„Otto II. (973-983) ergriff die Zügel der Regierung im jugendlichen Alter von 19 Jahren.
Bei umfassender Begabung und lebhaftem Geist, edler Gesinnung und hohem Mut fehlten ihm doch die ausdauernde Kraft und peinliche Sorgfalt des Vaters. Schon als Knabe gekrönt, war ihm seine Kaiserstellung etwas Selbstverständliches: er erkannte nicht, dass es noch auf lange hinaus galt, die gewonnene Stellung immer wieder zu festigen.

„Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“
Unmittelbar nach seiner Thronbesteigung erhoben sich von allen Seiten schwere Gefahren, die erste von Bayern, dass sich gegen die Autorität des jungen Kaisers auflehnte; ihrer wurde Otto gänzlich Herr.
Die nächste Gefahr kam von Frankreich, das den Augenblick für günstig hielt, sich Lothringens zu bemächtigen. Otto zog an der Spitze eines deutschen Heeres bis vor die Mauern von Paris und zwang den französischen König zum Verzicht.
Sodann musste er um die Mitgift seiner Gemahlin kämpfen, gegen die Griechen und gegen die Araber, die sich bereits Siziliens bemächtigt hatten und nun weiter vorwärtsdrangen. Nach anfänglichen Erfolgen erlitt er 982 eine vollständige Niederlage.
Damit ging nicht nur Unteritalien verloren, auch im übrigen Italien regten sich die Gegner der deutschen Herrschaft. Und vor allem: In ihrer Fernwirkung erschütterte sie den gesamten Bau des Reiches.
Auf die Kunde von seiner Niederlage brachen die Slawen und Dänen verwüstend über die Reichgrenzen herein, die Otto I. neu gesteckt hatte. Das ganze Land zwischen Elbe und Oder ging verloren und mit ihm das Christentum dort. Ehe Otto II. die schwere Scharte wieder auswetzen konnte, starb er – was das Schlimmste war – er hinterließ einen Sohn, der erst drei Jahre alt war, und auch später seinem ganzen Wesen nach, nicht fähig war, neu aufzubauen.

Schon unter der vormundschaftlichen Regierung der tüchtigen Mutter Theophano kam es zu langwierigen Kämpfen, doch behauptete sie sich. Nach ihrem Tod aber bedeutete die Regierung der Großmutter Adelheit einen Rückgang. Die königliche Macht zerbröckelte immer mehr gegenüber den Ansprüchen der Fürsten, und auch die Kirche steigerte ihren Einfluss.“
Doch es sollte noch schlimmer kommen:
In Otto III. (983-1002), der sechzehnjährig zur Regierung kam, bestieg dann ein weltfremder Phantast den Thron.