(Teil II zu Hinter den Kulissen geht die Tragödie weiter – von Meinungsfreiheit und einem weltweiten Netzwerk von Mythen, Legenden, Lügen und Propaganda)
Bevor ich zu den Bädern der Heimat (Bad Warmbrunn, Bad Flinsberg, Bad Landeck u. s. w.) überschwenke, schnell noch allerlei Wissenswertes zu den „urpolnischen Westgebieten“.
„Wer nichts weiß, muss alles glauben“, besagt ein altes Sprichwort.


Viele orientieren sich an der vorgegebenen allgemein gültigen Lehrmeinung. Wie schon im Beitrag zuvor erwähnt: Jahrelang wurde uns über diesen Weg (falsches) Wissen zuteil.
Ich zähle mich zu den Menschen, die den Dingen gerne auf den Grund gehen. Das ist so eine Angewohnheit aus Kindertagen. Neugier treibt, Erfahrung lehrt. Jetzt, wo unsere eigenen Kinder (fast) alle aus dem Haus sind, kann ich mich noch bewusster mit gewissen (historischen) Prozessen auseinandersetzen. Schnell wird man darüber gewahr, wie wertvoll ein solches Prozedere ist, um die Welt wie sie nun mal ist, und wie um sie bestellt, besser zu begreifen. Was man tatsächlich daraus für Schlüsse zieht und wie man sein Leben darauf ausrichtet, muss jeder für sich selbst bestimmen. Denn wir alle sind Individuen. Und das, was zum dem Einen passt, muss noch lange nicht zum anderen gehören.
Wichtig ist es nur, sich seinem Ursprung und seiner Wurzeln bewusst zu werden, um handlungsfähig zu bleiben.
Doch nun zurück zu den „urpolnischen Westgebieten“.
Wer nichts über diese Gebiete weiß, glaubt auch der polnischen Geschichtsschreibung und an die polnischen Ansprüche auf ostdeutsches Gebiet, ja sogar noch auf mitteldeutsches Gebiet östlich der Elbe. Zur Geschichte offenbart sich eben dieses bereits erwähnte Netzwerk von Mythen, Legenden, Lügen und Propaganda, die ein normaler Mensch kaum durchblicken kann. Ich habe dazu zahlreiche Bücher gewälzt und ich möchte behaupten, auch ordentlich recherchiert. Die mir vorliegenden Ausführungen sind über entsprechende Quellen einlesbar und beruhen zumeist auf einer überlieferten mittelalterlichen Geschichtsschreibung.
Doch was wissen wir nun von den (urpolnischen) Westgebieten vor 1000 Jahren – mit Schlesien, Ostbrandenburg, Pommern und Ostpreußen – jetzt unter polnischer Verwaltung?
Die „urpolnischen“ Zeiten begannen mit der Landnahme des normannischen Herzogs Dago Miseko aus dem Teilkönigsreich Ringerike in Südnorwegen gelegen im Jahre 960 n. d. Z.
Spulen wir also zurück, und landen bei den Wikingern.
Mit der einsetzenden Wärmeperiode begannen die Wikinger, die Nordmänner oder auch Normannen genannt, mit ihren Raub- und Kriegszügen durch ganz Europa.
England, Frankreich, Spanien, Portugal und Italien war genauso betroffen wie die deutsche Nord- und Ostseeküste. Beliebt waren bei den Raubzügen und Entdeckungsfahrten der Wikinger die Flussmündungen, von denen sie flussaufwärts in das Landesinnere vordrangen.
Es waren aber nicht nur Raubzüge, sondern auch die Suche nach neuen Siedlungsgebieten für die jüngeren Generationen wegen Überbevölkerung auf dem kargen Boden der skandinavischen Länder.
So landete auch der Herzog Drago Miseko mit seinem Gefolge im Jahre 960 n. d. Z. an der Odermündung und gründete im Wartheland zwischen der Oder und der Weichsel, sein eigenes Herrschaftsgebiet, das Miseko-Riki.
Dazu muss man festhalten: Dago Misekos Gefolgsleute nannten sich nicht etwa Polen oder Polanen, sondern sind als Licicaviki überliefert. Die offizielle Forschung hat über Dago Misekos Gefolgsleute nur Hypothesen aufgestellt, die den Namen nicht erklären werden. Vielmehr ordnet der Name diese Gefolgsleute den Wikingern zu.
Uns zieht es weiter nach Ostgermanien
Germanien und besonders Ostgermanien war damals mit Urwäldern, Sümpfen, Bruch-und Ödland bedeckt.
Fruchtbares Ackerland war wenig vorhanden. Der Ackerbau war noch primitiv und beschränkte sich auf die Feldgraswirtschaft. Erst später im 9./10. Jahrhundert breitet sich von Westen herkommend allmählich die Dreifelderwirtschaft aus.
Spärliche Streusiedlungen bevölkerten dieses Gebiet zwischen Warthe und Netze.
Zur Bevölkerung
Bewohnt wurde diese Region durch die dort beheimateten germanisch-gotischen Volksstämme der Wandalen, Rugier, Pomoranen, (Polanen), Heruler, Silinger, Goten und andere germanische Teilstämme. Das Wartheland gehörte im Mittelalter zu Ostelbien, „Vandalia“ genannt.
Die mönchslateinischen Schriften nannten das Land auch „Sclavania“ – das Land der Sclavi, der nicht christianisierten Volksstämme, ohne auf die Herkunft Bezug zu nehmen.
Es waren die Heiden, die Gottlosen.
Adam von Bremen berichtete im 11. Jahrhundert über die Sclavi: ..„alle waren noch im Irrwahn des heidnischen Götzendienstes befangen. Sie, die Heiden waren die Sclaven der Götzen und des Teufels. Die Sclaven entrichteten der Kirche keinen Zehnten. Es waren verabscheuungswürdige Kreaturen und rechtloses Freiwild, die nicht zu Kreuz kriechen wollten.“
Der Name Sclavi wurde zurzeit Karl des Großen von mönchslateinischen Geschichtsschreibern geprägt. Die Sclavi standen außerhalb jeden Rechts; ihr Gebiet war nach mittelalterlicher christlicher Auffassung herrenlos. Heiden = Sclavi galten als Söhne des Satans. Sie waren Teufelsgenossen, die zu vernichten ein gefälliges Werk war. Nur so kann man nach der damaligen christlichen Auffassung die Schwertmission verstehen: Tod oder Taufe!
Von dem, was uns gelehrt wird, und davon, was tatsächlich geschrieben steht
Entsprechend der allgemeinen gültigen Lehrmeinung verließen die germanisch-gotischen Völkerstämme im 5. und 6. Jahrhundert Ostelbien und Mittelosteuropa. Von irgendwo aus dem Osten wanderten dann in das von den Germanen verlassene Land ethnisch fremde Völkerschaften, die sogenannten Slawen ein. Dies wurde seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Schulen und Universitäten in Europa und in der Welt gelehrt. Jedoch, während des Mittelalters und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wird in der Geschichtsschreibung nichts dergleichen berichtet. Hingegen erfahren wir von einer stets vorhandenen germanisch-gotischen Bevölkerung. Dass einzelne Stämme oder Teilstämme aus diesem Gebiet weggezogen sind, ist bekannt.
Stets blieb eine Stammbevölkerung zurück!
Es war meist die jüngere Generation, die wegen Überbevölkerung die Heimat verlassen musste. Skandinavien ist wegen der zahlreichen Auswanderer nicht entvölkert worden. Der langobardische Geschichtsschreiber Paulus Diaconus (720-797) berichtete, dass in den Volksversammlungen durch Los entschieden wurde, wer die Heimat zum Aufsuchen neuen Wohngebietes zu verlassen hatte.
Bekannt ist auch die Gesandtschaft der Silinger zu ihren ausgezogenen wandalischen Stammesbrüdern unter König Geiserich (428-477) nach Nordafrika mit der Bitte um Überlassung der, diesen noch vorbehaltenen Ländereien in Schlesien. Geiserich lehnte ab.
Wenn ihr noch mehr über die Silinger erfahren möchtet: Auf der Seite „Reise und Geschichte“ findet ihr Wissenswertes zum Zobten, dem Berg der Götter, Illyrier, Druiden und Kelten, und dem Wahrzeichen Schlesiens.
Besser als über diesen geheimnisvollen Berg, lässt sich Geschichte wohl kaum vermitteln.
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Quelle:
- Wikipedia,
- Stiehler, Diener und Krieger
- Von Weltzien, Wikinger aus genealogischer Sicht
- Mühle, Die Piasten
- Ausführungen und Niederschriften des Dr. Heinrich Klug