Das Frankenreich unter den Karolingern, und eine gewaltige Umwälzung, die in der damaligen Welt geschehen konnte

Karl Martell und sein Sohn Pippin

Seit dem 7. Jahrhundert entartete des Geschlechts der Merowinger zusehends; es sank schließlich zu völliger Bedeutungslosigkeit herab. Umgekehrt wuchsen Bedeutung und Macht der Hausmeier. Ursprünglich die Verwalter der königlichen Güter, wurden sie immer mehr die Stellvertreter der schwachen Könige, denen nur der leere Name blieb.

Schwere innere und äußere Kämpfe erschütterten das Reich. Das Ende schien nahe, als ein gefährlicher Feind mit Mord und Brand tief in das Land einfiel: die Araber, die Bannerträger des Islam.

Da warf sich der Hausmeier Karl aus dem Geschlecht der Karolinger (genannt nach dem Größten des Geschlechts, Karl dem Großen) mit dem gesamten fränkischen Heerbann bei Poitiers dem Ansturm entgegen (732).

Durch einen Sieg rettete er nicht nur das Frankenreich, sondern auch das christliche Abendland. Ohne ihn wäre es den Arabern möglich gewesen, Europa von Westen her, zu unterjochen und statt des Kreuzes den Halbmond aufzupflanzen.

Die Nachwelt ehrte den Sieger durch den Beinamen Martell = Hammer)

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Pippin, der Papst und die Grundlegung zum Kirchenstaat

Karl Martells Sohn Pippin machte sich 751 mit Zustimmung des Papstes zum König. Der Schattenkönig der Merowinger wurde ins Kloster geschickt. Es war die gewaltigste Umwälzung, di ein der damaligen Welt geschehen konnte – so gewaltig, dass selbst Pippin, in der Fülle seiner Macht einer höheren Autorität bedurfte, um sie durchführen zu können.

Diese Autorität war der Papst. Er verlieh dem Königtum Pippins in den Augen des Volkes die göttliche Weihe. Indem er ihn feierlich krönte und salbte.

Bald darauf leistete Pippin dem Papst den großen Gegendienst, indem er ihn mit seinem Frankenheer vor dem drohenden angriff der Langobarden rettete. Bei dieser Gelegenheit hat Pippin dem Papst wertvolle Ländereien geschenkt und damit den Grund gelegt zum „Kirchenstaat“, der dann unter mancherlei Wandlungen bis 1870 bestanden hat.

Die Verbindung von Papsttum und fränkischem Königtum ist eines der wichtigsten Ereignisse der Geschichte, wegen der Folgen, die daraus entstanden sind. (Romfahrten der deutschen Kaiser)

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An dieser Stelle brechen wir nun auf, in die Zeit, als das Fränkisch-Päpstliche Bündnis beginnt. Die Pippinsche Schenkung ist bedeutend für die Entstehung des Kirchenstaats. Zudem bildet sie die Grundlage für den späteren Aufstieg Karls des Großen.

Bereits die Taufe König Chlodwigs 498 markiert den Beginn einer engeren Verflechtung von Kirche und Fränkischen Königen.

Wie gestern vorangeführt: Thümmel bewahrt sich in seinen Ausführungen (betreffend Karl des Großen und der Verflechtung von Kirche und Fränkischen Königen) eine eher neutrale Haltung, und zeigt sich wenig kritisch gewissen Vorgängen gegenüber.

Ich versuche, das in meinen Beiträgen zu berücksichtigen und werde entsprechend ergänzen.

Morgen widmen wir uns dann (vorrausichtlich über etwa drei Teile) Karl dem Großen.


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