Rhein und Donau bildeten von nun an die Verteidigungslinie der Römer. Sie wurden durch Heerlager (Kastelle) befestigt.
Für ein und ein halbes Jahrhundert herrschte nun Ruhe zwischen den beiden Nachbarvölkern. Ein friedlicher Grenzverkehr entwickelte sich, der für beide von weitragenden Folgen war.

Die Römer gewannen in den Germanen wertvolle Arbeitskräfte und tapfere Soldaten.
Ganze Völkerschaften wurden an Rhein und Donau angesiedelt mit der Verpflichtung das Reich zu schützen.
Nur dank dieser neu zuströmenden Germanenkraft hat das Reich noch jahrhundertelang dem Angriff äußerer Feinde standgehalten.
Die Germanen aber wurden durch den Grenzverkehr mit vielen Gütern der römischen Kultur bekannt. In den zahlreichen römischen Standquartieren längs der beiden Grenzströme entwickelte sich ein regelmäßiges Lagerleben. Den Soldaten folgten Ansiedler und Bürger.



Mainz, Xanten, Köln, Trier, Straßburg, Augsburg und andere erwuchsen zu glänzenden Städten.
Gegen Ende des ersten Jahrhunderts n. u. Z. schlossen die Römer den Winkel zwischen Mittelrhein und Oberdonau durch einen großen Wall (Limes) ab, der sich in weiter Doppelkrümmung von Neuwied bis Regensburg erstreckte und etwa 550 Kilometer lang war.
Dieses Riesenwerk war überall mit Wall und Graben, in Süddeutschland mit einer Steinmauer versehen und durch mehr als 1000 Wachtürme sowie durch mehr als 100 dahinterliegende Kastelle gesichert.
Pfähle und Schlagbäume bezeichneten die Durchlässe dieser Grenzwehr, die von Bewaffneten geschützt war.
Die Bewohner des von Limes. Rhein und Donau umschlossenen Gebiets mussten vom Ertrag ihrer Äcker den zehnten Teil als Pachtzins an den Staat abliefern. Daher hieß die Landschaft auch Zehntland oder Dokumatland.
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Morgen lesen wir von Markomannen, Franken, Angelsachsen und Alemannen und dem Beginn der großen germanischen Völkerwanderung.
Quelle:
Deutsche Geschichte Band 1 + Sammelbilder (Albert Thümmel)