Die Folgen von Maßnahmen, gegen ein Volk gerichtet, und einer Propaganda, die bis dahin beispiellos scheint….

Aus den Tagebüchern meiner Mutter

Teil II – Kapitel II

Wie bereits angekündigt, setzte ich mit diesem Kapitel die Reihe „Aus den Tagebüchern meiner Mutter – aus der Feder einer Erlebnisgeneration“ fort.

Die Wortzahl lässt sich kaum unterschreiten, das Geschehen gerät sonst aus dem Kontext.

Also nehmt euch einfach genügend Zeit, und lest in einer ruhigen Minute.

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+++ Beginn Auszug aus der Niederschrift +++

Ich zitiere:

„Die Not und die Armut begann bereits mit dem Abschluß des Vertrages von Versailles mit dem Gewaltverzicht rein deutscher Gebiete. Für die Gründung des polnischen Staates mußte Deutschland ein Fünftel seines Landes abtreten.

Dies wurde von den Staaten Belgien, Großbritannien, Frankreich, Italien und den erst 1919 entstandenen Ländern Polen und der Tschechoslowakei beschlossen. (es kamen in den Besitz der Polen: Provinz Posen, Teile Westpreußens -(es entstand der so genannte Polnische Korridor) und Teile Oberschlesiens. 

Die Gebiete Elsaß und Lothringen nahm sich Frankreich, außerdem mußte Deutschland noch 286 Milliarden Reparationskosten zahlen.

Zu der riesenhaften Kriegsbeute zählten auch die Kolonien in Afrika, (die Franzosen, Engländer u. Belgier besetzten bereits 1916 Deutsch-Südwest (heute Namibia), Ostafrika (heute Teil von Tansania), Kamerun u. Togo. Belgien, England und Frankreich teilten sich die Gebiete, enteigneten und vertrieben die Deutschen, nahmen deren   Häuser und die angelegten Plantagen, Bahnanlagen und vieles mehr in Besitz.

Auch die anderen Kolonien teilten die großen Sieger untereinander auf. Das waren in China: Kiautschou, in der Südsee Neuguinea, Samoa, die Marschall-Inseln, Palau u. einige kleine Inseln.

Die Mehrheit der Deutschen fanden diesen “Friedensabschluß” falsch. Zur Anerkennung der nun entstandenen deutsch/polnischen Grenze kam es beim Treffen der Sieger in Locarno nicht! 

1926 wurde Deutschland Mitglied des Völkerbundes.

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Vorgeschichte: Am 28.6.1914 wird der österreichische Thronfolger und seine Frau in Sarajewo von einem Serben erschossen. Dieses Verbrechen und die allgemeine Feindseligkeit die zwischen Österreich-Ungarn und dem Königreich Serbien bestand führte zum Ersten Weltkrieg.

Am 28.7.1914 erklärte Ö.-U.-   Serbien den Krieg.

Am 30.7.14 befiehlt Rußland Gesamtmobilmachung gegen Ö.-U.- und gegen Deutschland, das im Bündnis mit Ö.-U.- stand. 

Darauf erklärten Frankreich und England, die im Entente mit Rußland verbunden waren, D. u. Ö.-U.-  den Krieg.

Die drei großen Gegner waren, mit ihren 262 Mill. EW und 5,7 Mill. Soldaten, von Anfang an weit überlegen. Auf beiden Seiten schlossen sich im Lauf des Krieges weitere Staaten an.

Als am 16.4.1917 die USA auch noch D. u. Ö.-U.  den Krieg erklärte, war die Niederlage nicht mehr aufzuhalten.

Der Eintritt Amerikas in den Ersten Weltkrieg war nicht das Ergebnis des deutschen U-Boot-Krieges  –Versenkung  des amerikanischen Schiffes “Lusitania”, das seit 17.9.1914  als bewaffneter Hilfskreuzer für die britische Admiralität lief, und mit Muniton, Handgranaten, Handfeuerwaffen und anderem Kriegsgerät beladen war.— oder irgendwelcher idealistischen Ziele, sondern  die glänzende Rüstungskonjunktur durch die Waffenverkäufe an die Entente Mächte.

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Versailler „Vertrag“

Der amerikanische Diplomat George F. Kennan sagt heute dazu: “…in der Tat ein Frieden, der schon die Züge der künftigen Tragödie trug” Es war der  Wunsch Deutschland für immer zu schwächen und als wirtschaftlichen Konkurrenten auszuschalten. .269 Milliarden Goldmark Reparationsleistung sollte ein Volk aufbringen, das total am Boden lag, deren Bevölkerung hungerte. Kriegsmaterial aber auch sämtliche Maschinen aus den Fabriken mußten an Frankreich und England abgeliefert werden. Dazu kamen die Gebietsabtretungen  

Es kam zu einer hohen Arbeitslosigkeit die bis 1932 auf über s e c h s Millionen anstieg. Notverordnungen wurden erlassen. Reichskanzler Brüning versuchte durch sparsame Haushaltsführung die Notlage einzudämmen. Aber die massiven Einschränkungen der Haushaltsausgaben trieb die Zahl der Arbeitslosen noch höher. Es kam zur Zahlungsunfähigkeit Deutschlands.

  • (Die Reparationszahlungen wurden zunächst gestundet und von Hitler beendet, aber seit 1990 zahlen wir wieder brav an unsere “Freunde”.)

Ich hatte keine besonnte Kindheit, sie war von Schrecken und dem Schatten der Zeit geprägt. Das von den tragischen Umständen geleitete Leben meiner Eltern, Verwandten und Bekannten, die Not der alten Leute, die keine Rente bekamen und betteln gehen mussten.

Die Not der Eltern bekamen auch die Kinder zu spüren. In dieser unruhigen Zeit, die mit großen Sorgen meiner Eltern verbunden war, wuchs ich heran.

Großen Kummer bereitete auch meinen Eltern die Post von meiner Großmutter väterlicherseits. Sie wohnte in Lissa, einer rein deutschen Stadt (wurde im 16. Jh. von Glaubensflüchtlingen aus Schlesien gegründet), die seit 1920 durch die Bildung eines polnischen Staates zu Polen gehörte. Aus den Briefen meiner Großmutter erfuhren meine Eltern von den Schikanen der Polen denen sie und all die anderen Deutschen täglich ausgesetzt waren (Anspucken, Treten, Schlagen, auf die Fahrstraße stoßen und viele andere Gewalttaten). Es gab für deutsche Besucher keine Einreise, so war mein Vater gezwungen bis nach Fraustadt mit der Bahn zu fahren u. von dort schwarz über die Grenze zu gehen. Das war sehr gefährlich; denn die Polen erschossen jeden der die Grenze illegal überschritt. Meine Mutter u. mein großer Bruder warteten mit. großer Angst auf die Rückkehr., ich spürte zwar die Sorge, konnte aber den Zusammenhang noch nicht verstehen.

Die Menschen standen 1933 noch vor der unbewältigten Niederlage des Ersten Weltkrieges, der Not, die durch den Versailler Vertrag und die Weltkrisen, über sie gekommen waren und der Angst vor dem Bolschewismus.

Und so geschah, ohne Abstimmung:

Elsaß Lothringen bekam Frankreich.

Da Deutschland nicht mehr zahlungsfähig war, besetzten die Franzosen und Belgier  1923 das Ruhrgebiet, sie raubten das Geld der öffentlichen Kassen,  erhoben Grenzzölle und Steuern und besetzten Gruben, Hüttenwerke und Fabriken und wie schon in den anderen besetzten Gebieten (Rheinprovinz,  Rheinpfalz, Saarland)  bestraften die Okkupanten willkürlich Männer, Frauen und auch Kinder mit Schlägen,  Misshandlungen, Verurteilungen zu Geldstrafen, Gefängnis und Ausweisungen  und  vielerorts geschahen auch Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen, Reiter jagten die Deutschen von den Bürgersteigen und schlugen sie mit Peitschen.

Ausgewiesen wurden mehr als 120000, die nichts mitnehmen durften und denen sofortige Hilfe gegeben werden mußte, geschehen im Westen durch Franzosen und Belgier und im Osten durch Polen. Von den Polen wurden eine Million Deutsche vertrieben, viele ermordet. „

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Anmerkung meinerseits: Richtig betrachtet gibt es nur den einen Weltkrieg, den von 1914-1918.  Er wurde nie beendet, der Friedensvertrag fehlt. Demzufolge ist der andere aus 1939 „nur“ ein Folgekrieg!

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Meine Mutter schreibt weiter:

„Die Zahlung der Kriegsschulden von 1919 wurden eingestellt (Dafür zahlt die Bundesrepublik heute wieder fleißig Millionen, alte Kriegsschulden von 1919 an die damaligen Sieger!)

Wir haben keinen Friedensvertrag, demzufolge haben wir die Anordnungen der Sieger auch nach 60 Jahren zu befolgen! Wann gehen eigentlich den Deutschen mal die Augen auf, wann hören die Nachkriegsgenerationen sich endlich die Berichte der Alten an? Wahrscheinlich, wenn es zu spät ist.

Und deshalb ist folgendes auch sehr erwähnenswert: Als nach 1919 durch die hohen Reparationsleistungen in G o l d keine Deckung der Mark mehr da war, führte das zur Aufforderung von Spekulanten des Auslandes, hier ein großes Geschäft zu machen. Man sagte: “Geh nach Deutschland, du kannst für wenige Dollar ein Industrieunternehmen, Warenhäuser, Geschäfte und Bauernhöfe kaufen.” Und sie kamen!

Für diese Ausbeuter des deutschen Volkes waren es die “Goldenen 20-er Jahre” (mit perversen Veranstaltungen).

Deutsche Unternehmer, die bei den Spekulanten einen Kredit mit hohen Zinsen aufnahmen, machten, wie vorgesehen, den Weg frei für Zwangsversteigerung und Besitzverlust.

Hier wurde von der NSDAP sofort ein Riegel vorgeschoben, manche mußten die auf unehrliche Weise erworbenen Häuser, Geschäfte usw. wieder zurückgeben.

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1934 starb Paul von Hindenburg, Hitler wurde Reichspräsident.

 Nur wer die Vorgeschichte Deutschlands kennt, kann über die Jahre von 1933 – 1945 mitreden.”

+++ Ende Auszug aus der Niederschrift +++


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