Wenn man genau hinschaut: Nahezu jede Epoche trägt die gleiche Handschrift, wenn es um Entvölkerung und Verarmung eines Volkes geht. In nahezu jeder Epoche des Weltgeschehens werden wir Parallelen zu aktuellen Ereignissen finden. Das ist kein Zufall. Und es bedarf auch keines Hellsehers, um zu begreifen, was vor sich geht.

Weils gerade präsent ist: Noch ein Blick auf das Geschehen vor dem Dreißigjährigen Krieg.
Wie wir aus Erfahrung wissen: Vor jedem später ausgetragenen Krieg wird erstmal ordentlich Anlauf genommen.
Ich nenne es Restauration.
So ließ der Landesherr Herzog Albrecht dazumal die reichhaltigen Bibliotheken durch Jesuiten einer gründlichen Revision unterwerfen, Es war ein förmlicher Vernichtungskrieg gegen alles ursprüngliche und klassische und Anti-Papst-Literatur. Gegen alles gesunde, zu selbstständigem Denken und Prüfen anregender Geistesnahrung.
Schon bald entstanden in München die ersten deutschen Kirchenbauten im Jesuitenstil.
Entvölkerung und Verarmung und die Verengung des Geistes seiner Bewohner waren die traurigen Folgen dieser Restaurationspolitik, zu welcher der Landesherr und sich die Jesuiten die Hände reichten.
Aber mit solchen Opfern wurde es erkauft, dass das Vaterland die Hochburg des Papsttums in Deutschland wurde. München wurde der Mittelpunkt der propagandistischen Presse, wie der römischen Reaktion. Als deutsches Rom priesen es die Jesuiten und den Herzog Albrecht als zweiten Josias und Theodosius. (die Gebrüder Rihel.)
Und so nahm alles seinen Lauf. Der Einstieg war gesetzt, der Weg frei. Es gab sie halt immer diese Wegbereiter.
In dem Fall war es Herzog Albrecht, der unermüdlich dem großen Prinzip, als dessen Vertreter er sich ansah, soweit seine Macht und sein Einfluss reichte, Geltung zu verschaffen.
Als mit dem Tod des Grafen Ladislaus (1567) die am Inn gelegene Grafschaft Haag an Bayern fiel, eilte er, auch aus diesem neuen Besitz die Protestanten auszutreiben auch ihn zu romanisieren. Den jungen Markgrafen Philipp von Baden-Baden, dessen Vormund er war, ließ er nach München kommen und von Jesuiten erziehen.
Und wie sich das so verhält, wenn man sich mit den „entsprechenden Personen“ einlässt, das erleben wir gerade hautnah.
Es ging nie um Religion und ihre Inhalte oder um etwas anderes Vorgeschobenes – es ging einzig und allein immer nur um Macht!
• Dazu lohnt auch der Blick auf den westfälischen Clerus oder auf die Bistümer Nordwestdeutschlands.
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Infotafel (Auszug Wikipedia)
Die Aufhebung des Jesuitenordens erfolgte im Jahr 1773 durch Papst Clemens XIV.
Der in der neuzeitlichen Kirchengeschichte einzigartige Vorgang im Zeitalter der Aufklärung raubte dem Papsttum eine wichtige Stütze. Am Kampf gegen die Jesuiten waren Aufklärer maßgeblich beteiligt. Die Aufhebung wurde im Jahr 1814 von Papst Pius VII. rückgängig gemacht.
Große Bedeutung erlangte nun die Freimaurerei – entstanden im 18. Jahrhundert – mit ihren Grundpfeilern: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Im Berliner jüdischen Bildungsbürgertum begründete 1770 der bekannte Philosoph Moses Mendelssohn die Haskala, eine Vereinigung, die sich innerhalb der Aufklärung die jüdische Emanzipation und Gleichberechtigung zum Ziel gesetzt hatte.
Herzog Albrecht, der zu Beginn seiner Regierungszeit einen gemäßigten Kurs gegenüber den Protestanten eingeschlagen hatte, wurde später zu einem wichtigen Gegenreformator. Zu diesem Zweck holte er auch die Jesuiten, denen er 1557 die Führung der Universität Ingolstadt übertragen hatte, 1559 nach München.
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Foto stammt aus der Bertelsmann Lexikothek – „Panorama der Weltgeschichte Band I“.