Bevor wir die nächste Station der schlesischen Bäder erreichen, das wäre dann Bad Warmbrunn, möchte ich noch kurz Bezug auf die weniger schöne Geschichte der Orte nehmen.

Ich hatte zu Beginn der „Schlesien und seine Bäder“-Reihe darauf verwiesen, dass man zur Tragödie und dem damit verbundenen Schicksal der Menschen, den Menschen dahinter mit all dem, was ihn ausmacht und geprägt hat, kennenlernen muss. Wie sonst soll man verstehen, was sie tatsächlich verloren haben.

Blicken wir zunächst zurück. Dazu wissen wir bereits, dass die Geschichte der Schlesier im 12. Jahrhundert beginnt. Ihre Urahnen die germanischen Silinger lebten von ca. 100 v. u. Z. bis 600 n. u. Z. in Schlesien. Zum Teil über 700 Jahre. Als sie das Land verließen, blieb ein Rest des Stammes zurück; nur so ist es erklärbar, dass der Name Schlesien, den die Wissenschaft von den Silingern ableitet, erhalten geblieben ist.

Den Silingern folgten vereinzelt Slawen, deren Besiedlung sich auf die wenigen waldarmen Gebiete beschränkte.

Schon vom 10. Jahrhundert an, aber verstärkt ab dem 13. Jahrhundert kamen deutsche Siedler in das Land. Zu dieser Zeit waren endlos Züge von Menschen mit Vieh, gebrechlichen Fuhrwerken, beladen mit Hausrat, Verpflegung und anderen wichtigen Dingen, auf den holprigen, staubigen und bei Regen verschlammten Straßen unterwegs.

Als endlich das Ziel, meist ein dicht bewaldetes Gebiet erreicht war, musste sofort Wald gerodet und eine Hütte gebaut werden.

Mit den Bauern waren auch Handwerker, Kaufleute und Ritter in das Urwaldgebiet gekommen. Diese deutschen Siedler aus Franken, Sachsen, Thüringen und einige Flamen rodeten den Wald, legten Felder an, bauten Dörfer, gründeten Städte und machten das unzugängliche Bergland bewohnbar.

Bis 1350 schafften sie es, 1200 Dörfer und ca.120 Städte neu anzulegen.

Aus den kleinen Ansiedlungen wuchsen die Waldhufendörfer, die großen Güter, Handel und Handwerk bestimmte das Leben in den Städten. Eine Fülle nützlicher und schöner Bauten wurde errichtet. Technik und Wissenschaft und manche wertvolle Erfindung gingen aus den Werkstätten hervor. So zum Beispiel die Gründung des größten Zeitungsunternehmens 1741 durch Johann Korn und die Herausgabe der „Schlesischen Zeitung“ – später der „Schlesier“.

Die Kurorte und Bäder gehörten zum kulturellem Reichtum Schlesiens, wie die Gesamtheit, der von ihren einstigen Bewohnern geschaffenen materiellen, geistigen und künstlerischen Werte.

Die Menschen staunten, untersuchten und erkannten, dass da ein heilendes Wunder aus der Erde steigt. Sei fassten die Quellen ein und nutzten sie. Das geschah ab dem 14. Jahrhundert.

Auch zählen die lebendigen Kulturwerke Burgen, Adelssitze, Schlösser, Dörfer und Städte mit ihren Häusern, Parkanlagen, prächtigen Baudenkmälern, Theater und Museen dazu. Sei sind typisch deutsches Gepräge, und sie erinnern täglich an die deutsche Geschichte Schlesiens vor über 700 Jahren und an ihre eigentlichen Besitzer und dieses Vermächtnis wird sichtbar bleiben.

Von Klopstock kommen die nachfolgenden Worte: „Aber die Geschichte wird schon zu ihrer Zeit aufstehen und reden“.

Und Boris Pasternak sagte: „Glauben Sie mir, es ist schwer, sich zu verpflanzen, Ausweisen aus meiner Heimat, wäre für mich der Tod“.  


Hinterlasse einen Kommentar