Lenin- wie Gewalt zur „Lokomotive der Geschichte“ wird

Nun kommen wir also zu diesen schmutzigen und niederträchtigen Charakteren in der Geschichte: Lenin macht den Anfang. Und ich muss gestehen, ich bin selbst überrascht, dass ich auf eine derart hohe Wortzahl kommen konnte.

Zumal es mir wirklich schwerfällt, diesem Schwerverbrecher überhaupt eine Zeile zu widmen. Doch müssen wir sie kennenlernen, diese „Figuren, die einst ihr Unwesen trieben, die Fäden zogen und den Grundstein für all das legten, was uns heute noch widerfährt.

Denn, wenn man die Vorgeschichte kennt, dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen, was hier und heute stattfindet.

In meiner Kindheit /frühen Jugend sorgten solche Personen (wie Lenin) für entsprechendes Konfliktpotenzial. In den Schulen der ehemaligen DDR wurde die Person Lenin verherrlicht, und daheim war es genau anders herum. Ich bin quasi „zweisprachig aufgewachsen“. Und daher musste ich immer gut aufpassen, was ich von dem Wissen meiner Eltern tatsächlich hinaustragen kann, und was, für mich behalten. Wobei meine Mutter stets einem Credo folgte: „Man muss seinen Mund schon aufmachen, wenn etwas ungerecht wird!“

Für mich war es somit unbegreiflich, wie sich in der BRD Parteien wie PDS oder Linke etablieren konnten. Noch heute sitzen sie im Bundestag und treiben von dort aus ihr Unwesen.

Wir hangeln uns also weiter, entlang dieses berühmten roten Fadens. Diesem Faden, gesponnen, von Personen mit einem erschütternd minderheiten- und menschenverachtenden Weltbild. Umso wachsamer sollten wir sein. Doch nun genug des Vorworts.

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Mancher erinnert sich vielleicht noch an den „Schlagabtausch“ im Zusammenhang mit „das eine Prozent der Reichen“ Das ist auch noch gar nicht solange her.

Auf die Schnelle, eine kurze Szene aus der Strategiekonferenz der Linkspartei in Kassel

Die Aussage stammt aus März 2020. „Energiewende ist auch nötig nach ’ner Revolution. Und auch wenn wir das eine Prozent der Reichen erschossen haben, ist es immer noch so, dass wir heizen wollen, wir wollen uns fortbewegen. Na ja, is‘ so!“ Der Parteivorsitzende Bernd Riexinger, der auf der Bühne sitzt, reagiert nur mit einem einzigen Satz: „Ich möchte nur sagen: Wir erschießen sie nicht, wir setzen sie schon für nützliche Arbeit ein.“ Der Saal reagiert mit Beifall und Lachen.“

Auch im Strafvollzug der Stalin-Zeit spielte die Idee der Besserung und Umerziehung der Inhaftierten durch „gesellschaftlich nützliche Arbeit“ eine große Rolle.

Solches Gedankengut aus den Reihen der „Linken“ ist nicht unbekannt. Wobei ich Begrifflichkeiten wie „Linke“ oder „Rechte“ eher vermeiden möchte. Längst sind sie überholt und bedienen lediglich ein Klischee, dass über Jahrzehnte hinweg in die Köpfe gehämmert wurde und sich dort fest verankern konnte. Mittlerweile (oder schon immer?) erstreckt sich diese Gesinnung über das gesamte Feld, dass uns zu beherrschen versucht.

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Wer war Lenin? (Auszug aus LEMO)

22. April 1870: Lenin wird als Wladimir Iljitsch Uljanow in Simbirsk (ab 1924: Uljanowsk; inzwischen zurückbenannt) als Sohn eines in den Adel aufgestiegenen Schulinspekteurs und einer Gutsbesitzertochter geboren.

1879-1887: Am Gymnasium in Simbirsk beschäftigt sich Lenin bereits mit marxistischen Schriften. Sein Bruder Alexander wird wegen eines geplanten Attentats auf den Zaren verhaftet und gehängt (1887). Danach schließt Lenin sich der revolutionären Bewegung an. (einigen Schriften ist zu entnehmen, dass ihn der Tod seines Bruders eher kaltlässt. Während sein Bruder Alexander gehängt wird, legt Wladimir in Simbirsk als Bester seines Jahrgangs das Abitur mit Goldmedaille ab).

1891-1893: Rechtsanwalt in Samara

• 1893: Übersiedlung nach St. Petersburg, wo er neben seiner Anwaltstätigkeit in der revolutionären Bewegung mitarbeitet und Kontakt zu führenden Sozialdemokraten aufnimmt.

• 1895

Zusammen mit Julij Martow (1873-1923), dem späteren Menschewikenführer, gründet Lenin den „Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse“, einen der Vorläufer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR).

• 1895-1900

Wegen politischer Agitation verbringt er zwei Jahre im Gefängnis und drei Jahre in sibirischer Verbannung. Auch dort verfasst er weiterhin revolutionäre Propagandaschriften.

• 1900

Im Exil in Westeuropa beteiligt er sich an der Gründung der für Russland bestimmten Zeitung „Iskra“, in der er sein Konzept einer revolutionären Kaderpartei beschreibt. Er benutzt von nun an den Decknamen Lenin.

• 1903

Auf dem zweiten Parteikongress der SDAPR in London kann Lenin seine Parteikonzeption durchsetzen. Die Partei spaltet sich daraufhin in die von ihm geführten Bolschewiken und die Menschewiken unter Martow, die eine Massenbasis anstreben.

• 1905

Während der revolutionären Streik- und Protestbewegung kehrt Lenin nach Russland zurück und befürwortet einen bedingungslosen Kampf gegen den Zaren. Nach der Niederschlagung geht er erneut ins Exil.

• 1912

Nach der Bildung einer revolutionären Kadertruppe trennt Lenin die Bolschewiken als eigenständige Partei endgültig von der Sozialdemokratie ab. Er leitet die neugegründete Parteizeitung „Prawda“ und beruft Josef W. Stalin in das Zentralkomitee.

• 1914-1917

Lenin lebt im Exil in der Schweiz. Auf den europäischen Kriegskonferenzen der linken Sozialisten kann er sich mit seiner Forderung einer „Umwandlung des Krieges in einen Bürgerkrieg“ nicht durchsetzen.

• 1916

In seiner Schrift „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ entwickelt er die Lehre von der unvermeidlichen Selbstauflösung der westlichen Industriestaaten.

Lenin ist mit diesem “seinem” Versuch auf jeden Fall weltbekannt geworden – hingegen die Hunderttausenden Toten, die seine ersten drei Herrschaftsjahre zurückließen, kaum oder gar nicht.

Wie Gewalt zur „Lokomotive der Geschichte“ wird

„Lenin war ein Terrorist. Die Oktoberrevolution war eine Konterrevolution. Aber noch immer verehrt man in Russland die Henker. (und nicht nur dort) Noch immer gelten die „weißen Armeen“, die im Bürgerkrieg gegen die Bolschewiki gekämpft haben, als Verräter…“, so schildert es Alexander Jakowlew in einem Interview mit der TAZ vom 16.12.2004.

Weiter erklärt er: Es war eine Tragödie, dass die Bolschewiki gewonnen haben. „

„Viele meinen, Lenin war ein Idealist, der von den Umständen zu übertriebener Härte gezwungen wurde.

Lenin hat das Land mit Terror überzogen. Geiselnahmen, Massenerschießungen – das hat alles er eingeführt. Stalin hat einen einzigen wahren Satz gesagt: „Ich bin nur ein treuer Schüler Lenins.“ Damit hatte er Recht.

War Lenin verrückt? Vielleicht war er vom Wahnsinn befallen, aber ein Paranoiker war er ganz sicher. Ein gesunder Mensch kann gar nicht dauernd Befehle geben, die lauteten: „Sofort aufhängen“, oder „sofort erschießen“. Bauern, die den Schnee nicht weggeräumt haben, ließ er hinrichten. Kann ein normaler Mensch solche Beschlüsse fassen?“

Und nun stelle man sich vor, diesem erbärmlichen Wesen setzt man ein Denkmal.

Man soll es nicht für möglich halten, und doch steht es da, gut sichtbar für jedermann: das Denkmal von Marx und Lenin in Gelsenkirchen.

Vielleicht hätte man den Sockel besser als ein riesiges Menschen- und Leichenknäuel darstellen sollen. Im wahrsten Sinne fußte auf diesem Lenins Herrschaft, ein weithin sichtbarer Leichenhügel. Oder auch eine imposante Schädelpyramide wäre doch denkbar, angesichts des millionenfachen Leids, von dem doch die ganze Welt weiß. Oder nicht?

Dann werfen wir doch noch schnell einen Blick auf die „Errungenschaften und Taten“ dieses „ehrenwerten“ Mannes… und die seiner Vorgänger und Nachfolger

„Das sind stumm schreiende Kreaturen – Männer, Frauen, Kinder, Ungeborene(!), Soldaten, Arbeiter und Bauern, denen vor dem Tod Körper-/Geschlechtsteile abgeschnitten wurden, deren Arme und Beine gebrochen, die gepfählt, gekreuzigt, mit Säbeln zerhackt, lebend in Hochöfen, “einfach” lebendig begraben, oder lebendig neben einer Leiche im Sarg begraben wurden, deren Hände zu Folterzwecken erst überbrüht und dann gehäutet wurden, die ertränkt, gehängt, erschossen, von Ratten bei lebendigem Leibe zerfressen oder von den eigenen Angehörigen nach dem Tode aus blankem Hunger aufgegessen wurden“.

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In seinem Buch „Der rote Terror – die Geschichte des Stalinismus, fasst es Jörg Baberowski wie folgt zusammen:

Wenige Monate später weiteten die Bolschewiki ihren Terror auf streikende Arbeiter und renitente Bauern aus, ließen Oppositionelle verhaften und erschießen.

Die Bolschewiki zelebrierten einen Gewaltkult…

Ihr Gewaltkult stand in einer Tradition, die aus dem Glauben an die Macht der Gewehrläufe schöpfte.

Bereits in den Jahren der ersten russischen Revolution (1905) hatte sich die radikale Intelligenzija, Sozialrevolutionäre, Anarchisten und Sozialdemokraten mit Psychopathen, Kriminellen und Räubern geschmückt.

Unter solchen Umständen aber wurde die Gewalt zum Selbstzweck.

Kriminelle, Holigans und psychisch Kranke – aus diesem Kreis rekrutierte die Tscheka ihren Nachwuchs. Musikorchester spielten auf, während Tschekisten ihre Opfer töteten.

Die Opfer wurden in siedendes Wasser geworfen, gehäutet, gepfählt, bei lebendigem Leib verbrannt oder begraben oder in winterlicher Kälte nackt auf die Straße getrieben und mit Wasser übergossen, bis sie zu Eissäulen erstarrten.

In Penza liess der Vorsitzende der Tscheka, ein psychisch kranker Mann, die Opfer in Säcke einnähen und in Eislöcher werfen.

Bis zum Sommer 1918 herrschte in den großen Städten, in denen die Bolschewiki die Macht ergriffen hatten, die Lynchjustiz des Pöbels.

Wenn Lenin von Insekten und Ungeziefer (…) sprach, von Adligen, die deportiert und erschossen werden müssten, dann wurde das von den Bauern als Aufforderung verstanden, jeden, den sie für einen Fremden hielten, aus ihrer kleinen Welt zu eliminieren.

Am 5. September 1918 gab die Regierung die Einrichtung von Konzentrationslagern (konkaver) bekannt.

In Moskau wurden 25 ehemalige zaristische Offiziere und 765 sogenannte Weißgardisten erschossen. Lenin selbst zeichnete die Listen mit den Namen der Opfer ab.

Auf der Halbinsel Krim … ein Drama apokalyptischen Ausmaßes: 50.000 zurückgebliebene Flüchtlinge wurden von Soldaten der Roten Armee ermordet. – 12.000 an einem einzigen Tag…

Die Bolschewiki gekannten sich zu ihren Taten, jede Tötungsaktion musste in der kommunistischen Presse bejubelt … werden. Lenin selbst trieb die Schergen der Tscheka zu Höchstleistungen bei der Vernichtung der Feinde an. Lenin sandte genaue Anweisungen …: “

Massenterror einführen, Hunderte von Prostituierten erschießen und deportieren lassen.”

200 Streikende (in den Putilov-Werken in Petrograd – eigene Anm.) wurden ohne Verfahren erschossen (nachdem Lenin erfolglos versucht hatte, eine Streik persönlich zu schlichten – eigene Anm.)

Lenin an das Parteikomitee von Penza im August 1918: “nicht weniger als hundert Kulaken, Reiche, Blutsauger (sollen) aufgehängt werden.”

Lenin war ein bösartiger Schreibtischtäter, der menschliche Tragödien und Elend ignorierte.

Lenin und Trotzkij sahen in russischen Arbeitern rückständige, barbarische Kreaturen. Arbeiter, die desertierten, wollte Trotzkij in Strafbatallione oder Konzentrationslager verschicken lassen.

Trotzkij: Die Sklavenwirtschaft sei zu ihrer Zeit produktiv gewesen. Unter den russischen Bedingungen sei sie unverzichtbar.

Das neue Russland war ein Land des Terrors.

In den Exzessen des Bürgerkrieges wurde der Stalinismus zur Welt gebracht.”

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Und Orlando Figes beschreibt in seiner „Tragödie eines Volkes, 1998, wie folgt:

“Lediglich die spanische Inquisition konnte es mit der Erfindungsgabe der Foltermethoden der Tscheka aufnehmen.”

Beispiele von bevorzugten Foltermethoden örtlicher Tscheka-Einheiten:

Charkow: Hände der Opfer verbrüht, anschliessend Haut abgezogen.

Zariyzn: Knochen von Armen und Beinen der Opfer zersägt.

Woronesch: Opfer in nägelbewehrten Fässern gerollt

.

Armawir: Schädel mit Lederriemen und Bolzen zertrümmert.

Kiew: Ratten in Käfig an menschlichen Körpern befestigt und erhitzt, so dass sich die Ratten zu befreien versuchten, indem sie sich durch die Eingeweide der Opfer hindurchfraßen.

Odessa: Opfer langsam in Kessel mit siedendem Wasser hineingelassen.

Odessa: Kreuzigungen aus persönlicher Rache

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„Das Regime hatte zig Millionen Todesopfer geopfert. Um so unverständlicher ist es, wenn heute noch in Deutschland Personen geehrt und gewürdigt werden, die eben diese Sowjetherrschaft nach dem Ersten Weltkrieg auch im Deutschen Reich durchsetzen wollten.

Übrigens: Zu diesen gehören Karl LIEBKNECHT und Rosa LUXEMBURG, die 1919 das noch junge Pflänzchen der werdenden Weimarer Demokratie zerstören wollten. Ihre Gedächtnisstätte in Ostberlin ist vor allem zu den Jahrestagen ihres Todes Treffpunkt Zehntausender von Kommunisten. In West-Berlin wurde Rosa LUXEMBURG Anfang 1988 unter der CDU-Regierung ein Denkmal gesetzt.“

„Das sollte doch zu denken geben. Das die beiden Kommunisten Luxemburg und Liebknecht die Hauptschuld daran tragen, dass 1919 bei dem Putschversuch auf beiden Seiten viele Opfer zu beklagen waren, wird auch heute noch verdrängt. Nach über acht Jahrzehnten pilgern immer noch Zehntausende zu der Gedächtnisstätte – die ursprünglichen Gräber sind nicht mehr vorhanden; sie wurden im Krieg zerstört – mit unterschiedlichen Motiven und Flugblättern, auf denen unter anderem »das gottverdammte Deutschtum zur Hölle« gewünscht (1999) oder Massenmörder wie LENIN und STALIN als Idole gezeigt werden.

Das zeigt deutlich, dass der Marxismus und die Ideologie-Gläubigkeit auch nach dem Zusammenbruch des terroristischen Sowjetsystems noch nicht aus den Köpfen verschwunden sind.“

(übernommen von Hans Meiser, aus der große Wendig Kosiek/Rose)

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Quelle

Hans Hedrich, Politikwissenschaftler

Orlando Figes: Die Tragödie eines Volkes, 1998, S. 682:

Jörg Baberowski: Der rote Terror – Die Geschichte des Stalinismus (2004),

https://taz.de/Lenin-war-ein-kranker-Paranoiker…/!659497/

https://www.derwesten.de/…/gelsenkirchen-stadt-mlpd…

https://www.dhm.de/lemo/biografie/wladimir-lenin

Geo-Epoche die russische Revolution


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