Durch die Inseln Fünen und Seenland: Überfahrt Großer Belt (Størebaltbrücke) und weiter zur Öresundbrücke – und was dann geschah – Teil III

Fünen, dieses freundliche Eiland, von 98 kleinen Inseln umkränzt, liegt geografisch mitten in Dänemark. Das ganze Gebiet ist ein abgesunkenes Moränengelände, die Meeresarme dazwischen sind Schmelzwasserflüsse der Eiszeit. Wir reisen durch eine Landschaft wohlbestellter Felder und blumenübersäter Wiesen, durch beschaulich-friedliche Dörfer gerahmt von lauschigen Buchenwäldern Nur die sommerliche Heiterkeit will sich nicht so recht einstellen. Schließlich erreichen wir Nyborg, den Brückenkopf Fünens gegen Seeland zu.

Die Fahrt am Öresund entlang Richtung Kopenhagen können wir nur empfehlen. An der dänischen Riviera reihen sich hübsche Badeorte aneinander. Auch bietet das parkartige Ufergelände immer wieder schöne Ausblicke auf den Sund und die gegenüberliegende Küste Südschwedens. Doch wir schwenken um, ändern die Richtung und „rollen“ über die Brücke in schwedische Gefilde.  

Wir schreiben den 29. Juli 2023 und wie schon auf unserer Reise vor einem Jahr, war es wieder eine wolkenverhangene Überfahrt. Schade.

Ankunft in Schweden an einem wunderschönen See unweit von Ystad, umzingelt von Gänsen, im Hintergrund das Zirpen der Grillen. Herrlich dieser Blick über den See während die Sonne hinter dem Horizont langsam verschwindet. Wir verkrümeln uns jetzt in Bert, denn draußen ist es schon recht klamm. Kein Wunder nach dem wochenlangen Regen. Wir träumen heute nicht von, sondern in Schweden.

Ausgeträumt: 30. Juli 2023

Da sind wie nun angekommen: Vom nördlichsten Punkt Dänemarks (Skagen) zum südlichsten von Schweden (Smygehuk) Klingt erstmal schön, und doch zieht es uns nach Dänemark zurück. Wobei wir diesem schönen Landstrich Südschwedens eigentlich sehr zugetan waren.

Aber warum?

Wir sind nun in Schonen angekommen, dem Land der Schlösser, Kornkammer und Badeparadies. Die Kornkammer können wir in jedem Fall so bestätigen. Und eigentlich sind die Wege durch Schonen interessant, vor allem dieser fortwährende Wechsel von Bauernland, Meeresstrand und Küstenstädtchen.

Zuerst zog es uns zu einem Schloss, dass auf der Strecke nach Ystad liegen sollte. Nachdem wir einige Anläufe genommen haben, dieses Schloss ausfindig zu machen, zierte ein Schild: Privat! Durchgang Verbot“, den Weg. Wir zogen enttäuscht von dannen, freuten uns aber auf den Strand von Smygehuk.

Schon bald stellen wir fest: Frei stehen an der Südküste ist eine echte Herausforderung. Schließlich fanden wir dann doch noch einen großen Stellplatz für Wohnmobile. Neben uns stand ein freundlicher Berliner, der gleich erklärte, mit dem frei stehen ist es in Schweden längst vorbei, ein Verbot jagt das andere.

Nun ja, wir liefen also zum Strand, noch gut gelaunt mit Decke und Handtuch, und ich bereit zum Gang ins Meer.

Ok, baden war nüscht…nur Steine, die den Weg säumten. Nichts destotrotz wollten wir nun den beschaulichen Ort entdecken. Aber ganz gleich, wo wir uns aufhielten, es roch schrecklich aus den Abwasserläufen…, und zwar so schlimm, dass ich mehrmals würgen musste.

Also nix wie weg. Auch an anderen Orten roch es schrecklich. Angeblich käme der Geruch von den Papierfabriken, aber ich weiß es nicht. Denn der Geruch verbreitete sich in jedem Küstenstädtchen. Die Laune stand mittlerweile tief am Pegel.

Ein Highlight hatten wir noch vor uns: „Urbans Grab“, eine in Schiffsform errichtete Steinsetzung der Wikinger, vermutlich aus der Eisenzeit. Nix wie hin. Ok. Es ist Sonntag.

Als wir die Stelle der Steine aufsuchen wollten, stand ein Einweiser dort zu den Parkplätzen. Wohnmobile konnten auf den Campingplatz.

Es war voll, unruhig und ich glaube, es wäre besser gewesen, wenn wir den Besuch auf einen anderen Tag verlegt hätten.

Doch wir schlossen uns der Völkerwanderung an 🙉.. Oben angekommen, standen überall Kühe an den Steinen, trotz der Menschenmassen völlig entspannt. Das war eigentlich schön. Aber die vielen Menschen dort, erklärten das Terrain zum Freizeitpark.

Auf zwei Bildern ist „Urbans Grab“ nicht von Menschen belagert.

Die aus unbehauenen Blöcken in Schiffsform errichtete Steinsetzung (vermutlich aus der Eisenzeit) ist schon eindrucksvoll. Auch die Lage ist herrlich, auf einem Wiesenrücken über dem winzigen Hafen von Käseberga.

Nachdem wir den Ort verlassen haben, folgten weitere wenig schöne Erlebnisse. Nachdem wir dann für (umgerechnet in Euro 2.04 den Liter getankt haben /im Vergleich Dänemark 1, 61)) ging die Suche nach einem Übernachtungsplatz los.

Unsrer Eindruck: mit dem Wohnmobil ist man in der Region nicht willkommen, es sei denn, man sucht einen völlig überfüllten und überteuerten Stell- oder Campingplatz auf.

Wir haben jetzt weiter nördlich mitten im Wald noch was gefunden, aber sumsasumarum war der Tag heute einfach nur enttäuschend.

Allerdings sind wir von Dänemark sehr verwöhnt und haben die Messlatte vermutlich zu hoch gesetzt.

Morgen unternehmen wir noch einen Versuch im Süden Schwedens. Wir wissen, dass es im Norden übersichtlicher und wohnmobilfreundlicher zugeht. Aber wir wollten auch mal den Süden entdecken.

Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd.

31. Juli

Wir haben uns entschieden:  Zurück nach Dänemark! Nochmal über den Öresund und vier Kilometer durchs Tunnel. Es regnet unablässig, seit wir in Schweden abgefahren sind. Es schüttet teilweise wie aus Eimern. So richtig können unsere „Wetterexperten“ das Geschehen auch nicht einordnen, also schreibt man wechselhaft und zur Sicherheit noch „wolkig“… Regen inklusive…

Nach Regen folgt fast immer Sonnenschein. Naja zumindest ist es nun trocken. Und dazu haben wir noch ein herrliches Plätzchen gefunden, direkt an einem Badesee am Waldrand. Ein herrliches Fleckchen Erde. 💕

  1. August

Wir trotzen dem Wetter und gehen Schlösser gucken, und so…😅☔️

Hier sind wir am Schloss Gavnø auf der gleichnamigen Insel südlich von Næstved. In früheren Zeiten war es eine Seeräuberburg. Die jetzige Gestalt stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist seit dem 17. Jahrhundert im Besitz der Grafenfamilie Thott.

Hier befindet sich auch die größte private Gemäldesammlung Nordeuropas sowie eine großartige Sammlung Meißner Porzellan und eine Bibliothek mit 200 000 Bänden.

Gavnø ist kein Museum, sondern ein modern nationalisierter Gutsbetrieb mit Blumenfarm, Schloss und Park.

Allerdings kostet der Besuch pro Person 160 dänische Kronen = 21, 46 Euro…

Wir fahren nun weiter.

Wer hätte das gedacht? Die Sonne zeigte sich, die Wolken machten Platz und wir konnten entlang der Ostküste am Nysø-Fjotd herrlich durch den geschichtsträchtigen Ort Præstø schlendern. In dem pittoresken Städtchen herrscht eine zauberhafte Stimmung. Das etwa 3000 Einwohner-Dorf liegt am gleichnamigen Ostsee-Fjord. Es besitzt seit 1403 die Stadtrechte und ist in seiner Geschichte sieben Mal abgebrannt, wurde von Sturmfluten und der Pest heimgesucht.

Die Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert, westlich der Stadt liegt das Schloss Nysø aus dem 17. Jahrhundert. Leider nicht zugänglich, da im Privatbesitz.

Der Ort war unter Baronesse Stampe Treffpunkt berühmter Dänen, wie Grundtvig , Thorvaldsen, H.Chr. Andersen und Prof Ingmann.

Nun stehen wir auf der Landzunge Knudshoved Odde. Der Weg ist gesäumt von hübschen Häuschen und ein Megalithgrab haben wir auch noch entdeckt.

Und hier schlafen wir heute Nacht: Was für ein grandioser Übernachtungsplatz kurz vor der Insel Møn mit Blick auf die Dronning Alexandrines Brücke und mit Badesteg vor der Tür. Ganz schnell was gegessen und anschließend ein Bad im Fjord genommen. 😍

Einfach wunderbar!

Von den kräftigen Regenschauern zum Tagesbeginn mal abgesehen, war es heute ein wirklich schöner und erlebnisreicher Tag. Morgen geht’s dann auf die Insel Møn,  

  • / 3. August

Von schroffen Klippen über eine malerische Hügellandschaft hin zu einer Kulisse wie im Märchen und weiter zur Fanefjord-Kirche, erbaut um 1250 war heute alles dabei.

Møns Klint!

Auf zu den gewaltigen Steilabbrüchen deren Kühnheit selbst die der Kreidefelsen von Rügen übertrifft. 128 Meter hoch thronen die Klippen über dem Meeresspiegel. 497 Stufen haben wir überwunden – einmal runter, einmal hoch…

Runter zum Strand war ganz ok. Nach oben schweißtreibend.

Als wir beschwingt die Stufen nach unten nahmen, keuchten uns die nach oben Steigenden mit verzerrtem Blick entgegen.

Zurück kam nicht in Frage….also tapfer weiter. Aber die Mühe lohnt. Es war grandios.

Jetzt stehen wir auf einem schönen Platz an der Steilküste, blicken aufs Meer hinab und freuen uns aufs Abendessen. Bert hat uns auch hier im Blick. Hier herrscht eine eher raue Stimmung, die aber auch wieder ganz besonders ist

Noch geschwind einen Eindruck vom Übernachtungsplatz aus: Bert ist in guter Gesellschaft. Endlich bekommt er mal Verstärkung zu allen Neuauflagen. Wobei das tolle Wohnmobil neben uns noch einige Jahre älter ist als unser Bert.

Und was soll man sagen? Von wegen wir sind oldscool. Während wir auf herkömmliche Auffahrkeile gefahren sind, liefen die Insassen des Hanomag-Hentschel schnurstracks zum Strand, kamen mit Steinen wieder zurück und nutzten diese dann als Auffahrkeile.😁😅

Herrlich! Muss man alles mal erlebt haben.

Bert hat schon vorsichtig geflüstert „“Wagt es euch nicht!“

Auszeit vor einem Blumen- und Kräuterparadies. Wer weiß, vielleicht verweilen wir hier auch über Nacht

Zunächst backe ich aber noch ein Brot, später radeln wir mal die Gegend ab.

(Insofern es trocken bleibt).

Da backt es ❣️Es duftet herrlich nach frischem Brot.

Fertig! Jetzt wird geradelt. Oder wir stechen in See.

Entdeckungen auf dem Weg.

Und auch diese Grabkamner aus der Jungsteinzeit haben wir entdeckt.

Dieser Ort ist ein Kraftort, ein Ort an dem man „etwas “ spüren kann. Das Gefühl lässt sich nicht gut beschreiben. Man muss dagewesen sein.

Beim Dorf Horslunde in Torrig findet man das nit 12,3 Meter längste Kammergrab Dänemarks.

Mann kann in gebückter Haltung hineingehen.

Und nichtsahnend kreuzen Wikinger unseren Weg

Dor also lebt das Wikingervolk. Ich war nebenan noch schnell baden.

 Wir bleiben auf jeden Fall hier, denn wir sind in guter Gesellschaft.

Auch der Gänseturm war einen Besuch wert.

  • August – Vom dänischen „Nordkap“ zum „Südkap“. 💕

Von weit oben da kommen wir her und stehen nun am südlichsten Punkt am Meer. 😍

Nirgendwo erstrecken sich Dänemark und Skandinavien soweit nach Süden wie mit der Landzunge Gedser Odde – Falsters „Südkap“.

Es ist die vermutlich letzte „aufregende“ Station auf dieser Reise durch Dänemark und Schweden.

Für Montag sind Sturmwarnungen entlang der Ostseeküste gemeldet.

Wir treten dann morgen die Reise nach Deutschland an und lassen diese wunderbare vergangene Zeit auf Usedom ausklingen.

Was heute sonst noch geschah, lest ihr gleich. 😊Und ich verspreche euch, es bleibt spannend.

——–

Auf den Bildern seht ihr unseren Platz in Skagen am Strand und von heute auf einer Klippe an der Gedser Odde.

Links steht übrigens wieder (wie in Skagen) ein Auto mit Dachzelt. Respekt! Denn hier weht es ordentlich.

Dann schaun wir uns mal um, hier am südlichsten Punkt Dänemarks. Und wenn ihr genau hinschaut, seht ihr, dass unser Bert in der ersten Reihe steht.

Links von uns liegt eine Vogelstation, vor uns bizarre Klippen, hinter uns Getreidelder, die gerade bewirtschaftet werden und noch weiter hinten thront der Leuchtturm von Gedser über allem.

Es ist einfach nur beeindruckend. Aber seht selbst, auch wenn man die Stimmung nur bedingt transportieren kann.

Wir schlafen dann wieder im Rauschen des Meeres. Was für ein toller Abschluss.

  • August – Stopp! Da war doch noch was. Einen Versuch auf Zeitreise zu gehen, haben wir noch schnell unternommen, sind aber wieder zurück „gestrandet“

Auf der Rückreise haben wir uns noch für einen Halt in Ladby entschlossen. Dort haben wir die uns aufgetragenen Aufgaben zur Zufriedenheit der Götter erledigt: Felle getrocknet, Ruder geholt, Schiff seeklar gemacht, getöpfert, geschnitzt, in der Klamottenbutik neu eingekleidet, Krabben gefangen und Holz geschlagen…

Odin habe ich auch getroffen.

Der Höhepunkt des Tages: Hier trafen wir auch einen Wikingerhäuptling mit seiner Familie, 11 Pferden und vier Hunden. 😉

Was ihr hier seht ist sein Schiffsgrab.

Es war eine fabelhafte Reise.

Doch das Grab, dessen Abdruck heute noch ersichtlich ist, hat mein Göttergatte alleine besuchen müssen. Da bin ich ein echter „Schisser“.

Aber nicht wegen des Grabes und den Gebeinen, die sich da finden…, nein, vielmehr war es diese sich automatisch öffnende Tür. Ich habe Null Vertrauen in Technik. (darum wissen alle, die mich persönlich kennen).

Also wartete ich draußen, während er sich nun ganz allein in der Kammer hinter den sich automatisch öffnenden Türen befand.

Aber er kam wohlbehalten wieder zurück. 😄

Die Bilder sprechen für sich. Ich habe mich schon a bissl geärgert, dass ich nicht an der Stelle des Ursprungs war…, denn ein solcher Abdruck ist tatsächlich einmalig.

 Auf Wiedersehen du zauberhaftes Seenland. Dieses Mal bei Sonnenschein über die Brücke.

Heute hier und morgen dort, um es mit den Worten von Hannes Wader zu sagen.

Nun stehen wir 90 Kilometer vor Flensburg und.., ja wer hätte das gedacht? Es regnet.😄

Morgen fahren wir dann weiter auf unsere Stamminsel Usedom.

Hallo Deutschland! Kein Umrechnen mehr von Kronen in Euro, kein kostenloses Trinkwasser mehr, keine Übernachtungsplätze, die man mal eben „einfach so“ anfahren kann, aber wir stehen schon mal im Stau. Und hinzuzufügen wäre auch noch das „offensive Heckkuscheln“, auch Drängeln genannt….

Hach ja, was haben wir das (nicht) vermisst.


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