Schlesien und seine Bäder – Teil III

Bad Landeck und Bad Salzbrunn – zwischen fruchtbaren Feldern, grünen Wiesen und dichten Wäldern

Der altbekannte Badeort Landeck liegt in einem malerischen, nach Süden geöffneten Tal an den Ausläufern des Reichensteiner Gebirges.  

Die Landschaft gleicht einem Kessel, der von bewaldeten Gebieten umschlossen ist.

Bad Landeck ist der älteste Kurort des Glatzer Berglandes. Der Ort wurde Mitte des 13. Jahrhunderts zur Stadt erhoben. Etwa seit 1400 lebten die Ackerbürger und Handwerkerstadt auch von warmen Quellen, die nach der Erschließung fortlaufend ausgebaut wurden.

1557 gab es das Warme Bad (Temperatur +20-30 Grad). Natürlich waren noch Mängel und Unzulänglichkeiten zu verzeichnen. Verbesserungen entstanden erst 1847. Und 1877wurd das primitive 200 Jahre alte Bad abgerissen und ein Prachtbau hingestellt.

1877 fuhr die letzte Postkutsche nach Bad Landeck, die Eisenbahnlinie Glatz-Landeck wurde in Betrieb genommen. Die Zahl der Kurgäste stieg stark an. Zu den Badehäusern entstanden Kurhaus, Kurtheater, Kurplatz und andere moderne Anlagen. Bad Landeck wurde ein hochmodernes Bad. Gut eingerichtete Hotels und Fremdenheime sorgten für das Wohl der Gäste. Ein Kurort ist nicht nur stolz auf seine Heilerfolge, sondern auch auf seine Kurgäste mit einem bekannten Namen.

In Bad Landeck war es Friedrich der Große, der 1765 sich einer 20-tägigen Badekur unterzog und von der schmerzhaften Gicht befreit wurde. Zurzeit Friedrich d. Großen war allerdings so eine Badekur kein Vergnügen. Bis zu sechs Stunden mussten die Kranken im Wasser aushalten.

In einem Brief teilte er seinem Freund folgendes mit: Ich schreibe Ihnen vom Wasser aus, mein Lieber worin ich mehr lebe als auf dem Lande, und fange an, Fisch oder Ente zu werden.

Aber vier Wochen später schrieb er: Die Bäder von Landeck haben mir den Gebrauch meiner Füße wiedergegeben.

Und Dank der erfolgreichen Kur Friedrich d. Großen kamen im Laufe der Jahrhunderte Fürsten, Könige, Präsidenten, Bischöfe, Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler nach Bad Landeck.

1790 feierte Goethe hier seinen 41. Geburtstag und John Quincy Adams, der sechste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (1825-1829) hatte nach seinem Aufenthalt in Bad Landeck großes Lob für den Kurort ausgesprochen.

Rings um den Kurort gibt es zahlreiche Aussichtspunkte wie Schollenstein (540 Meter), Hohenzollernfels (660 Meter), Bismarckkoppe (534 Meter), Moltkefelsen, Dreiecker (770 Meter), Hoher Heidelberg (900 Meter) und die Rösselkoppe.

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Und schon erwartet uns das nächste Bad: Kegelförmige Berge, schluchtenartige Täler und bewaldete Hügel sind die Merkmale des Waldenburger Bergwaldes, wo im Tal am Salzbach Bad Salzbrunn liegt.

Willkommen im ältesten und einem der größten schlesischen Kurorte mit Sauerbrunnen, Kurhaus, Sanatorium und 140 Hektar großen Parks.

Der Ort wurde 1221 gegründet. Die Hauptquelle ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt.

Erzählt wird, dass ein armer Bauer mit Hacke und Schaufel den Boden des Gartens lockerte, als plötzlich helles Quellwasser aus dem Boden drang. Ob es sich wirklich so zugetragen hat, ist nicht belegt.

1705 und 1790 wurden zwei weitere Quellen erbohrt und 1802 kamen noch Zwei dazu. 1801 begann unter König Friedrich Wilhelm III. der Ausbau zum Kurbad. Als große Heilerfolge bekannt wurden, erhöhte sich die Zahl der anreisenden Gäste jährlich. Die Kuranlagen wurden in den Jahren von 1823 bis 1897 laufend ausgebaut und erweitert. Dazu entstanden moderne Tennisplätze und viele andere Annehmlichkeiten für die verwöhnten Gäste; denn hier traf sich der Hochadel von Deutschland und dem Ausland. Es hatte lange gedauert, bis aus dem kleinen Badeort ein mondänes Welt-Bad wurde. Es war auch eine Zeit des sozialen Gegensatzes. Die Kurgäste, Eleganz, Wohlstand, Sorglosigkeit auf der einen und die schreiende Armut der Weber auf der anderen Seite. Einige fanden in den Küchen- und Badeanlagen, Wäschekammern und als Kutscher Arbeit.

Stolz konnte Bad Salzbrunn auf seinen großen Sohn und dessen Bruder Carl sein. Sie wurden in Bad Salzbrunn geboren und wuchsen hier auf. Ihr Vater, Robert Hauptmann, war der Besitzer des größten Hotels am Ort „Zur preußischen Krone“.

Die Kutscherstube „Zum Fuhrmann Henschel“, gab Gerhart Hauptmann die Anregung zum gleichnamigen Schauspiel von 1899.

Von Salzbrunn aus bieten sich Ausflüge nach dem Hochwald sowie in den Sattelwald an.


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