Weiter geht’s mit den Fränkischen (Salischen) Kaisern
Heinrich, der mit 22 Jahren zur Regierung kam, war zwar äußerlich ganz das Ebenbild seines Vaters, aber eine völlig andere Natur. In Gegensatz zu der gesunden, kräftigen, lebenssprühenden Laiennatur des Vaters war er ein durch und durch kirchlich gesinnter Mann.

Nie setzte er die Krone auf das Haupt, ohne vorher Buße getan zu haben. er fühlte sich von Gott berufen, die christliche Kirche, die damals in Verfall geraten war, zu erheben und zu bessern, die Wildheit und Rohheit der Zeit durch strenge Zucht im Zaum zu halten. Er war dabei ganz erfüllt, von dem ernsten, strengen Geist des burgundischen Klosters Cluny und des Ordens, der von dort ausgegangen war. Dieser Cluniazenserorden stellte zunächst eine strenge Klosterzucht her.
Dann aber war er bestrebt, die Kirche ganz allgemein von den eingerissenen Missbräuchen zu reinigen und sie von staatlicher Gewalt unabhängig zu machen. Die Folge dieser Reformen, die Heinrich begünstigte, musste das Bestreben des Papsttums sein, sich von der weltlichen Macht dem Kaisertum, zu befreien.
Es war der große Lebensirrtum Heinrichs III., dass er glaubte, die Kirche im Sinne der Reformparteien umgestalten und trotzdem die alte Herrschaft über sie behaupten zu können. So hat sich die Machtverschiebung zwischen Kaisertum und Papsttum schon zu seinen Lebzeiten angebahnt, wenn sie auch noch nicht in Erscheinung trat. Denn er selbst hat als Kaiser auch noch die volle Gewalt, auch über das Papsttum beansprucht und jederzeit behauptet.
So setzte er einmal auf der Kirchenversammlung von Sutri 1046, alle drei Päpste, die damals um die Herrschaft stritten, ab und erhob einen deutschen Bischof zum Papst. Er allein entschied über die Besetzung des päpstlichen Stuhles.
Leider hat Heinrich III. die nationale Politik, die sein Vater so glücklich eingeleitet hatte – Erblichkeit der Krone und Schwächung der Teilgewalten zugunsten der Zentralgewalt – nicht fortgesetzt. Er war vielmehr wieder zu einer weltweiten Kaiserpolitik übergegangen und vernachlässigte darüber die Festigung seiner Macht als deutscher König.

Zum Unglück für das deutsche Volk, starb Heinrich im 39. Lebensjahr, als sein Sohn erst sechs Jahre alt war. Unter ihm hatte das Reich seine größte Ausdehnung erlebt.
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Unter Heinrich IV. ging die verhängnisvolle Saat auf, die sein Vater Heinrich III. – ohne es zu wissen oder gar zu wollen – gesät hatte. Darüber lesen wir dann morgen Abend.