Die Kimbern und Teutonen
Das Jahr 113 v. u. Z. bedeutet den Beginn der germanischen Geschichte. Zum ersten Mal erscheinen germanische Stämme im hellen Licht der Überlieferung.
Gewaltige Sturmfluten des Nordmeeres hatten wiederholt ganze Stücke der Küste hinweg gerissen und weite Teile des Landes überschwemmt.

Der Raum wurde zu eng für die wachsende Bevölkerung, angeborene Abenteuer- und Wanderlust kamen hinzu, und so zogen die Kimbern aus ihrer alten, unwirtlichen Heimat aus, mit Weib und Kind und all ihrer Habe, mit Rossen, Rindern und Herden – dem sonnigen Süden zu, nicht als beutegierige Räuber, sondern als landsuchendes Volk.
In der Gegend des heutigen Kärntens stießen dann zum erstenmal Germanen und Römer zusammen.
Mit einem Sieg eröffneten die Germanen ihre Bahn, das römische Herr, dass sich ihnen entgegenstellte, wurde völlig vernichtet.
Schrecken ergriff das römische Volk. Aber trotz ihres Sieges drangen die Kimbern nicht weiter in das römische Reich ein, sondern wandten sich zum Rhein, wo sie sich mit den Teutonen vereinten, ihren ehemaligen Nachbarn, die ebenfalls umherirrten.
Zusammen durchzogen sie nun Gallien zwischen Rhone und Pyrenäen. Vergeblich versuchten die Römer sie aufzuhalten, in wiederholten Schlachten wurden sie abermals geschlagen.

In dieser höchsten Not wurde Marius zum römischen Feldherren gewählt. Inzwischen waren die Kimbern und Teutonen wandernd und kämpfend bis nach Spanien gelangt, aber wieder zurückgeflutet, um schließlich doch nach Italien zu streben.
Wohl wegen der Schwierigkeit des Alpenüberganges trennten sich die beiden Völker.
Und getrennt wurden sie beide von Marius in furchtbaren Schlachten vernichtet. Zuerst die Teutonen bei Aquä Sextiä (heute Aix), 100 v. u. Z. , und im folgenden Jahr die Kimbern bei Vercellae (zwischen Turin und Mailand).
So war die erste germanische Welle gebrochen. Doch hinter ihr wogte das Meer.
Morgen geht es dann weiter bis zum Beginn der Schlacht im Teutoburger Wald. Zuvor lest ihr noch wie Cäsar ganz Gallien zum Bollwerk gegen die Germanen machte.
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Text +Sammelbild aus „Deutsche Geschichte“ von Albert Thümmel.