Konrad II. (1024-1039)

In der Reihe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel bricht nun die Zeit der Fränkischen (Salischen Kaiser) an.

Heinrich II. war ohne Nachkommen gestorben. Als sein Nachfolger wurde Konrad aus dem Geschlecht der salischen Franken gewählt, Urenkel einer Tochter des großen Otto.

Konrad II. (1024-1039)

Konrad, ein hochgewachsener, langbärtiger Mann von 34 Jahren, erwies sich als die entschlossenste und willenskräftigste Herrschergestalt des deutschen Mittelalters. Seine Regierungszeit bedeutet den Höhepunkt des mittelalterlichen Kaisertums. Das erkannten bereits seine Zeitgenossen. Sie verglichen ihn mit Karl dem Großen und prägten das Wort: An Konrads Sattel hängen Karls Bügel“.

Konrad II. erwarb sich rasch das Vertrauen des ganzen Volkes – als gerechter Richter sowie als hervorragender Feldherr und Staatsmann. Im Innern festigte er den Zusammenhalt des Reiches durch eine kluge Maßregel: Um der Übermacht der Großen zu steuern, aberkannte er die Erblichkeit aller Lehen in männlicher Linie, auch der kleineren.

Dadurch machte er diese unabhängig von ihren unmittelbaren Herren, den großen Lehensträgern des Reiches, und gewann ihn ihnen eine wertvolle Stütze für das Königtum. Über die Kirche gebot er in selbstherrlicher Oberhoheit.

Die im Innern gesammelte Kraft wirkte auch nach außen. Im Osten wurden die Verluste der letzten Zeit wieder eingebracht – Polen und Böhmen wurden lehensabhängig – und im Westen gewann er das Königreich, das seinem Vorgänger von dem letzten König als Erbe versprochen worden war. Das „Heilige Römischen Reich“ umfasste von nun an drei Königreiche: Deutschland, Italien, Burgund. Auch erneuerte er die Herrschaft über ganz Italien sowie über das Papsttum und ließ sich in Rom zum Kaiser krönen.

Da es Konrad II. schon bald nach seinem Regierungsantritt gelungen war, seinem hochbegabten Sohn Heinrich die Thronfolge zu sichern, schien es, als sei für Deutschland ein Zeitalter gesicherter Entwicklung zur erblichen Monarchie angebrochen, zumal er diesen Sohn schon frühzeitig in Politik und Kriegführung eingeweiht hatte.

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Morgen setzen wir dieses Kapitel der Fränkischen (Salischen) Kaiser mit Heinrich III. (1039-1056), der mit 22 Jahren zur Regierung kam, fort.


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