Unsere Reise zum „dänischen Kap Horn“ – Teil I

Gestartet sind wir am 21. Juli 2023 mit einer eher unausgereiften Reiseplanung, aber mit ausreichend Wegzehrung. Nur die Richtung war sicher: Es geht gen Norden.

Angedacht waren bekannte als auch weniger bekannte Orte in Dänemark, Schweden und Norwegen: Wobei uns schon bewusst war, dass sich die schönsten Plätze dieser Länder kaum in drei Wochen entdecken lassen würden.

Noch in Deutschland, gab es am 23. Juli ein Geburtstagsständchen für den Göttergatten. Die Blümchen habe ich gleich am Morgen, nachdem es endlich aufgehört hat zu regnen, gepflückt.  

Kurz vor Tønder, beim Dorf Sæd passieren wir später die Grenze zu Dänemark.

Anschließend bummeln wir durch eine heiter-beschauliche Marschlandschaft von schier endloser Weite, die ein mächtiger Himmel überwölbt. Überall saftiges Weidegrün, unterbrochen von schnurgerade gezogenen Wassergräben.

Es ist übrigens die einzige Ländergrenze Dänemarks, knapp 68 Kilometer lang, wogegen die Länger aller Küsten 7400 Kilometer beträgt.

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Da wir die überwiegende Zeit in Dänemark weilten, möchten ich neben unseren persönlichen Erlebnissen, kurz noch etwas über das Land berichten: Dänemark ist ein amphibisches Land. Es umfasst an die 500 Inseln, wovon etwa 100 bewohnt sind, und kein Punkt des Landes ist weiter als 52 Kilometer vom Meer entfernt.

Diese seltsame Landschaft entstand durch die Gletschertätigkeit während der Eiszeiten. Die abtauenden Gletscher hinterließen Erdanhäufungen, während das schmelzende Eis Abflussrinnen und Täler ausschliff, die später vom Wasser der Ostsee gefüllt wurden.

Da – ausgenommen auf der Insel Bornholm – kaum Urgestein in diesem Bereich vorhanden war, fehlen höhere Berge.

Viele Spuren lassen erkennen, dass das Land seit der ältesten Steinzeit besiedelt war. Also seit etwa 12 000 Jahren.

Kurios mutet an, dass Dänemark zugleich eines der größten als auch eines der kleinsten Länder Europas ist. Eines der größten, wenn man die Fläche des zum dänischen Staat gehörenden Grönlands mit seinen über zwei Millionen Quadratmetern hinzurechnet; ziemlich klein, wenn man nur das Gebiet des Mutterlandes sieht. Mit seinen 45 000 Quadratkilometern erreicht das Kernland nicht mal die Größe Niedersachsens.

Die Geschichte des Landes ist respekteinflößend. Das kleinste der drei skandinavischen Königreiche beherrschte durch Jahrhunderte den skandinavischen Raum und zählte zu den Großmächten. Zeugnissen aus dieser großen Vergangenheit sind wir auf unserer Reise vielfach begegnet.

Die Anfänge der dänischen Geschichte verlieren sich in sagenhaftes Dunkel, während die beglaubigte Geschichte kaum ein Jahrtausend umfasst. Ehe diese beginnt, weiß die Sage von einem heroischen Zeitalter zu erzählen, welches voll ist von kühnen Taten und Fahrten der nordischen Helden. Die erste beglaubigte Nachricht von Dänemark liefert der Reisebericht des Pantheas, welcher die Westküste Jütlands besuchte.

An der von Wind und Wellen geformten Westküste Dänemarks beginnt auch unsere Reise. Vergessen sind der lange Stau vorm Elbtunnel, die Eindrücke von der Hansestadt Hamburg, wie auch der unaufhörliche Regen bei 16 Grad Außentemperatur.

Gerne nehmen wir euch mit und passieren die schönsten Momente einer zauberhaften Reise.   

Jeden Tag an einem anderen Ort, fällt allerdings die Entscheidung zur Bildauswahl nicht ganz leicht. Ich hoffe trotzdem, dass ich die schönsten Momente gut transportieren kann.

Tag 3:  war zugleich der Geburtstag meines Göttergatten. Schöner kann eine Unternehmung eigentlich nicht beginnen.

Och menno: Wind, Regen, Nordseestrand…, hallo  !

In Ribe war der Wettergott dann nachsichtig und ließ das Wasser nur etappenweise fließen.    

Ribe, die älteste Stadt Dänemarks, ist aber auch bei Regen wunderschön

Hier gibt es Hornfabriken, allerlei Wissenswertes zu den Schiffsbauern der Region, dazu diese vielen hübschen, typisch dänischen Details hinter den Fenstern, und überhaupt herrscht ihr eine sehr entspannte Atmosphäre.

Wir schlafen abgeschieden schön. Jetzt schnell eine Nudelpfanne „gezaubert“, Göttergatte suppelt schon sein Landskron-Bier, und es hat endlich aufgehört zu regnen.  

Tag 4: Noch 180 Kilometer gen Norden. Wunderbar dieses Jütland. Hans Christian Andersen, der dänische Dichter und Märchenerzähler (u. a. „Das kleine Mädchen mit dem Schwefelhölzchen“, „Des Kaisers neue Kleider“) bezeichnete diesen Teil der Landschaft als den romantischsten Dänemarks. Wir können das so bestätigen. Diese Route begeistert durch ihre eindrucksvolle Unversehrtheit und Unberührtheit. Hier wechselt das fette Grün der Weiden mit dem stumpfen Oliv der Heideflächen, leuchtet heller Sand zwischen borstigem Dünengestrüpp, blitzen die blanken Spiegel des Meeres und der seenartigen Fjorde auf.

Nun sind wir auch im Norden (noch nicht am nördlichsten Punkt) des Landes angekommen und haben einen herrlichen Platz zum Übernachten in Blokhus gefunden. Nicht allein, aber das muss sein. Diese Nacht verbringen wir im Rauschen des Meeres…

Und auch das ist dann auch unser erstes Mal: Kochen mit Blick auf die Dünen, Essen mit Blick aufs Meer, rechts von uns „wohnt“ ein Papa mit seinem Sohn im Dachzelt – gerade grillen sie etwas, es riecht lecker!

Links von uns tummeln sich unzählige Kraftfahrzeuge, es geht hier stellenweise zu wie auf einer Fernverkehrsstraße – und trotzdem ist es einfach nur genial!

Noch ein Abendspaziergang – Bert hat uns im Blick.

Tag 5: Wir stehen immer noch am Meer mit Sonnenschein. In der Nacht kam es uns allerdings stellenweise so vor, als wären wir auf, und nicht am Meer, bei Böen um die 86 km/h.   Also so a bissl wie aufm Schiff.

Das Meer tobt, die Wellen schlagen hoch.

Ich war nur bis zu den Knöcheln im Wasser, und hoffe doch sehr, dass die See bald etwas ruhiger wird. Die Wassertemperatur ist in jedem Fall perfekt zum Baden

Musikalisch unterlegt, begleitet uns Wardruna bis zum nördlichsten Punkt Dänemarks. Ganz nah am Kattegat finden wir einen wunderschönen Platz, von dem wir zum „dänischen Kap Horn“ hinauspilgern. Baden ist hier eher schwierig, aber entlang des Wassers laufen, das tat auch gut. Mehr als 10 Kilometer sind wir zur Landessspitze hinaus gewandert. Ringsumher Sandwüste, Meeresbrandung und Himmel, durchdrungen und durchstrahlt von der vielfachen Reflexion des Lichts. Die äußerste Spitze des Sandbodens ist übrigens ein flexibler Punkt, der die Wechselwirkung Skagerrak und Kattegat fortwährend verschiebt.

Am Punkt, an dem sich die Meere treffen, treffen sich natürlich viele Menschen. Es ist schon beeindruckend und wir haben auch lange innegehalten.  

Die Eindrücke lassen sich dennoch kaum über Bilder transportieren, man muss dagewesen sein, um dieses Naturereignis zu spüren.

Es war einfach wunderbar!

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In Teil II reisen wir dann weiter gen „Falsters Südkap“ mit einer kurzen „Zwischenlandung in Süd-Schweden. Ich freue mich, wenn ihr auch diesen Teil unserer Reise Revue passiert.


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