Die Schlacht bei Tannenberg – ein mächtiges Stück deutscher Geschichte

Vor wenigen Monaten habe ich zu einer längst vergangenen Reise mit meinen Eltern zum Tannenberg-Denkmal ein paar Zeilen dagelassen. Den Beitrag vom 12. März 2023 findet ihr auf meiner Website unter der Rubrik „Deutsche Geschichte kritisch, nicht geschönt…“

Das Denkmal wurde 1945 entfernt. Der zehn Tonnen schwere Gedenkstein, der den Namen des damals gefallenen Hochmeisters des Deutschen Ordens trägt, ist heute noch vorhanden. Allerdings wurde er nach 1945 durch Polen mit der Vorderseite nach unten gestürzt, so dass die deutsche Inschrift nicht mehr lesbar ist.   

Lasst uns zurückschauen. Ganz wunderbar beschreibt Hans Rychener (Autor von „Vergessenes Land. Erinnerungen an Ostpreußen) im Jahr 1930 seine gewonnenen Eindrücke, beruhend auf seinem kurzen Ausflug zum /am Tannenberg-Denkmal. Seine bildhafte Beschreibung erfasst die Atmosphäre rund um das Denkmal vortrefflich, wie ich finde.

Im Anschluss findet ihr noch ein paar Aufnahmen aus einem Artikel /Zeitungssauschnitt, den meine Mutter aufbewahrt habt. Dort seht ihr das Denkmal vor seiner Sprengung und Fotos zur Einweihung nach der Errichtung von 1924-1927 unter Hindenburg. Außerdem Fotos von der Gruft und der eindrucksvollen Trauerfeier im Hindenburgturm. Hindenburg fand hier neben seiner Frau mit zwanzig unbekannten Soldaten seine letzte Ruhe.

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Textauszug Hans Rychener „Das Tannenberg-Denkmal“

„Nach kurzer Fahrt erreichte ich (im Sommer 1930) mit der Nebenbahn von Allenstein aus das stille Landstädtchen Hohenstein. Von hier pilgerte ich auf staubiger Straße auf eine sanfte Anhöhe, und da tauchte ein riesiger Mauerkranz auf, der sich mit acht Türmen kraftvoll vom blauen Himmel abhob. Die Umfassungsmauer bildete ein Achteck. In der Mitter jeder Mauerseite stand ein mächtiger viereckiger Turm. Ich muss es gestehen, ich war sehr beeindruckt vom monumentalen Schlachtdenkmal, das in der kahlen Umgebung düster, beinahe unheimlich wirkte. Unbarmherzig brannte die Sonne auf das burgähnliche Backsteinbauwerk.

Durch das Tor des Eingangsturms gelangte ich in den sogenannten Ehrenhof. In den Nischen der Bogenhallen im Gemäuer erinnerten Standbilder und Schrifttafeln an die an der Schlacht bei Tannenberg beteiligten Regimenter. Auf einem Sockel breitete der stilisierte deutsche Adler stolz die Flüge aus. Noch war der als großer Sieger geehrte (und dann 1934 gestorbene) Hindenburg hier nicht beigesetzt.

Von der Aussichtsterrasse eines der Türme überblickte man einen großen Teil des Schlachtgeländes. Still lag das weite wellige Land mit seinen Wäldern, Wiesen, Kornfeldern und Seen in der Sonne. Hoher Himmel, ferner Horizont – eine Welt, die nichts als Frieden zu kennen schien. Und doch! Orientierungstafeln gaben Aufschluss über die Umfassungsschlacht, die hier, östlich des nahen Dorfes Tannenberg, in den letzten Augusttagen 1914 getobt hatte.

Zahlenmäßig strak überlegene russische Heeresmacht war, von Ost und Süd, nach Ostpreußen hereingeflutet. Deutsche Truppenteile, die der Njemen-Armee Rennenkampfs beim bei Gumbinnen gegenüberstanden, lösten sich, unter Zurücklassung schwacher Täuschungskräfte, von den Russen und fielen der Narew-Armee Samsonows, die von Süden gegen Allenstein vorgestoßen war, in den Rücken. In drei Tagen wurde der eiserne Ring um die Narew-Armee geschlossen. Nach deren Untergang erlitt auch die Njemen-Armee an den Masurischen Seen eine vernichtende Niederlage.

Generalfeldmarschall von Hindenburg, der später (von Hitler abgelöst) Reichspräsident, und Stabschef Ludendorff galten fortan als die Erretter Ostpreußens, als die Helden der durch überlegene Führung gewonnenen Schlacht von Tannenberg.

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Was dem voraus ging: Im Jahr 1410 (Überfall der Polen auf den Deutschorden)

Vom großen Kriege und der Tannenberger Schlacht : „In der Nacht, die der schrecklichen Niederlage der Deutschen Ordensritter bei Tannenberg vorherging, erhob sich ein gewaltiges Unwetter, und man konnte am Himmel ein Wunderzeichen erblicken, das den Ausgang des Kampfes wohl verkünden mochte. In der Gegend des Mondes nämlich sah man einen Mönch, der eine Zeitlang mit einem König kämpfte, zuletzt aber besiegt und vom Himmel verjagt ward. Auch während der Schlacht selbst sah man einen Mann in polnischer Kleidung über dem Heere des Königs Wladislaw Jagiello schweben, der die polnischen Völker anfeuerte.“

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Quelle:

Auszug Hans Rychener (Autor von „Vergessenes Land. Erinnerungen an Ostpreußen)

Foto: Zeitungsartikel, Datum unbekannt


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