Heinrich IV. (1056-1106)

Aus der Reihe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel.

Für den unmündigen Heinrich führte zunächst seine Mutter die Regierung. Der stolze und herrschsüchtige Erzbischof Anno von Köln strebte danach, den jungen König und damit die Regierung in seine Gewalt zu bringen. Er lockte den Zwölfjährigen auf eines seiner Rheinschiffe und ließ es rasch von Ufer abstoßen. In seiner Verzweiflung warf sich der junge Heinrich in die Fluten. Nur mit knapper Not wurde er gerettet und aufs Schiff zurückgebracht, wo ihn der Erzbischof allmählich beruhigte.

Unter Heinrich IV. ging die verhängnisvolle Saat auf, die sein Vater Heinrich III. – ohne es zu wissen – gesät hatte. Heinrich IV. war eine hochgewachsene, ritterliche Erscheinung, ein Mann von ungewöhnlicher Begabung und natürlicher Scharfblick. Unter widerstreitenden Einflüssen, ein Mann von ungewöhnlicher Begabung und natürlichem Scharfblick.

Unter widerstreitenden Einflüssen geistlicher Fürsten war er aufgewachsen; das Ergebnis dieser Erziehung war ein hochgespannter Herrscherstolz, verbunden mit einem Gefühl für die Würde des Reiches.

Sein ganzes Leben wurde ein dauernder Kampf um die Erhaltung der ererbten Königs- und Kaisermacht, gegen die Unbotmäßigkeit der Fürsten und die Herrschaftsbestrebungen des Papsttums.

Seine Erzieher hatten in dem jungen Heinrich im besonderen einen lebhaften Hass gegen die Sachsen großgezogen. Überall im sächsischen Land legte er Burgen an, wobei die Einwohner harte Frondienste leisten mussten.

Schließlich empörten sich die Sachsen, und Heinrich entging durch die Flucht aus seiner Lieblingsburg Harzburg nur knapp der Gefangenschaft.

Unter wechselvollen Kämpfen, bei denen ihm vor allem die Städte , voran Worms, treue Hilfe leisteten, besiegte er endlich im Jahr 1075 die Sachsen. Doch hielten auch diese jetzt nicht Ruhe. Sie wandten sich mit ihren Klagen an den Papst, der dadurch die willkommene Gelegenheit erhielt, sich in die deutschen Angelegenheiten einzumischen.


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