„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier.
Dann steht das Christkind auf einmal vor der Tür“.
Ist die uns so „vertraute“ Advents- und Weihnachtszeit tajtsächlich das Fest der Christen?

Nun ja, wir wissen, alles hat seinen Ursprung. Und wir wissen auch, der liegt nicht im Kirchendasein.
Das kommt jetzt nicht überraschend: Denn auch betreffend der Advents- und Weihnachtszeit hat sich die Kirche des heidnischen Brauchtums bedient und es für sich verändert.
Ein schleichender Prozess, geführt durch christliche Missionare. Sie empfanden es früher als einfacher, die Feste der Einheimischen in Teilen zu übernehmen und leicht umzudeuten, als ihnen komplett neue Vorstellungen anzuerziehen.
Kurz: Das Weihnachtsfest geht auf heidnische Ursprünge zurück. Bis heute haben viele adventliche Bräuche keinen wirklichen Bezug zum Glauben. Doch aus Sicht der Kirchen darf Weihnachten kein säkularisiertes (weltlich gesinntes) Winterfest sein.

Das Julfest ist ein altgermanisch-keltisches Fest zur Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember. An diesem Tag wurde die Rückkehr von Sonne und Licht ausgiebig gefeiert.
Die Feier war den Göttern der germanischen Mythologie gewidmet. Wotan, der Gott des Todes, besuchte die Erde. Man feierte auch Njord und Freya, die Götter der Fruchtbarkeit und des Überflusses. Es wurden Feuer angezündet, um die Geister der Dunkelheit zu vertreiben und die Sonne zurückzurufen.
Der Begriff „Jul“ stammt aus dem nordischen und bedeutet “Rad des Lebens”. In Skandinavien findet das Weihnachtsfest auch heute noch unter dem Namen Julfest statt, wobei der geschmückte Tannenbaum und auch die Geschenke dem germanisch-nordischen Brauch entnommen wurden.
So ist auch der Julkranz älter, als erwartet.
Interessant ist seine Umkehrung. Man geht davon aus, dass es 6 Kerzen waren, die angezündet wurden.. Woche für Woche löschten die Menschen ein Licht bis kurz vor der Sonnenwende, wo dann nur noch eine Kerze brannte. Dies war als Bitte des Julfeuers zur Rückkehr der unbesiegten Sonne zu deuten.
Im Verlauf der Geschichte…
hatte der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern (1808-1881) im Jahr 1839 die zündende Idee und bestückte ein Wagenrad aus Holz mit 23 echten Kerzen – vier große weiße Kerzen und 19 kleine rote. Und wie es weitergeht, ist bekannt. Heute sind es vier Kerzen, die wir Woche für Woche auf unseren liebevoll gestalteten Kränzen anzünden.
Doch sollten wir uns dabei immer an das Brauchtum unserer Vorfahren erinnern. Denn dort liegen unsere wahren Ursprünge.
Und womit ist ein Julkranz geflochten? Zumeist aus immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt.
Was hat es mit Julkotz auf sich?
Der Julklotz (aus Eichen- oder Eschenholz) wurde um die Zeit der Wintersonnenwende am Herdfeuer entzündet, und es brachte Segen, ihn während der Rauhnächte am Brennen zu halten.
Übrigens: Für den Stamm der Normannen (Wikinger) dauerte das Julfest einen ganzen Monat lang. Im Langhaus wurde das Feuer entzündet, Freunde und Familie kamen bei gutem Essen und Trinken zusammen. Sie nannten es „Jol“, wie den Wein, den sie zum Fest tranken.

Den dritten Wintermonat, er dauerte von Mitte Dezember bis Mitte Januar gab es kräftiges und fetthaltiges Essen. Man nannte es „Molke-Sauger“.
Gefundene Gegenstände deuten zudem darauf hin, dass sich die Menschen zu solchen Festen mit großen Schmuckstücken in kräftigen Farben schmückten.
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Fotos: Pixabay /Celticgarden