Gerhart Hauptmann und das Verlassen…
Bleiben wir noch einen kurzen Moment im Hirschberger Tal, beruhend auf meinem letzten Beitrag zu Bad Warmbrunn. In der Umgebung des sagenumwobenen Kynast hatte sich Gerhart Hauptmann niedergelassen. 1901 bezog der Dichter „Haus Wiesenstein“ in Agnetendorf, dem heutigen Jagniatkow. Gerhart Hauptmann hatte sich die Jugendstilvilla von dem Berliner Architekten Hans Griesebach bauen lassen. Hier verstarb er am 6. Juni 1946 kurz vor der durch die russische Militärverwaltung angeordnete Aussiedlung.

„Bin ich noch in meinem Haus?“ soll sich der schon vom Tode Gezeichnete drei Tage vor seinem Ableben vergewissert haben. die bange Frage lässt ermessen, wie sehr ihn das Verlassen der „mythischen Schutzhülle seiner Seele“, wie er sein Heim einmal nannte, belastet hatte.



An einen Besuch im November 1937 erinnerte sich der Schriftsteller Erich Kästner: „Im Turmzimmer brannte der offene Kamin. Im tiefen Sessel davor, zum Feuer gewandt, saß er, vom Haar wie von Eisluft umweht. In sich gekehrt, war er wie allein. In den Stunden, in denen es galt seinen Wert abzuringen, war er zu fast demütiger Milde erweicht.“
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Quelle:
- Auf den Fotos seht ihr die Villa Wiesenstein in Agnetendorf. Ein kastellartiges Gebäude, dass der Dichter einmal als „mythische Schutzhülle einer Seele“ bezeichnete, wo er von 1901 bis zu seinem Tode 1946 lebte und arbeitete.
- Außerdem einen Auszug aus dem Heft „Jenseits von Oder und Neiße“ Bildband Nr. aus dem Burda-Verlag Sonderdruck Offenburg /Baden
- Weitere Quellen: „Das Riesengebirge“ von Georg Jung Ellert & Richter Verlag