Barbarossahöhle – ein unterirdisches Reich voller Wunder und Geheimnisse: Hier haben wir uns verzaubern lassen.

Teil III – Geschichten aus dem Harz

Ach ja, das war dort schon schön. Und feststeht, dank dieser guten Momente, „überleben“ wir den Wahnsinn, der da draußen tobt. Ich schaue mir die Bilder an, und denke: Alles richtiggemacht: Wir genießen die Natur, besuchen die Orte, wo wir unsere Wurzeln verstehen, bereiten leckere Speisen zu, lachen, hören gute Musik und üben uns in einer gewissen Gelassenheit. Das nicht bedeuten soll, dass wir dem Geschehen gleichgültig gegenüberstehen. Nein. Das gewiss nicht. Aber so schöpfen wir Kraft, denn die werden wir brauchen.

Nun aber zur Höhle. Jede Stunde gibt es eine Führung. Es war 14.30 Uhr, als wir dort ankamen. Und das war auch gut so, denn wir standen bei 29 Grad leicht bekleidet vor der Höhle, in der gerade mal Temperaturen bei konstant neun Grad herrschen. Wir eilten also nochmal schnell zum Bert zurück, zogen uns eine lange Hose über und nahmen auch gleich noch eine Jacke mit.

Übrigens: In der Höhle war Barbarossa nie. Ausschlaggebend für den Namen ist lediglich die Sage vom wiederkehrenden Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa, die auf den Kyffhäuserberg bezogen ist.

Die Barbarossahöhle wurde rein zufällig im Zusammenhang mit Wiederaufnahme des Kupferschieferbergbaus im Dezember 1865 von Bergleuten entdeckt. Die Bergleute waren auf der Suche nach Kupferschiefer unterhalb der Ruine Falkenburg und trieben einen Stollen in das Gestein. Ihre Entdeckung war noch kostbarer, als das buntmetallhaltige Mergelgestein, denn bereits im folgenden Jahr besuchten die ersten zahlenden Gäste die imposante Gipshöhle, und seither ist der Besucherstrom kaum abgebrochen.

Im Kyffhäusergebirge sind ungefähr 40 Höhlen bekannt. Die größte und schönste ist ohne Zweifel die Barbarossahöhle am Südwesthang des Kyffhäusers.

Nachdem wir unsere Eintrittskarten gekauft haben, die ihr Geld auf jeden Fall wert sind, begrüßte uns eine freundliche Höhlenführerin. Wir stellten eine winzige Gruppe, von gerade mal acht „Hanseln“. Perfekt für eine Führung durch die Höhle. Unsere Höhlenführerin war einfach wunderbar. Sie erklärte alles so schön. Und als wir an dem „Barbarossathron“ ankamen, erzählte sie die Sage um den Rotbart. Aber auch sonst, haben wir so viel Interessantes über die Geologie dieser Höhle erfahren dürfen.

Auf 600 Meter Länge ist die Höhle mit ihren gewaltigen Gewölben und klaren Höhlenseen, den funkelnden Gipskristallen und schneeweißen Alabasterkugeln für Besucher gut erschlossen. Eingedenk der Sage hat man Barbarossatisch – und stuhl (auf dem ich kurz thronen durfte) im Tanzsaal aus Schlangengipsblöcken errichtet.

Tatsächlich finden in der Höhle auch Veranstaltungen statt. Hier wird geheiratet und es werden auch Konzerte gegeben, mit entsprechenden Lärmpegel, versteht sich.

Als wir an dem letzten, dem größten See der Höhle vorbeiliefen, erzählte uns die Höhlenführerin noch, wie gerne sie zum Feierabend hier verweilt – wenn es still wird, und alle Besucher die Höhle verlassen haben. Allein schon diese Spiegelung im Wasser ist überwältigend und wir konnten gut nachvollziehen, wie wundervoll das doch sein muss, wenn man hier für Momente vor sich hinträumen kann.

Noch ein Tipp: Oberhalb der Höhle, liegen die Ruinenreste der Falkenburg. Gleich daneben ist über einem unterirdischen Hohlraum die Teufelsgrube, eine große Einsturzdoline zusammengebrochen.

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Quelle:

Fotos sind privat, mit Fotoerlaubnis aufgenommen. (kostet extra).

Die Aufnahmen sind jetzt nicht so „pralle“ und ich bin bemüht, mir endlich eine ordentliche Kamera zu besorgen. Aber für die ungefähre Vorstellung, reichen die Fotos fürs Erste aus.


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