Kein Volk ändert in einem halben Jahrhundert dramatisch Wesen und Charakter.

Ich brauche ein bisschen Abstand. Diesen Abstand fülle ich mit ein paar Gedanken über die Ansätze eines grausamen Verlaufs. Ich muss das tun, um bestimmte historische Vorgänge besser verarbeiten zu können. Das macht es nicht besser, aber ein bisschen leichter, weil Verschwommenes klarer wird.

Das Verfassen von Berichten zu den Gräueltaten gegen die Volksdeutschen, zu dem Töten, Abschlachten, dem Elend und Leid, fällt mir verdammt schwer. Eigentlich ist es unerträglich. Genauso unerträglich wie das Wissen zum Keim des Ganzen. Nichts davon ist fiktiv, es hat sich so zugetragen.

Auch wenn die Wahrheit über die Gräueltaten an unserem Volk vermutlich nie ans Licht kommen wird, mache ich für mich meinen Frieden, indem ich das, was ich weiß, niederschreibe und das Wissen mit den Menschen teile, die genauso wie ich, ein Interesse an der Wahrheit haben.

Es wiederholt sich nur, was sich schon mal zugetragen hatte.

Man kann es eigentlich nicht oft genug sagen, um zu verstehen: Es wiederholt sich nur, was sich schon mal zugetragen hatte. Die Akteure, Darsteller, Prediger sind andere als vor vielen hundert Jahren, doch mit der gleichen Intention.

Tatsächlich könnten wir die beiden sogenannten Weltkriege der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch als unseren „Dreißigjährigen Krieg“ bezeichnen, der 1914 mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajevo begann und 1945 mit dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki endete.

Das 17. Jahrhundert erlebte den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) mit seinen unglaublichen Massakern an der Zivilbevölkerung. Allein in Deutschland fand dabei ein Drittel der Bevölkerung im Namen der Religion den Tod.

Die Staaten des Westens übten immer schon eine Art der Rache an den Deutschen, und das zu Zeiten als es den uns zugetragenen „Rassismus der Nazis“ noch gar nicht gab.

Die Tatsachen sind so erschreckend, dass sie nur schwer zu begreifen sind.

Alles unter Verschluss? Ich, für meinen Teil, möchte kein Hüter grausamer Ereignisse aus der Vergangenheit sein

Meine Mutter ist belesen, sehr belesen. Ihr Wissen habe ich immer bewundert. Nicht alles, konnte sie uns zutragen. Zu sehr wären wir in Konflikt geraten, unter dem beherrschenden System der damaligen DDR.

Neben ihren persönlichen Erlebnissen hat sich meine Mutter intensiv „durch die Geschichte“ gelesen. Denn auch sie wollte, wie ich heute, begreifen. Nur mit dem Unterschied, dass ich eine eher unbeschwerte Kindheit und Jugend erfahren durfte.

Sätze, Zitate, Passagen die nachdenklich stimmen

Es gab da mal eine Sitzung Roosevelts mit dem Joint Chiefs of Staff (Vereinigten Stabschefs). Zugegen war Allen Dulles, Leiter des amerikanischen Geheimdienstbüros in der Schweiz. Mit starken Worten beschwerte er sich 1943 über die Politik der Alliierten. Der Grund für seine Worte war unter anderem auch Roosevelts Aussage:

„Die deutsche Denkweise lässt sich nicht per Dekret, Gesetz oder Befehl verändern… ich bin zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gewillt zu sagen, dass wir nicht beabsichtigen, die deutsche Nation zu vernichten“.

Und der amerikanische Publizist und Präsidentenberater Walter Lippmann beschrieb es seinerzeit so: »Erst wenn die Kriegspropaganda der Sieger Einzug gefunden hat in den Geschichtsbüchern der Besiegten und von den nachfolgenden Generationen auch geglaubt wird, kann die Umerziehung als wirklich gelungen angesehen werden…«

Wo wir zum Ausgangssatz zurückkehren: Kein Volk ändert in einem halben Jahrhundert dramatisch Wesen und Charakter.

Doch mittels Propaganda über die Kartelle eines mächtigen Konstrukts entstand Hass, man nahm ein ganzes Volk in Geiselhaft und verankerte die Kollektivschuld.

Ergebnis: Weltweit besitzt kein anderes Volk so wenig Nationalstolz wie das deutsche!

An dieser Stelle greife ich eine berechtigte Fragestellung des Alfred de Zayas auf:

„Berufsmäßige Historiker werden jetzt wahrscheinlich den Einwand erheben, dass sie dies alles schon gewusst haben. Warum aber, wird sich dann der Leser die Frage gestatten, haben sie nicht darübergeschrieben, wenn sie es wussten?

Warum haben sie die Öffentlichkeit nicht informiert? Warum haben sie nicht versucht die Ereignisse ins richtige Verhältnis zu setzen, indem sie sie mit anderen Kriegen und Massakern in eine Reihe stellten?

Die unmenschliche Behandlung der Deutschen durch die vorgeblich so mitleidswollenen Amerikaner und Briten stellt eine der kuriosen Anomalien des 20./21. Jahrhunderts dar. Dennoch sind sich die wenigsten Menschen bewusst, dass eine solche diskriminierende und menschenunwürdige Behandlung jemals stattgefunden hat.“

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Quelle

(In Teilen übernommen aus einem Vorwort des Alfred de Zayas zu „Verschwiegene Schuld“ von James Baque)


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