Aus der Reihe Deutsche Geschichte Wir schreiben 8 n. u. Z.: Arminius entführt Thusnelda / Die Schlacht im Teutoburger Wald (aus Band 1 nach Albert Thümmel)

„Obwohl Varus von Segestes (dem Vater von Thusnelda) immer wieder vor Arminius gewarnt wurde, schenkte er diesem nach wie vor sein ganzes Vertrauen.

Als er eins – es war im Herbst des Jahres 9 n. u. Z. – mit drei römischen Legionen durch den schluchtenreichen Teutoburger Wald zog, fielen die Germanen unter Führung des Arminius über die Römer her, umzingelten sie von allen Seiten und verfolgten sie Tag und Nacht.

Die Scharen der Germanen wurden immer zahlreicher, die Masse der Römer schmolz immer mehr zusammen. Am dritten Tag strömten Regengüsse hernieder, und ein furchtbarer Sturm erhob sich. Nun war es ein leichtes, auch den Rest der Feinde zu vernichten. Als Varus, schwer verwundet, die Schlacht verloren sah, stürzte er sich in sein Schwert.

Germanien war frei!

Der Eindruck in Rom war niederschmetternd. Der Kaiser Augustus zerriss seine Toga und reif schmerzerfüllt aus: „Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder!“

Man fürchtete bereits , dass Arminius auch das keltische Gallien zum Aufstand gegen das Römerreich aufreizen würde.

Aber germanische Uneinigkeit hinderte ihn daran, seinen Erfolg weiter auszubauen.

Einige Jahre später musste er gegen den Markomannen-König Marbold zu Felde ziehen, der in Böhmen ein Reich gegründet und mit den Nachbarvölkern einen gefährlichen Bund geschlossen hatte.

Arminius siegte, aber die Machtfülle, über die er nun gebot, erregte die Eifersucht und den Argwohn der Adelsgeschlechter.

Im Jahr 21 wurde er von seinen eigen Verwandten ermordet. Sein Bild aber wird zum Heldenideal der Nachwelt, und bald woben Sage und Dichtung ihre Schleier um seine Persönlichkeit.

Tacitus schrieb ihm die bewundernde Grabschrift: „Der Befreier Germaniens, im Kampfe unbesiegt!“

Ob nicht Arminius das Urbild zum Siegfried der deutschen Sage ist?


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