Weiter geht’s mit einem Rückblick zu unserer Reise von Jütlands Nordseeküste zum dänischen Kap Horn“ weiter gen Osten über den großen Belt – Teil II

Ein letzter Gruß, ein wehmütiger Blick, ein Abschied: Skagens Horn, der nördlichste Punkt Jütlands war einfach fabelhaft!

Aber nicht nur der Punkt, an dem sich Kattegat und Skagerrak küssen, nein, auch die Kurzvisite in Gammel-Skagen überrascht. Frühaufsteher werden belohnt. Denn schon morgens um sechs Uhr bietet sich am Hafen – mit den roten Modellbaukasten-Häuschen und den roten und schwarzen Wimpeln der 300 Fischerboote voll bizarrer Farbigkeit – das Schauspiel der Fischauktion, bei der die Fänge der Nacht versteigert werden.

Tag 6: Huch. Sind wir etwa falsch abgebogen? So ein hübscher Palmenstrand.

Ne, ne…, wir rollen nun an der Ostseeküste entlang und haben diesen wundervollen Strand von Frederikshavn entdeckt. Bert mag den Blick auf die Ostsee auch. Es ist ganz still hier. Nur ein leises Plätschern ist zu vernehmen. Gegenüber liegt die kleine Insel Deget.

Auch wenn es immer wieder ein bisschen vom Himmel tröpfelt, genießen wir diese Seite unweit des „Skagen Horns“ sehr.

Später folgen wir den Spuren der Wikinger Richtung Mariagerfjord.

Zum Übernachten finden wir einen schönen Platz nördlich des Limfjords auf der Lindholmhöhe unweit der Stadt Aalborg. Hier wurde die einstige Wikingerstadt Vendila freigelegt mit Hunderten von Grabstellen und 15 Grundmauern von Wikingerhäusern.

Dieser Ort gilt als die umfangreichste Fundstelle Skandinaviens aus der Wikingerzeit.

Da es nun wieder ordentlich regnet, machen wir uns später auf den Weg. Bis dahin kommunizieren wir mit den Schafen, die uns gegenüber auf der Wiese grasen.

Ein erster kurzer Eindruck. Es weht hier mächtig und dazu das Nass aus den Wolken macht es auch nicht besser. Wir sind dann schnell wieder zurück zum Bert.

Die Stimmung hier, und an den Grabstellen lässt sich kaum beschreiben. Ein Kraftort.

Vielleicht laufen wir heute Nacht nochmal zu den Grabstellen hoch und hören, was uns die alten Seelen zu berichten haben.

Typisch sind die vielen Steinsetzungen in Schiffsform. Währen die großen Anführer der Wikinger mitsamt ihrem Schiff begraben wurden, setzte man für die rangniedrigere, doch immer noch angesehen Krieger Steine in Schiffsform.

Das Seefahrervolk glaubte, dem Toten würden im Jenseits so gewaltige Kräfte zuströmen, dass er die Steine in ein richtiges seetüchtiges Schiff verwandeln könne.

Tag 7: Hier endet die wundervolle Zeitreise auf der Lindholmhöhe und wir statten dem Liliputstädtchen Mariager am gleichnamigen Fjord einen Besuch ab.

Dazu darf man festhalten: In allen skandinavischen Ländern wurden mit viel Geschick und Liebe zum Detail Freilichtmuseen zusammengestellt, die den Baubestand und die Lebensweise in Dörfern aus früheren Jahrhunderten veranschaulichen.

Wir durchfahren das Himmerland, ein sanft gewellter Teppich aus Getreidefeldern, Wiesen und Baumgruppen. In einer solchen Region fällt es nicht schwer einen schönen Übernachtungsplatz zu finden. Bert fährt entspannt auf seinen Platz. Und da stehen wir nun, ganz nah am Mariagerfjord und unweit der Wikingerburg Frykat.

Jetzt gibts erstmal was hinter die Kiemen.

Tag 8: Besuch der Wikingerburg Frykat. Der Schmied war Klasse.❣️ Er hat sein „Tun“ ganz wunderbar erklärt.

Nebenan wirkte ein Weib und erklärten ihre Webarbeiten. Nebenbei kochte sie irgendwas Leckeres. Es roch köstlich.

In der Tischlerei haben wir auch mal vorbeigeschaut.

Bert wartete indes auf uns. Und immer wieder schweifte der Blick über dem Mariagerfjord.

Ein wundervoller Tag geht zu Ende und wir stehen wieder inmitten der Natur.

Das ist die Freiheit, die wir uns nehmen und die uns keiner nehmen kann.

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Da kommt mir doch das wundervolle Gedicht von Georg Wolfgang Augustin Fikenscher in den Sinn.

Ahnen

Viele der Ahnen findest du hier.

Von jedem führt eine Spur zu dir.

Von jedem ein Tropfen Blut in dir rinnt,

Der deine Bahn im geheimen bestimmt.

Ihr Tun und Denken schwingt in dir wieder.

Drückt das Gewicht ihrer Fehler nieder,

Hebt dich ihr Reichtum, ihr sehnendes Streben,

Kraft und Richtung soll es dir geben.

Hast versenkst du dich in ihr Geschick,

In ihr Kämpfen und Mühen, ihre Not, ihr Glück.

Dann blicke vorwärts und sei bereit,

Dein Werk zu tun zu deiner Zeit.

Liebe dies Leben! Umfasse es tief!

Erfühle den Sinn, wozu es dich rief!

Doch verlangt es von dir ein Ja oder Nein,

Bedenk, es gehört nicht dir allein!

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Tag 9: Wir suchen das Jelling der Wikingerkönige auf. Wären den Dänen hochtrabende Bezeichnungen nicht zuwider, könnte man die Jellingsteine unweit von Vejle als Nationalheiligtum einstufen. Sie stammen aus der Zeit um 960 und künden erstmals in der Geschichte vom Namen Dänemarks. Den größeren der beiden Runensteine ließ König Harald Blauzahn aufstellen. Er trägt in altdänischer Sprachform, die sich kaum von der norwegischen und schwedischen unterschied, die Inschrift: „König Harald ließ diese Hügel errichten für Gorm, seinen Vater und Tyre, seine Mutter, derjenige Harald, der ganz Dänemark und Norwegen gewann und die Dänen zu Christen machte.“

Wir können nicht sagen, was es tatsächlich war, was uns bewegte diesen geschichtsträchtigen Ort recht schnell wieder zu verlassen. Dabei erschien uns der Ort anfangs noch zauberhaft….

War es der Geist von den großen Wikingerkönigen Gorm der Alte und Blauzahn?

War es vielleicht das Wissen darüber, dass Blauzahn hier die Dänen zu Christen gemacht hat?

Oder waren es die 5 G Masten, die hier unübersehbar überall herausragten?

Vielleicht lag es auch an dem Platz, an dem sich die Golfer zum Spielen treffen.

In jedem Fall liegen hier der kleine und der große Jellingstein – große Runensteine und die bedeutendsten Dänemarks.

Sehenswert waren auch die alte Kirche, die nachgeahmte Schiffssetzung und die Palisaden.

Der Ort schreibt Wikingergeschichte um die Zeit um 900. Wir sind trotzdem weitergezogen. Ich bin gewiss, wir finden einen Platz mit einer besseren Aura.

Am Abend stehen wir an der Meerenge zwischen der Halbinsel Jütland und der Insel Fünen. Ich denke, wir haben nun einen guten Ort gefunden. Dieses Mal keine Idylle im Wald, dafür fast „spektakulär“ am Kleinen Belt, der westlichsten natürlichen Verbindung zwischen dem Kattegat im Norden und der Ostsee.

Und wir haben uns gerade sagen lassen, hier tummeln sich auch Schweinswale. Mit viel Glück sichten wir welche.

Aber erstmal schwingt mein Göttergatte die Angel und fischt unser Abendbrot

Morgen geht es dann weiter über den großen Belt (Støerebaltbrücke) nach Roskilde, und weiter Richtung Schweden.

Bleibt dran, denn dann gibt es Teil III zu unserer Reise.


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