Wie in einem Spiegel schauen wir auf den Lebenslauf unseres Volkes, auf das Antlitz des „ewigen Deutschen“ – seine reichen Gaben, die ihn zu Großtaten befähigt haben, und seine bösen Fehler, die ihn so oft auf Irrwege führten. Möchten wir daraus die Selbsterkenntnis schöpfen, die neue Wege zu neuem Aufstieg eröffnet; möchten wir im besonderen aus den Großtaten der Ahne das eine gewinnen: das Bewusstsein von der dem deutschen Volk – trotz allem auch heute noch – innewohnenden Kraft. Ja, das möchten wir.

In einer Sache sind wir uns gegenwärtig nahezu alle einig: Deutschland braucht einen Neubeginn. Das Land ist mutlos, es wird planlos regiert, und ein Desaster reiht sich an das nächste. Wie in Trance taumeln wir durch eine Schlamper-Republik.
Die Ursachen dafür? Es gibt zu viel Denk- und Aktionsverbote, und es fehlt an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen und gleichzeitig sind wir zu selbstzufrieden. Die meisten unter uns tun so, als sei alles in Ordnung und schließen die Augen vor den Problemen, frei dem Motto: „Es ist gut wie es war, und irgendwie wird es schon weitergehen.
Doch weder ist es gut, wie es war, noch wird es so weitergehen. Fakt ist:
In nahezu allen Disziplinen ist Deutschland von den vorderen Plätzen in der EU auf einen der hintersten zurückgefallen. In mancher Disziplin „glänzen“ wir gar als Schlusslicht.
Es gibt viele Debatten über den richtigen Weg, aber kaum Taten, schon gar nicht die richtigen.
„Wann endlich gehen den Menschen in Deutschland die Augen auf?“ – ist unter anderem auch eine oft verwendete Randnotiz in den Memoiren meiner Mutter. Die Antwort gab sie sich meist selbst: „Wahrscheinlich, wenn es zu spät ist!“.
Zu keiner Zeit war das anders. Und so wird es wohl immer sein. All das Rufen, die unzähligen Schreie, das Appellieren an die Vernunft bleiben ungehört. Das kann einen schon mal an den Rand der Verzweiflung bringen. Aber warum ist das so?
Die Erklärung ist einfach:
Menschen bewegt stets nur das, an was ihnen gerade fehlt. Und das kommuniziert und behandelt man dann ausgiebig.
Ich bin kein Fan von Sigmund Freud, aber mit manchen seiner Einschätzungen lag er richtig: So vermerkte er einst: „Wer keinen Sex hat – spricht über Sex, wer Hunger hat, spricht über Essen, wer kein Geld hat – über Geld“ Das Zitat führte er noch fort mit den Worten: „… und unsere Oligarchen und Banker sprechen über Moral.“
Ein fortlaufender Prozess, den wir nicht aufhalten können und auch nicht werden.
Und deshalb hilft all das Schreien nichts. Auch die unzähligen unternommenen Versuche des Appellierens an die Vernunft verhallen ungehört im Dunstkreis. Und sie werden solange darin untergehen, bis das Unangenehme den Menschen selbst ereilt.
Beispiel: Mit dem Wissen um eine schwere Erkrankung (sei er nun selbst betroffen oder eine ihm nahestehende Person), wird sich derjenige sehr intensiv mit dieser Krankheit und den Möglichkeiten zur Heilung auseinandersetzen, um alsbald wieder zu gesunden. Nicht selten eignen sich Betroffene darüber ein enormes Wissen an.
Auch wenn es wenig befriedigend klingen mag: Doch müssen wir den Menschen um uns herum diese Zeit der Erkenntnis zugestehen.
Dann ist es vielleicht zu spät? Vielleicht. Ja. Aber wie definieren wir: „zu spät“? Schauen wir uns doch um. Allein dieser Zustand verrät: „Eigentlich“ ist es längst zu spät.
Ja, das dacht sich so mancher schon in der Vergangenheit. ‚Dabei „stolperte ich über das Gedicht von Georg Rodolf Weckherlin aus dem Jahr 1648:
„An das Teutschland
Zerbrich das schwere joch, darunder du gebunden,
o Teutschland, wach doch auf, faß wider einen mut,
gebrauch dein altes herz und widersteh der wut
die dich und die freiheit durch dich selbs überwunden.
Straf nu die tyrannei, die dich schier gar geschunden
und lösch doch endlich aus die (dich verzehrend) glut
nicht mit dein eignem schweiß, sondern dem bösen blut,
fließend aus deiner feind und falschen brüdern wunden.“
———
Damals wie heute? Möglicherweise ja. Die Parallelen sind offensichtlich.
„Die Mehrheit der Bevölkerung versteht nicht, was wirklich geschieht. Und sie versteht noch nicht einmal, dass sie es nicht versteht.“ Ich finde, diese Aussage von Noam Chomsky bringt das fortwährende Dilemma auf den Punkt.
Gewiss möchte man sich damit nicht abfinden.
Unruhig werden insbesondere die Geister, denen die Kausalkette zur Handlungsfähigkeit dieses Landes bekannt ist. Ja, sie wissen um das völkerrechtswidrige alliierte Besatzerkonstrukt, dass zu Lasten der Deutschen Staat spielen will. Seit Bestehen dieser BRD werden sämtliche Weichen falsch gestellt und die Menschen für ihr eigenes Schicksal verantwortlich gemacht.
Doch schimpft nicht mit denen, die es noch nicht verstehen, bekehrt sie nicht, noch hebt euren Zeigefinger oder baut euch erhaben und belehrend über ihren Häuptern auf.
Wenn etwas gedeihen soll, muss es von Herzen kommen, aus dem tiefen Bewusstsein heraus. Es muss sich richtig anfühlen, und nur dann lässt sich eine Sache authentisch und ernsthaft vertreten. Nur aus dem eigenem Antrieb heraus, mit dem daraus resultierenden Wissen kann etwas gelingen.
Das ist in jedem Fall besser, als lediglich dem Gedanken Folge zu leisten: „Der hat das aber so gesagt!“ Niemand kann ernsthaft etwas vertreten, was er nicht wirklich verstanden und über die eigene Erkenntnis hinaus verinnerlicht hat.
Salopp gesagt: Unter Menschen mit geformter Meinung, ist kein Krieg zu gewinnen!
Meines Erachtens brauchen wir eine Stunde „Null“, jede Menge Selbstvertrauen und vor allem die Liebe zu unserem Vaterland.
Nein. Deutschland ist kein Land der Ruhe. Vermutlich entdecken die Menschen die Freiheit der Selbstverantwortung erst in dieser Stunde „Null“ wieder, wie einst nach den Weltkriegen, und bauen ihr Land in Eigeninitiative wieder auf.
Doch bitte nicht wie nach dem Jahr 1989 über den verlogenen Weg von Schulden. Hier hat die Gesellschaft total versagt, weil das Vertrauen zu sich selbst quasi nicht vorhanden war.