Ich schlage die Zeitungen auf und lese. Spiegel, Stern, Süddeutsche, Bild, Welt, Rheinische Post, Sächsische Zeit, eben diese Zeitschriften, die den Bürger „informieren“ sollen. Doch ich fühle mich nicht informiert. Nichts Neues! Es scheint, sie haben voneinander abgeschrieben, so gleichlautend sind die Inhalte.

Warum tust du dir das dann an? Warum liest du diesen Mist überhaupt noch? Werde ich oft gefragt: Ganz einfach: Ab und zu muss man das tun, um gewisse Situationen objektiv beurteilen zu können. Ich muss die eine Seite hören, um die andere zu verstehen und umgekehrt.
Das zeichnet auch den Journalismus aus, der seinem Kanon gerecht wird, nämlich dem der Aufklärung. Journalismus muss aufklären! Oder um es mit den Worten von Gabriele Krone-Schmalz zu sagen: „Eigentlich besteht die Aufgabe von Journalisten darin, die Wahrheit zu transportieren“
Ich füge hinzu: Journalismus sollte auch zum Forschen anregen. Guter, echter Journalismus macht neugierig, zeigt sich neutral, bedient mehrere Seiten und lässt andere Meinungen zu.
Doch heute schlage ich wieder einmal diese unzähligen Nachrichten-Blätter auf, und wähne mich in einem Dunst von Belehrungen, Vorgaben, Diktaten, Verweisen, gefolgt von Pöbeleien, wenn man (rein gedanklich) geneigt ist, anders zu denken. Dem Andersdenkenden wird auf belehrende Art und Weise, und ich finde, manchmal auch methodisch geschickt, (man könnte es auch regelemtierend nennen) Einhalt geboten.
Ein vertrautes Prozedere, denn es wird schon lange, sehr lange genauso praktiziert. Es gibt offensichtlich nur eine Wahrheit. Und die setzt man den Menschen wenigstens fünf Mal am Tag vor, beim zehnten Mal wird sie auf jeden Fall geglaubt – diese eine Wahrheit.
„Eine schlimme Wahrheit ist besser als eine süße Lüge“.
Wenn Hass und Hetze gegen „Etwas“ wieder einmal alle Rekorde schlägt…,
ja, dann leben wir wieder in einer Zeit, in denen man Menschen in eine wilde Hysterie versetzt, über die unmöglichsten Gefahrenparolen aufputscht und Botschaften vermittelt, die der Absicht folgen, Menschen für sich gefügig zumachen.
Das Konstrukt dahinter ist mächtig, viel zu mächtig um ihm Einhalt zu gebieten. Das Einzige, was der Mensch für sich bewahren kann, ist sein Gewissen, nicht erneut auf diesen Zug, (vom Konstrukt in altbewährter Manie auf die Gleise gesetzt), aufzuspringen. Besser man lässt ihn vorüberfahren, leer, ohne Insassen.
Es macht wenig Sinn, das Konstrukt im Detail darzustellen. Das ist müßig. Es gibt ausreichend Literatur, Quellen. Zitate, Aussagen – jeder darf sich daran bedienen. Nicht alles ist unter Verschluss. Man muss halt nur länger suchen.
Letztendlich gilt: „Eine schlimme Wahrheit ist besser als eine süße Lüge“
Und auch hier zitiere ich Gabriele Krone Schmalz:
„Man kann sich der Wahrheit nur dann annähern, wenn man akzeptiert, sie nie ganz zu besitzen. Diese Einstellung eröffnet zumindest eine Chance, nahe an die Wahrheit heranzukommen. Und man kann sich der Wahrheit – aber das kommt ein paar Stufen tiefer – am besten dann annähern, wenn man sich als Journalist für die Interessen der handelnden Personen interessiert.“
Ich glaube, dieses Feld, haben die meisten Journalisten schon längst verlassen.