumen, Backsteinhäusern und Fachwerkbauten, weiterhin die Nikolaikirche aus dem 13. Jahrhundert, ein gotischer Bau. Im 15. Jahrhundert wurde das St. Jürgen Stift für Pestkranke und Aussätzige gebaut, wovon noch Teile erhalten sind. Vom Stiftsgelände erreicht man den Hafen Burgstaaken (Staaken bedeutet Stockhaus = Gefängnis).
Im Hafen von Burgstaaken liegen Fischerboote, moderne Jachten und Ausflugsdampfer. Am Südstrand steht die Ruine der Burg Glambeck von 1210.
In Lemkenhafen finden wir einen Jachthafen, aber sehenswert ist die über 200 Jahre alte Segelwindmühle. Sie war eine Grütz- und Graupenmühle und ist heute noch voll funktionsfähig. Ab und zu wird sie noch in Betrieb genommen, um zu zeigen, wie kompliziert und sinnvoll solche Mühlen gebaut waren und wie sie funktionieren. Die andere Windmühle finden wir in Petersdorf.
Das Niobe-Denkmal, im Westen der Insel, erinnert an den Untergang des Segelschiffes „Niobe“ 1932, wo 69 Menschen umkamen.
Während der Sommerzeit übernehmen auch Fischer mit ihren Kuttern Ausflugsfahrten. Sie führen dann Videoaufnahmen vom Fischfang vor mit dem anschließenden Satz: „Im Winter nehmen wir hier die Fische auf dem Kutter aus, im Sommer die Gäste“.