Oldenburger Wall – eine typische Heinrichsburg?  

Auf den vorgegeben musealen Wegen (Oldenburger Wall /Haithabu) gab es einiges, dass uns stellenweise stutzig machte, ein „bitteres Aufstoßen“ erzeugte und historisch abgewandelt erschien.

Bevor ich mich einem Resümee unseren Reiserlebnisse widme, möchte ich diesen Gedankengang voranstellen.

Ein aufmerksamer Leser hat mich zur Recherche bewegt, insbesondere den Oldenburger Wall betreffend. Auch fielen mir später die Worte meiner Mutter ein: „Dort gab es überhaupt keine Slawen!“

Gewisse Ungereimtheiten konnten wir erkennen, nur gelang es mir nicht, diese sofort zu benennen.

Zum einen entnehme ich aus den Überlieferungen des Sachsenkönigs Widukind, dass die Wallanlage zum Schutz gegen „rückfällige“ christkirchliche Ketten (nichtchristliche Germanen) errichtet wurde.

Auch fließen über die uns ereilende Historie panslawistische Forderungen der Polen mit ein. Zudem wurden Ausgrabungskampagnen am Oldenburger Wall von sowjetischen Wissenschaftlern begleitet. Also solche Wissenschaftler, die uns den Wikingerfürsten Rurik als eine Legende verkaufen möchten.

Wenn man dazu unbequeme Fragen stellt, wird man an die entsprechenden Historiker und Wissenschaftler verwiesen.

Schlendert man nun an den Relikten vorbei, sollten sich manche Historiker die gleiche Frage stellen, die auch wir uns stellen: „In welchen Geschichts- Originalquellen sind jemals „slawische“ Münzen oder gar „slawisches“ Kriegsgerät (Schwerter, Schilder, Feldzeichen usw. gefunden worden? Keine der Quellen gibt einen Hinweis auf die Existenz „slawischer“ Völkerschaften.

Und doch beruft man sich auf die Slawen-Erfinder August-Ludwig Schlözer (1738-1809) und Johann Gottfried Herder (1744-1803), die bis heute von den Oststaaten für die Entdeckung der „Slawen“ gefeiert werden.

Indes lesen wir in den Chroniken des Helmold von Bosau von Sclavania (germanisches Heideland).

Folgt man also der originalen Geschichtsschreibung waren „Slawen“ und Deutsche in Wahrheit Brüder aus einer gemeinsamen Wurzel. Bis zu den Geschichtswerken des beginnenden 18. Jahrhunderts hat es keinen völkischen Gegensatz gegeben, sondern nur einen religiösen!

Ich muss an dieser Stelle für mich Geschichte „klarer“ denken. Mein Denken und meine Annahmen sind keinesfalls in Stein gemeißelt. Jeder, der sich für die Geschichte interessiert, wird sich bemühen, noch mehr herauszufinden. Von Kindheit an, wurde ich dazu erzogen, alles zu hinterfragen und niemals alles gleichgültig ab zunicken.

Denn was wir ganz sicher wissen: Die Wahrheit hat es noch nie – zu keiner Zeit – leicht gehabt.

Nicht zuletzt ziehen wir entsprechende Schlüsse aus dem aktuellen Geschichtsprozedere: Nicht jeder, der sich für einen Wissenschaftler hält, ist auch einer.

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Und weiter (übernommen aus einem Leserbrief aus dem Jahr 1985): „Nicht jeder, der als geschichtskundig gilt, ist es auch wirklich. Die Historie ist dermaßen von Irrtümern und Fälschungen belastet, die sehr schwer rückgängig zu machen sind. Das liegt nicht zuletzt in einer menschlichen Schwäche begründet: Welcher Wissenschaftler gibt schon gerne zu, dass sein ganzes Denkgebäude, sozusagen die Grundlage seines Wirkens, mit Fehlern behaftet oder gar falsch war? Auch ist es viel bequemer mit dem Strom zu schwimmen. Das Vorstoßen zur Quelle kostet nämlich Kraft und Ausdauer. Menschliche Größe ist nun mal sehr rar gesät.

Das im gleichen Artikel für später in Aussicht gestellte „offene Wort“ der Wissenschaftler zu „gewissen Kreisen“, die die Oldenburger Slawenzeit als eine Geschichtsfälschung bezeichnen“, ist nur dann einer Anerkennung wert, wenn man auch gleichzeitig bereit ist, die gegenteilige Ansicht dem Ohr der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese selbstverständliche Toleranz wurde jedoch bisher vermisst.“

(aus einem Leserbrief (Horst Porath, Horsdorf) zum Bericht „Das Relief des Oldenburger

Walls soll 1986 fertig sein“)

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