Noch in Gedanken versunken bei den Ausführungen des Völkerrechtlers Alfred de Zayas, im Unverständnis über das Prozedere bis in die Gegenwart hinein, blättre ich mich Seite für Seite durch die Geschichte Lothringens.

Wie auch die vielen Provinzen Ostdeutschlands sind Elsass und Lothringen ebenso reich an geschichtlichen Ereignissen und wechselvoller Geschichte.
Im Osten war es die Zeit der Burgunder und Vandalen; im Raum des späteren Lothringens die der Merowinger, die sich als Bollwerk germanischen Lebens und Geistes erwies.
Nun ja, Antworten auf meine vielen Fragen, die sich aus dem heutigen Geschehen heraus ergeben, habe ich bislang nicht erhalten. Zusammenhänge jedoch, die sind erkennbar.
Natürlich wird es nie diese gewünschte Antwort sein, wie es auch nicht diese EINE Lösung auf das Große und Ganze geben kann. Es gibt nur Ausrichtungen, Hinweise und viele hilfreiche Gedanken, um für sich selbst noch ein bisschen mehr Licht in das Dunkel bringen zu können, um handlungsfähig zu bleiben und guten Mutes für unser Land einzustehen.
So werfe ich einen Blick zurück ins Elsass und Lothringen als Reichsland zwischen 1871-1918, ein deutsches Land, so urdeutsch in Sprache und Lebensgewohnheiten der Landsleute wie Schwaben oder Bayern, hier wie dort deutsche Dorfhäuser, deutsche Wirtschaften, deutsch die Flachshaare und großen blauen Augen der Kinder, das Spinnrad, das Ehebett, das treuherzige, innige Wesen der Leute, wenn sie erst den Fremden ihr Herz öffneten.
Bismarcks Lösung im Jahr 1871 im Streit um das Schicksal des Gebietes war verwaltungsmäßig wie politisch recht verwickelt. Bismarck selbst nannte sie eine „einmalige Erscheinung“. Aber sie trug den lebendigen Drang des deutschen Volkes nach Einheit der deutschen Stämme und Länder Rechnung und gab den Willen zum weiteren Ausbau der Reichseinheit und Reichsgewalt, auch die Versailler Proklamation betreffend, hinaus Ausdruck.
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Und immer sind da diese Parallelen zur Gegenwart…
Doch ließ man sich die französische Propaganda , die recht geschickt und sehr „rührig“ war, ungestört ins Reichsland ausbreiten. Nach dem Ende Bismarcks als Reichskanzler, gab es zahlreiche Fehler in der Politik. Das Reichsland war gut verwaltet, aber schlecht regiert.
In der Summe würde das den Misserfolg Deutschlands im Reichsland nicht allein erklären.
Der wirkliche Grund für die Schwierigkeiten der politischen und seelischen Verschmelzung des Reichslandes mit dem Reich war der, dass das Reich von 1871 nicht Nationalstaat genug war, um dieses Einschmelzung zu bewirken.
Das zweite Reich war für die Bewohner nicht lebensnahe Wirklichkeit, sondern eine staatsrechtliche Konstruktion, mit der sie nichts Richtiges anzufangen wussten.
Statt des großen Staates, den sie verlassen hatten, der ihren Söhnen immer Raum und Möglichkeit zu Entfaltung und Aufstieg gegeben hatte und dem widerspruchslos anzugehören sie sich allmählich gewöhnt hatten, stießen sie im neuen Reich auf bundesstaatliche Schranken, egoistischen Partikularismus, ja eine gewisse Geringschätzung und Ablehnung.
Schließlich schlossen sich die Bewohner zu einem Eigenleben zusammen und vermochten die freudige Hingabe an das Deutsche Reich nicht aufzubringen. Das völkische Gemeinschaftsgefühl ging mehr und mehr verloren.
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In einer solchen Zeit appellierten zahlreiche Künstler, Schriftsteller und Musiker an das Nationalverständnis der Deutschen, allen voran Richard Wagner, der es ganz wunderbar verstand, das Volk an seine Wurzeln zu packen und diese Erinnerung auf vortreffliche Art musikalisch zu untermalen.
„Was ist deutsch?“, diese Frage findet sich in seinen gesammelten Schriften. Und auch hier verleiht er dem oft zu grauen und geplagten deutschen Geist ganz viel Farbe.
Richard Wagner appellierte an das, was uns über die Jahre mehr und mehr abhanden gekommen ist: „An unseren deutschen Geist“.
Und nach wie vor bin ich gewiss, wenn wir in der Lage sind, uns daran zu erinnern, wer und was wir sind, dann kann sich auch etwas verändern.
Das wäre dann auch eine schlüssige Antwort auf alle unsere Fragen.
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Quelle
Dr. Otto Meißner „Elsaß und Lothringen Deutsches Land“
Deutschland, Deutschland, Texte aus 500 Jahren
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Ein Foto zeigt den Hartmansweilerkopf, wo im Jahr 1915 im Ersten Weltkrieg 30 000 Soldaten ( die Zahl vermerkt auf einer Tafel aus dem Jahr 2015) während schwerer Kampfhandlungen zu Tode kamen.

Was die Zahl der darunterfallenden deutschen Todesopfer betrifft, wurde wie gewohnt mehr als einmal der Rotstift gezückt, und die ursprüngliche Zahl (30 000) nach unten „korrigiert“
Merkwürdig: Ein Screenshot vom 7. Januar auf der Homepage des Comite du Hartmanswillerkopf zeigt noch 30 000 tote Soldaten auf, doch mit Datum von 16. Januar 2021 wurde die Zahl durch 7000 ersetzt.