Mit dem Langobardenreich (Alboin) endet der Abschnitt zu den Germanenreichen

nach Albert Thümmel aus „Deutsche Geschichte“ Band 1.

Auch nehmen wir noch einen Rückblick, bevor wir fortfahren über die Zeit bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges.

Zunächst jedoch lesen wir über das Reich der Langobarden

Nicht lange blieb Italien oströmische Provinz. Bereits 568 drangen die Langobarden, die einst an der unteren Elbe gesessen und sich später n Ungarn niedergelassen hatten, unter ihrem König Alboin über die Alpen und eroberten den größten Teil des Landes bis nach Süditalien hin.

Pavia war die Hauptstadt des Langobardenreiches; hier wurden ihre Könige mit der eisernen Krone gekrönt – einem eisernen, in Gold gefassten Reif, der aus einem Nagel vom Kreuz Christi geschmiedet sein sollte.

Das Reich bestand bis 774; da wurde es von Karl dem Großen erobert. Noch heute aber führt Oberitalien den Namen „Lombardei“.

Rückblick

Mit der Gründung dieses letzten Germanenreiches auf dem Boden des alten römischen Weltreiches war das gewaltige Drama der Völkerwanderung, das Heldenzeitalter der Germanen, zu Ende. Wenn wir zurückblicken auf das ungeheure Geschehen dieser beiden Jahrhunderte, so erkennen wir, dass die Welt in vielem ganz anders geworden ist.

1. Das Römerreich, das jahrhundertelang die Welt beherrscht hatte, war auseinandergebrochen, der Westen des Reiches untergegangen. Doch hat Rom eine großartige Kulturgrundlage für alle Zeit hinterlassen.

2. Italien, Spanien und Frankreich sind durch die Verschmelzung von Germanen und Römern und durch die Annahme der alten lateinischen Volkssprache die romanischen Nationen entstanden.

3. Die Stämme in Deutschland, Britannien und Skandinavien haben ihre Eigenart und ihre Sprache bewahrt. Sei bilden die germanischen Nationen.

4. Die Grundlagen für ein neues Europa sind geschaffen, dass von sieben germanischen Reichsgründungen zwei von Dauer geblieben sind.: Das Frankenreich – aus dem später Frankreich und Deutschland hervorgingen – und das Angelsachsenreich, das die Grundlage für das heutige England wurde.

5. In die von den Germanen verlassenen Gebiete zwischen Elbe und Weichsel sind die Westslawen eingedrungen. Elbe und Saale bilden die Grenze (Slawenlinie).

6. An die Stelle zahlloser germanischer Völkerschaften sind wenige große Stämme getreten: Friesen, Sachsen, Franken, Thüringer, Schwaben, Bayern, die in ihrer Eigenart bis auf den heutigen Tag weiterleben.

Durch diese ganze Entwicklung ist die Morgenröte einer ganz neuen Zeit herangebrochen, der Übergang vom Altertum zum Mittelalter angebahnt, zu einem neuen Europa. Römertum, Germanentum und Christentum sind seine tragenden Pfeiler.

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In den nächsten Tagen geht es dann weiter.

Die Fränkische Zeit als auch die Bekehrung der Germanen zum Christentum geben den Auftakt für die Zeit ab 600 u. Z.

Darüber hinaus gelangen wir in das Frankenreich unter den Karolingern, später widmen wir uns den Herrschern Pippin und Karl dem Großen und lernen die Sächsischen Kaiser kennen. Es bleibt also spannend.

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Quelle Fotos

Weltgeschichte Ullstein & Co Berlin


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